Was tun gegen hartnäckige Wespen?

Wespe

Was tun gegen hartnäckige Wespen?

Von Anke Kahle

  • Wespen mit Futter ablenken - oder Regen simulieren
  • Auf duftende Pflegeprodukte verzichten
  • Zwiebel hilft bei Wespenstich

Wie kann ich Wespen vom Essen fernhalten?

Beim Essen lassen sich Wespen leicht mit einer alternativen Futterstelle austricksen. Ob Apfelkuchen oder Bratwurst: einfach ein kleines Stück vom Essen ans andere Ende vom Tisch stellen. Das hilft zumindest kurzfristig. 

Alternativ kann man auch versuchen, Wespen mit einem Trick zu verjagen. Einfach mit einer Wasserpistole oder einer Sprühdose etwas Regen simulieren. Die Tiere folgen dann ihren Instinkten und ziehen sich zurück ins Nest.

Warum nerven Wespen, wenn ich gar kein Essen habe?

Alles was gut riecht und gut schmeckt, lockt Wespen an - also nicht nur Essen, sondern durchaus auch gut riechende Menschen. Im Sommer sollte man im Freien also lieber mal auf duftende Pflegeprodukte verzichten. Am besten weniger Haargel oder Haarspray benutzen und neutral duftende Cremes verwenden. Auch bunte Kleidung kann Wespen anlocken.

Wie sollte ich auf Wespen reagieren?

Vor allen Dingen nicht panisch werden. Hektische Bewegungen machen Wespen nervös. Wegpusten ist auch kontraproduktiv. Wir Menschen atmen Kohlendioxid aus und das mögen Wespen gar nicht. Sie können aggressiv werden und zustechen.

Was hilft bei einem Wespenstich? 

Hitze hilft im ersten Moment, um ein Teil des Gifts abzutöten. Einfach mit etwas Heißem ein paar Sekunden auf den frischen Stich drücken. Oder man greift zu einem guten alten Hausmittelchen: Der Saft einer aufgeschnittenen Zwiebel wirkt abschwellend. Allergiker sollten immer ein Notfallset aus der Apotheke dabeihaben, um den Wespenstich im Ernstfall zu behandeln.

Wenn Wespen an Gartenmöbeln knabbern

Zum Bau ihrer Nester verwenden Wespen unterschiedliche Materialien. Schauen Sie mal genau hin - vielleicht haben die Insekten auch Raspel Ihrer Gartenmöbel verarbeitet ...

Wespennest

Fragile Pracht: Das ist keine ausgefallene Tischlampe, sondern ein Wespennest - sorgfältig in tagelanger Arbeit zusammen gefügt. Das Baumaterial: Papier.

Fragile Pracht: Das ist keine ausgefallene Tischlampe, sondern ein Wespennest - sorgfältig in tagelanger Arbeit zusammen gefügt. Das Baumaterial: Papier.

Das stellen die Wespen selbst her - aus Bambus, Schilfrohr oder aus Holz. Eigentlich sind verfallene Bäume im Wald die erste Wahl, die Tiere verwerten aber auch Gartenmöbel, Bootsstege und Brücken.

Wenn das Holz ein bisschen verwittert und nicht lackiert ist, können sie sich Schicht für Schicht hinein raspeln. Es sieht aus, als würden sie es fressen - aber der Eindruck täuscht.

Gleichgültig, ob behandelt oder nicht: Haben die Wespen das Holz erstmal zerkleinert, tragen sie es zur Baustelle. Dort wird es, vermischt mit dem Speichel, zum Nest verbaut. Eine Technik, die alle echten Wespenarten und Feldwespen anwenden. Deswegen heißen sie "Papierwespen". Andere Arten setzen dagegen auf Lehm als Baumaterial.

Das Ergebnis ist so klein wie ein Tischtennis- oder so groß wie ein Fußball - je nachdem, ob eine Wespenlarve untergebracht werden muss oder der Nachwuchs eines großen Staates.

Die einzelnen Zellulose-Schichten sind hauchdünn. Drei dieser Schichten werden so ineinandergebaut, dass Kammern entstehen. Sie sind für den Nachwuchs reserviert. Die ausgewachsenen Wespen leben außerhalb - anders als Bienen in ihrem Stock.

Wespen brauchen tierisches Eiweiß, besonders in der Phase, wenn die Brut aufgezogen werden muss. Sie fressen Nektar und Früchte, bohren sich in Trauben und Pflaumen. Deswegen machen sie sich im Sommer über die Grillwurst und den Pflaumenkuchen her.

Mitte August löst sich der Staat auf. Die Königin stirbt, nur ein paar Arbeiterinnen fliegen auf der Suche nach Nahrung aus. Das Nest bleibt leer - bis zur Besiedelung im nächsten Jahr. Dann wird es recycelt: gründlich zerkaut, mit Speichel vermischt - und wieder verbaut.

Stand: 05.08.2020, 12:00