Spaziergang auf dem Segensweg in Ergste

Über die großen Themen des Lebens nachdenken – auf dem Segensweg in Ergste

Stand: 09.12.2021, 13:53 Uhr

Laufen und nachdenken – eine ideale Kombination, denn am Ende des Weges haben wir meist Antworten gefunden. Auf dem Segensweg in Ergste inspirieren uns dabei Kunstwerke und Bibelworte. Ein spannender Weg, der besonders reizvoll ist, wenn wir am Ende eines Jahres zurückschauen möchten.

Von Andrea Klasen

Über die großen Themen des Lebens nachdenken – auf dem Segensweg

WDR 4 Spaziergang 12.12.2021 02:27 Min. Verfügbar bis 11.12.2022 WDR 4 Von Andrea Klasen


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Der zwölf Kilometer lange Segensweg verbindet zwölf Stationen miteinander. Die Zwölf spielt auf die Zahl der Apostel an. Heimische Künstler haben sich vom jeweiligen Ort der Station und/oder Worten aus der Bibel inspirieren lassen, um ein Kunstwerk zu schaffen, das man anfassen kann. Das im Leben steht. Denn die Idee des Segensweges ist es, Glauben wieder spürbar und fühlbar zu machen, ihn in unseren Alltag zu transferieren.

Tolle Ausblicke und plätschernde Bäche

Die zwölf Stationen liegen in und rund um Ergste und können beliebig miteinander verbunden werden. Mal führt der Weg in den alten Dorfkern, dann aus dem Ort hinaus, wo wir guttuende Weite zwischen Wiesen und Feldern spüren. Mal plätschert ein Bach neben uns her und mal sind wir hoch über Ergste und genießen tolle Ausblicke.
Im weitesten Sinne soll der Segensweg ein Pilgerweg sein, der unseren Alltag kreuzt.
Der Segensweg ist für jedermann begehbar, da entweder asphaltiert oder befestigt. Auch für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen ist er sehr gut geeignet.

Wer den Segensweg im Sommer geht - unbedingt Badesachen einpacken und noch eine Runde im Elsebad schwimmen. Eines der schönsten Freibäder der Region.

Zurückschauen auf das Jahr – auf dem Segensweg in Ergste

Inne halten, das Tempo drosseln, das tun wir gerne am Ende eines Jahres, um uns zu sortieren, mit Dingen abzuschließen und neue ins Auge zu fassen. Der Segensweg in Ergste kann uns dabei Denkanstöße geben.

Spaziergang auf dem Segensweg in Ergste

Inmitten von Getreidefeldern liegt die Station "Unser tägliches Brot". Der Künstler Ludger Schüttert hat die Gebetszeile aus dem "Vaterunser" in den Mühlstein gemeißelt. Für viele Menschen auf unserer überbevölkerten Erde ist dieser Ausspruch nicht bloß irgendein Satz, sondern der flehende Wunsch, genug zu essen zu haben. Für viele Mitmenschen, auch in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, ist das tägliche Brot keine Selbstverständlichkeit.

Inmitten von Getreidefeldern liegt die Station "Unser tägliches Brot". Der Künstler Ludger Schüttert hat die Gebetszeile aus dem "Vaterunser" in den Mühlstein gemeißelt. Für viele Menschen auf unserer überbevölkerten Erde ist dieser Ausspruch nicht bloß irgendein Satz, sondern der flehende Wunsch, genug zu essen zu haben. Für viele Mitmenschen, auch in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, ist das tägliche Brot keine Selbstverständlichkeit.

Im Frühling und im Sommer stellen Ergster regelmäßig Blumen auf den Mühlstein. Als Dankeschön. Der Segensweg führt an insgesamt zwölf Stationen vorbei. Eine Anspielung auf die zwölf Apostel. Von Station zu Station gehend, kann man über den jeweiligen Bibelspruch, der den Künstler inspiriert hat, nachdenken.

Die Johannis-Stiftung der Evangelischen Kirchengemeinde Ergste hat den Segensweg initiiert und heimische Künstler gebeten, ihren christlichen Glauben darzustellen. Am Ergster Bahnhof befindet sich die Segensweg-Station: "Schatzkarten" von der Künstlerin Simone Rynk.

Die Linien erinnern an eine Schatzkarte oder an ein Labyrinth, an Lebenslinien, angebracht an einem Bahnhofsgebäude. Von Bahnhöfen aus starten wir unsere Reisen, machen uns auf den Weg. Und was ist Leben anderes als unterwegs sein? Hier taucht die Frage auf: Wohin will ich eigentlich? Birgt das Leben auch für mich Schätze? – Vielleicht bedeutet Leben der eigenen Schatzkarte zu folgen.

Das Bürgerbad "Elsebad" in Ergste ist eine Institution, über die Stadtgrenze hinaus. Gehegt und liebevoll gepflegt von Ehrenamtlern. Vorbei am Elsebad fließt der Elsebach. Als das Team des Freibads gefragt wird, ob es eine Station des Segensweges gestalten möchte, steht schnell fest: Klar, aber die muss mit Wasser zu tun haben!

Ein bisschen erinnert die Station "Wasser des Lebens" an ein Amphitheater in Miniaturformat. Die Ruhrsandsteine am Elsebach laden zum Hinsetzen, zum Verweilen ein. Jedes Jahr an Pfingstmontag finden hier sogar Taufen statt. Immer ein ganz besonderes Ereignis.

Als die Künstlerin Andrea Schütte auf der Suche nach einem Ort für ihr Kunstwerk ist, fühlt sie sich vom Sportplatz in Ergste sofort angesprochen. Die Worte "Leistung", "Ehrgeiz", "Eitelkeit", "Sponsoren", "Geld" und "Doping" gehen ihr durch den Kopf. Ist nicht auch die Sportwelt voller Verführungen? So wie der pralle Apfel aus dem Garten Eden? Andrea Schüttes "Baum der Erkenntnis" steht am Rande des Parkplatzes und stellt uns die Frage: Wann gerate ich denn in Versuchung?

Der Segensweg führt durch den Ergster Ortskern und vorbei an Wiesen und Feldern, die den Schwerter Stadtteil umgeben. Ländlich ist es hier. Wir bewegen uns zwischen Einsamkeit und Häusersiedlungen. Die große Eiche, unter der sich die Station "Unser tägliches Brot" befindet, ist ein markanter Punkt in der Landschaft.

Die Feuerwehr Ergste befindet sich mitten im Ort. Als der Ergster Künstler Holger Hülsmeyer den Auftrag bekommt, die zwölfte Segensweg-Station an der Feuerwache zu konzipieren, kommt ihm sofort das Andreaskreuz in den Sinn. Es mahnt uns zur Vorsicht. "Zuversicht" heißt diese Station.

Die Gesichter der ins Eichenholz geschnitzten Menschen auf dem Kreuz durchleben verschiedene Gefühlslagen. An dieser Station kommt die Frage auf: Auf wen kann ich mich verlassen, wenn ich in Not gerate?

Startpunkt für den Segensweg kann der Ergster Bahnhof sein:

Bahnhof Ergste
Bürenbrucher Weg 1a
58239 Schwerte-Ergste

Mehr Infos und Kartenmaterial unter

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