Ostfriedhof Dortmund

Dortmunder Ostfriedhof – Wie im Himmel so auf Erden

Stand: 29.10.2021, 10:13 Uhr

Der Ostfriedhof in Dortmund mit seinen verwunschenen mit Efeu bewachsenen Grabmälern ist der Spiegel einer glorreichen Zeit – und lädt zu einem Spaziergang, wie durch einen Park aus dem vorherigen Jahrhundert ein:

Von Claudia Kracht

Dortmunder Ostfriedhof – Wie im Himmel so auf Erden

WDR 4 Spaziergang 01.11.2021 02:19 Min. Verfügbar bis 30.10.2022 WDR 4 Von Claudia Kracht


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Mystisch, verzaubert, unnahbar - zum Sterben schön

Wer den Ostfriedhof in Dortmund durch das geschmiedete Eingangstor betritt, unter riesigen Platanen und Buchen hindurch läuft, dem begegnen bald Namen, die in Dortmund große Wirtschafts- und Stadtgeschichte geschrieben haben. Stahlkocher, Bierbrauer, Buchverleger und Bergbaupioniere sind hier begraben - zwischen uralten Bäumen, unter pompösen Grabmalen mit Figuren und Reliefs in einer geheimnissvollen Atmosphäre.

Henriette Davidis

Zum Beispiel Henriette Davidis, die berühmteste Kochbuchautorin Deutschlands starb 1876, im Gründungsjahr des Friedhofs. Ihr „Praktisches Kochbuch“ gehörte im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert zur Grundausstattung vieler Haushalte. Durch sie  wurde der Satz „Man nehme…“ populär, mit dem bis heute viele Rezepte eingeleitet werden.

Zum Beispiel Henriette Davidis, die berühmteste Kochbuchautorin Deutschlands starb 1876, im Gründungsjahr des Friedhofs. Ihr „Praktisches Kochbuch“ gehörte im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert zur Grundausstattung vieler Haushalte. Durch sie  wurde der Satz „Man nehme…“ populär, mit dem bis heute viele Rezepte eingeleitet werden.

Uralte Platanen , Eichen und Buchen wachsen hier, wie dieses Naturdenkmal, eine Ahornblättrige Platane, gepflanzt 1874, mit einem Stammumfang von ca. 470 cm und einer Höhe von rund 25 Metern.

"Hier ruht unser liebes Töchterchen Carola Lützeler", steht in altdeutscher Schrift auf der oval eingefassten Grabinschrift. Ein kleiner, steinerner Lockenkopf hockt auf dem Sockel über der Inschrift, mit Schmollmund blickt das Mädchen leicht gen Himmel. Dieses Grab und das steinerne Kind sind weit über 100 Jahre alt.

Die Grabstätte der Familie Louis Bäumer, einem Holzhändler aus Lünen ragt unter den monumental und aufwändig gestalteten ganz besonders hervor. Die imposanten Schmiedearbeiten mit unzähligen floralen und figürlichen Motiven sind ein Meisterwerk der Handwerkskunst.

Die Grabstätte der Familie Wilhelm Brügmann ist eine der größten auf dem Ostfriedhof, mit 22 Grabstellen, und zwar nicht für Erdbestattungen, sondern in einer Kellergruft.

Nirgendwo sonst findet man ein so breites Spektrum an Figuren, Reliefs oder Stelen wie auf den Gräbern der Vorfahren.

Die kleine Oase inmitten des Friedhofs ist neben vielen anderen Bänken ein Plätzchen zum Ausruhen.

An der Art der Grabmahle lassen sich die Gestaltungsvorlieben quer durch die Jahrhunderte ablesen – von beeindruckenden Grabanlagen des Barocks über die nüchternen Gräberreihen der Nachkriegszeit bis hin zu den schlichteren Gedenksteinen der Gegenwart. 

Adresse:

Ostfriedhof
44143 Dortmund
Robert-Koch-Straße 35
0231-50-11600

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