Spaziergang: Wacholderheide Gambach bei Burbach

Wacholderheide Gambach bei Burbach

Spaziergang: Wacholderheide Gambach bei Burbach

Von Andrea Klasen

Immer wieder breiten sich Teppiche aus blühendem Heidekraut vor uns aus, dazwischen Wacholdersträucher und knorrige Kiefern - das Naturschutzgebiet Gambach ist ein ganz besonderes Kleinod.

Wacholderheide Gambach bei Burbach

WDR 4 Spaziergang 29.08.2021 02:35 Min. Verfügbar bis 28.08.2022 WDR 4 Von Andrea Klasen


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Eine Landschaft wie im Bilderbuch

Ein Besuch der Heide lohnt sich natürlich ganzjährig, besonders schön ist es dort allerdings im August und Anfang September, wenn die Heide blüht. Der nasse Sommer lässt das Heidekraut in diesem Jahr noch üppiger erstrahlen. Zahlreiche Wacholdersträucher säumen unseren Weg, außerdem stattliche Kiefern und Solitärfichten.
Das Naturschutzgebiet (NSG) bei Burbach besteht aus drei Teilgebieten, die räumlich voneinander getrennt sind: Einmal die Wacholderheide Gambach, weiter südlich liegt das Naturschutzgebiet Hirtenwiese, auch eine Heide, außerdem die Gambacher Struth, wo sich die Quelle des Burbachs und ein Erlen-Birkenbruch befinden.

Flora-Fauna-Habitat

Durch einen Wanderweg erschlossen ist jedoch nur das NSG Gambach. Die drei Flächen gehören zum Vogelschutzgebiet "Wälder und Wiesen bei Burbach und Neunkirchen" und sind außerdem FFH-Gebiet, also auf europäischer Ebene geschützt. 
Das Naturschutzgebiet Gambach mit seiner Wacholderheide liegt an der L723 zwischen Burbach und Rennerod, in der Nähe des Siegerland-Flughafens. Der Westerwald ist nur noch einen Katzensprung entfernt. Feste, wasserdichte Schuhe sind nötig.

Die Schönheit des Spätsommers genießen: In der Wacholderheide Gambach bei Burbach

Bizarre Kiefern, knorrige Wacholdersträucher und dazwischen üppige Kissen aus rosa-violettem Heidekraut. In der Burbacher Wacholderheide Gambach tauchen wir in eine ganz besondere Landschaft, die fast mediterran wirkt.

Wacholderheide Gambach bei Burbach

In diesem Jahr blüht die Heide besonders schön. Sie profitiert vom feuchten Sommer. Das Heidekraut braucht sauren, nährstoffarmen Boden, um sich optimal entwickeln zu können. Umringt ist es von Wacholdersträuchern, die heutzutage selten sind im Siegerland und deshalb geschützt werden müssen.

In diesem Jahr blüht die Heide besonders schön. Sie profitiert vom feuchten Sommer. Das Heidekraut braucht sauren, nährstoffarmen Boden, um sich optimal entwickeln zu können. Umringt ist es von Wacholdersträuchern, die heutzutage selten sind im Siegerland und deshalb geschützt werden müssen.

Da der Wacholder langsam wächst, müssen regelmäßig andere Gehölze und Büsche entfernt werden. Sie würden ihn sonst überwuchern. Dabei helfen Schafe und vor allem Ziegen, denn die knabbern besonders gerne an Büschen und verhindern durch ihren Verbiss das Weiterwachsen von Sträuchern und kleinen Bäumen.

Die Heide ist eine vom Menschen geschaffene Kulturlandschaft. Seit Jahrhunderten dient sie Schäfern mit ihren Tieren als Weidefläche. Früher wurde die Heide auch abgestochen. Unter diesem "Plaggen" versteht man die Entfernung des Oberbodens samt der Vegetation und der Wurzelschicht. Dieser abgestochene Boden wurde vormals getrocknet und als Brennmaterial oder Einstreu verwendet.

Ende August sind die Beeren des Wacholders meist schon reif. Aus ihnen werden Gewürze und Gin hergestellt. Der Wacholder trägt den schönen lateinischen Namen Juniperus. Er gehört zur Familie der Zypressengewächse und versprüht irgendwie auch mediterranes Flair.

Am Wegesrand steht ein Insektenhotel. Mit Tipps der Biologischen Station Siegen-Wittgenstein. Denn die Insektenhotels, die wir in Baumärkten oder Gartencentern kaufen können, sehen zwar häufig schön aus, nützen aber den Tieren wenig. Wichtig ist, dass Vögel nichts herausziehen können, denn sonst wird das Hotel leicht zum Speisesaal.

Auch Kiefern sind in der Wacholderheide Gambach in Burbach zuhause. Mitunter sind sie bizarr und knorrig geformt.

Die Kiefern säumen den federnden Wiesenweg, der durch die Wacholderheide führt. Dieser Wiesenweg ist etwa einen halben Kilometer lang und mit markierten Pfählen ausgewiesen. Bitte bleiben Sie zum Schutz von Pflanzen und Tieren auf diesem Weg. Er führt auf einen befestigten Waldweg, auf dem man seinen Spaziergang fortsetzen kann.

So stattlich kann eine Fichte aussehen, wenn sie nicht eng gepflanzt in einer Monokultur steht. Zuhause ist die Fichte eigentlich in kühleren Bergregionen. Von der Forstwirtschaft wurde sie bevorzugt gepflanzt, weil sie schnell und gerade wächst und ihr Holz vielseitig verwertbar ist. Auch rund um die Wacholderheide sind viele Fichtenkulturen dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen.

Die Wacholderheide in Burbach ist Lebensraum für Vögel, die gerne auf offenen Flächen jagen, aber den Wald zum Nisten brauchen. Der Neuntöter etwa baut seine Nester gerne in Sträuchern. Auch der Raufußkauz und der Tannenhäher sind hier zuhause. In der Heide können wir auch zahlreiche Falterarten bestaunen. All diese Tiere profitieren vom Mosaik-Prinzip einer Heidelandschaft, das sich aus offenen Flächen, vereinzelten Bäumen und Wacholdersträuchern zusammensetzt.

In der Wacholderheide Gambach ist nicht nur das Heidekraut am Boden schön anzusehen; es lohnt sich auch, den Blick zu heben. Hinauf zu den Kronen der imposanten Bäume. Und darüber, weit oben, ziehen die Rotmilane ihre Kreise.

Anfahrt

L723 zwischen Burbach und Burbach-Lippe

Sie fahren aus Burbach kommend erst einmal an der Heide vorbei, und biegen dann links auf den Wanderparkplatz NSG Gambach ab. Achtung: Das blaue Hinweisschild ist klein, man fährt schnell daran vorbei.

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Stand: 26.08.2021, 10:49