Wenig Vergnügen: Spielplätze in NRW

Spielplätze in NRW Markt 03.07.2019 07:21 Min. UT Verfügbar bis 03.07.2020 WDR

Wenig Vergnügen: Spielplätze in NRW

  • In welchen Zustand sind die Spielplätze in NRW?
  • WDR-Umfrage unter NRW-Kommunen
  • Aus Kostengründen werden Anlagen geschlossen
  • Große Unterschiede zwischen den Kommunen

Was viele Kommunen den Kindern als Spielplatz angeboten haben, war erschreckend: Kaputte Schaukeln, verwahrloste Rutschen und jede Menge wilder Müll. Das war das Ergebnis einer WDR-Recherche im Jahr 2014. Und was hat sich seitdem verändert? Wir haben nachgefragt.

Umfrage unter NRW-Kommunen

Der WDR wollte wissen: Wie wichtig ist es den Kommunen heute, den jüngsten Bürgern ausreichend Spielraum zur Verfügungen zu stellen. Wie hoch sind die Etats angesichts klammer Stadtkassen? Wie viele Spielplätze gibt es pro Einwohner und wer hat Areale stillgelegt?

Die interaktive Karte gibt einen Überblick über die Spielplätze in NRW. Mit einem Klick auf die bunten Flächen, bekommen Sie die detaillierten Angaben der Kommunen. Nicht jede hat mitgemacht, die grauen Flächen der Karte zeigen diejenigen Kommunen, die nicht geantwortet haben.

Die Datenlage

Die Daten wurden im Zuge einer Umfrage bei allen 396 Städten und Gemeinden in NRW im Mai und Juni 2019 gesammelt. Dabei wurden alle Kommunen angeschrieben und unter anderem um Angaben zur Anzahl der Spielplätze, der Zahl der Schließungen und dem verfügbaren Etat für Spielplätze gebeten.

Antworten erhielten wir von 198 Kommunen - also exakt der Hälfte aller Gemeinden. In diesen Kommunen leben etwas mehr als 12 Millionen Menschen, so dass die Angaben knapp 70 Prozent der Bevölkerung betreffen.

Kostentreiber Müll

Müll ist einer der größten Kostentreiber für den Unterhalt von Spielplätzen. Nach einem Wochenende quellen auf vielen Plätzen die Mülleimer über, Flaschen und Unrat finden sich reichlich. Die teure Entsorgung tragen die Kommunen.

Aber Abfall sei auch immer ein Zeichen dafür, das der Platz viel frequentiert werde. "Langweilige Plätze, die nicht zum Spielen und Aufhalten einladen, haben kein Müllproblem, weil hier niemand ist", sagt Ulrich Paulig, Spielplatzdesigner.

Teurer Unterhalt - Spielplätze geschlossen

Daneben gehen Wartung und Austausch von kaputten Geräten ins Geld. Das können sich viele klamme Kommunen nicht leisten. Die Folge: Statt Geräte auszutauschen rüsten Städte defekte Geräte lieber ein, manchmal über Jahre. Oder man macht die Spielplätze gleich ganz dicht, um Kosten zu sparen.

Kleine Gemeinden häufig stärker betroffen

Dabei fallen die Schließungen in kleinen Gemeinde deutlicher ins Gewicht. Dörentrup bei Lemgo hat beispielsweise 71 Prozent der Spielplätze geschlossen, fünf von gerade mal sieben. Köln und Dortmund haben keine Spielplätze aufgegeben. In Düsseldorf wurden elf Anlagen (heute: 435 Spielplätze) geschlossen, in Bonn 27 (heute: 331 Spielplätze).

Barrierearmer Spielplatz in Schwelm eröffnet 00:45 Min. Verfügbar bis 26.06.2020 Von Marc Sense für Lokalzeit Dortmund

Stand: 03.07.2019, 09:26