Netflix, Spotify und Co. im Test – wer streamt am familienfreundlichsten?

Ein Mensch hält ein Tablet mit Netflix Logo in der Hand

Netflix, Spotify und Co. im Test – wer streamt am familienfreundlichsten?

Von Nick von Przewoski

  • Portale bieten Pakete für Familien
  • Haken beim Account-Sharing stehen in den AGB
  • Anbieter wollen Missbrauch einschränken

Streamingdienste boomen. Mit einer wachsenden Zahl an Eigenproduktionen und einer größeren Auswahl an Musik und Filmen locken Netflix, Spotify und Co. immer mehr Nutzer in ihre Abonnements. Aber nicht jeder, der einen der Dienste nutzt, braucht einen eigenen Account: Die Abos lassen sich häufig teilen. Dennoch gibt es dabei einige wichtige Dinge zu beachten.

Spotify-Paket lässt Familie gleichzeitig Musik hören

Wer streamt am familienfreundlichsten?

WDR 2 Servicezeit 11.03.2019 03:42 Min. WDR 2

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Der Musik-Anbieter Spotify bietet verschiedene Pakete an. Auf den Standard-Account können theoretisch mehrere Personen zugreifen, jedoch kann immer nur ein User zur selben Zeit Musik abspielen. Andere Personen, die auf den Account zugreifen, können dann nur die Lieder auf ihrem Gerät zu hören, die sie zuvor heruntergeladen haben. Für Familien bietet der Musikriese ein Premium-Paket an. Gegen einen Aufpreis können sich sechs Personen einen Account teilen. Die einzige Bedingung ist, dass alle Nutzer unter derselben Adresse gemeldet sind.

Netflix punktet mit verschiedenen Modellen

Ein ähnliches Modell bietet der Streamingdienst Netflix an. Das günstigste Modell ist auf einen einzigen Nutzer ausgelegt. Beim Premium-Account können vier Personen gleichzeitig Filme und Serien schauen. Auch bei Netflix gilt: Alle Personen, die sich das Konto teilen, müssen im selben Haushalt leben. Probleme kann es nur geben, wenn alle vier Personen gleichzeitig Serien schauen wollen, weil alle Videos im hochauflösenden Ultra-HD gestreamt werden. Dafür ist eine stabile Internet-Leitung nötig.

Sky Ticket hat eine Sharing-Schranke

Ähnlich verhält es bei den Videos von Amazon Prime. Man kann „Mitglieder im Haus einladen“ und sich mit mehreren Personen gleichzeitig einloggen. Das Abonnement Sky Ticket hingegen lässt sich schwer teilen. Sobald eine Person eingeloggt ist, erscheint bei anderen Nutzern der Hinweis „Fehler bei gleichzeitiger Nutzung“.

Streamingdienste wollen Teilen von Accounts stärker kontrollieren

Was aber, wenn das Kind auszieht und sein Profil des Familien-Accounts weiterhin nutzt?

Für die Dienste ist ein solches unrechtmäßiges Teilen des Zugangs nur schwer zu verfolgen. Doch das könnte sich bald ändern. Eine britische Firma arbeitet an einer Künstlichen Intelligenz, die illegales Streamen anhand von Verhaltensmustern erkennen und den Standort der registrierten Geräte vergleichen soll. Wenn ein User auffliegt, könnte eine Schadenersatzforderung drohen. Sky Ticket hat bereits einen Strafkatalog in den AGB – er reicht vom doppelten Monatsbeitrag bis zu 2136 Euro.

Stand: 11.03.2019, 11:00