Tief eintauchen ins Grüne – im urwüchsigen Wehbachtal

Das urwüchsige Wehbachtal

Tief eintauchen ins Grüne – im urwüchsigen Wehbachtal

Von Andrea Klasen

Es gibt sie noch, die stillen ruhigen Orte, die uns die hektische Welt vergessen lassen. Im Wehbachtal und im angrenzenden Hundsdrilltal zeigt uns die Natur die Schönheit und den Kreislauf des Lebens. Aufgetankt kommen wir nach einem Spaziergang wieder aus dem Wald heraus.

Tief eintauchen ins Grüne – Im urwüchsigen Wehbachtal

WDR 4 Spaziergang 13.07.2019 02:19 Min. Verfügbar bis 12.07.2020 WDR 4

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Das Wehbachtal mit dem benachbarten Hundsdrilltal zeigt uns verschiedene Gesichter des Waldes. Im einem alten Buchenbestand stehen wir mächtigen Bäumen gegenüber, auf dem "Hasenbahnhof" müssen wir nach dem richtigen Pfad suchen, und auf dem letzten Abschnitt des Spazierganges würde es uns nicht wundern, stände plötzlich der Maler Caspar David Friedrich mit Leinwand und Pinsel am Wegesrand. Denn romantischer kann ein Wald kaum sein.

Wandern wie in einem verwunschen Wald

Sechs Kilometer lang ist der Weg durch beide Täler. Wer nur einen Teil des Weges gehen will, kann die Route einkürzen. Zu empfehlen ist aber auf jeden Fall, das letzte Stück durchs Wehbachtal zu gehen, einem geradezu verwunschenen Wald. Wegmarkierungen gibt es nicht. Der Spaziergänger muss sich mit Karte oder Smartphone-Navigation orientieren. Kondition ist nötig, wenn man die gesamte Strecke läuft, ebenso festes Schuhwerk.

Im urwüchsigen Wehbachtal

Wer die Zivilisation für ein paar Stunden mal verlassen möchte und wirklich tief in einen ganz besonderen Wald eintauchen will, der ist im Wehbachtal und dem benachbarten Hundsdrilltal genau am richtigen Ort.

Das urwüchsige Wehbachtal

An manchen Stellen ist das Wehbachtal beinahe dschungelartig. Man verliert sich im Grün. Der Weg wird gesäumt von urwüchsigen Baumgestalten. Es ist ein tolles Gefühl, die Rinde solcher Bäume anzufassen.

An manchen Stellen ist das Wehbachtal beinahe dschungelartig. Man verliert sich im Grün. Der Weg wird gesäumt von urwüchsigen Baumgestalten. Es ist ein tolles Gefühl, die Rinde solcher Bäume anzufassen.

In diesem Mischwald sind vor allem die Eichen eindrucksvoll. Ihre schiefen Stämme machen deutlich, dass nicht nur gerade Wege nach oben führen.

In einem solchen Buchenwald mit teils 200 Jahre alten Bäumen, herrscht immer eine besondere Stimmung. Auf dieser Fläche darf der Wald so wachsen wie er will. Er wird nicht mehr bewirtschaftet.

"Totholz macht den Wald lebendig", sagen die Förster. Sie lassen hier abgestorbene Bäume stehen oder liegen, da sie für Käfer, andere Insekten und Spechte Lebensraum und Nahrungsquelle bedeuten. Pilze zersetzen den Totholzbaum und er dient als Humus der nachfolgenden Generation.

Man glaubt gar nicht, wie vielen Insekten die Rinde eines Totholzbaumes als Unterschlupf dient. Die Borke ist schon ganz brüchig, wenn man sie in die Hände nimmt.

Künstlich angelegte Tümpel liegen am Wegesrand. Mit etwas Glück kann man hier im Frühjahr Eisvögel beobachten. Im Moment jedoch halten sie sich an den größeren Flüssen, wie der Eder, auf, wo sie in Brutröhren an der Uferböschung ihre Küken ausbrüten und aufziehen.

Der Wehbach kreuzt unseren Weg. Viel Wasser führt er in diesem trockenen Sommer nicht. Ein größerer Schritt genügt, um ihn zu überwinden.

Manchmal lohnt es, den Blick zu heben, um in sattes Grün zu schauen.

Kleinere Mähwiesen sind im Wehbachtal auch zu sehen. Ideales Gebiet für Wildkatzen, die auf den Wiesen Mäuse jagen, und im angrenzenden dichten Wald Unterschlupf finden und derzeit ihre Jungen aufziehen.

Eine Kreuzung im Wald: "Hasenbahnhof" heißt diese Stelle, weil sich hier so viele Wege kreuzen wie Gleise auf einem Rangierbahnhof. Ob die Hasen immer richtig abbiegen?

Ausgangspunkt und Einkehr

Ausgangspunkt ist die Kronprinzenstraße an der B 62, zwischen Hilchenbach-Altenteich und Erndtebrück. Neben einer alten Scheune kann man parken, dann an der Weggabelung links gehen. Hinter der Bahnunterführung gelangt man dann ins Wehbachtal.

Einkehrmöglichkeiten gibt es in Hilchenbach oder Erndtebrück, wo besonders die Eisdiele "Dolomiti" im Ortskern zu empfehlen ist.

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Stand: 13.07.2019, 00:00