Unterwegs auf der Rothaarsteig-Spur im Ilsebachtal

Mal abseits des Rothaarsteigs unterwegs sein - auf dem Ilsetalpfad bei Feudingen

Unterwegs auf der Rothaarsteig-Spur im Ilsebachtal

Von Andrea Klasen

Wer malerische Natur abseits des Rothaarsteigs kennenlernen will, der ist auf den Rothaarsteig-Spuren gut aufgehoben. Elf davon gibt es mittlerweile. Eine von ihnen ist der Ilsetalpfad bei Feudingen im Wittgensteiner Land.

Wandern auf der Rothaarsteig-Spur im Ilsebachtal

WDR 4 Spaziergang 16.08.2020 02:17 Min. Verfügbar bis 15.08.2021 WDR 4 Von Andrea Klasen


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Das Ilsebachtal ist wirklich ein besonderes Fleckchen Erde. Das Kleinod fängt gleich hinter Feudingen an und bietet eine romantische und urwüchsige Natur.

Zuerst wird der Wanderer von der Ilse begleitet, dann wechselt er das Bachtal und wird flankiert vom Weidelbach. Geht man erst auf schmalen Pfaden unter Baumtunneln hindurch, gelangt man über einen Forstweg zum Weidelbacher Weiher. An diesem malerischen Gewässer lohnt sich eine Pause.

Weiter geht es hinauf durch einen beeindruckenden Hohlweg, der früher als Handelsweg zwischen Feudingen und dem Siegerland diente. Wie durch eine Wanne läuft man hindurch.

Gleich dahinter liegt die Bettelmannsbuche. Ein einst stattlicher Baum, der einem Sturm weichen musste; es steht nur noch ein kurzer Überrest seines Stammes. Um diesen herum hat man eine Schutzhütte gebaut.

Das Schöne an den Rothaarsteig-Spuren ist, dass man die Wanderung beliebig verlängern oder verkürzen kann. Die Spuren sind zwischen sechs und sechzehn Kilometern lang.

Also auch für Familien mit Kindern geeignet.

Mal abseits des Rothaarsteigs unterwegs sein - auf dem Ilsetalpfad bei Feudingen

"Umwege verbessern die Ortskenntnis", sagt ein asiatisches Sprichwort. Und genau so ist es. Die sogenannten "Rothaarsteig-Spuren" sind entstanden, weil man Wanderern die sehenswerten Seitenwege links und rechts des großen Fernwanderweges zeigen will.

Mal abseits des Rothaarsteigs unterwegs sein - auf dem Ilsetalpfad bei Feudingen

Eine der Rothaarsteig-Spuren ist der Ilsetalpfad bei Feudingen im Wittgensteiner Land. Eine traumhafte Route durch ein verwunschenes enges Tal, in dem der Wanderer von der Ilse begleitet wird. Sie entspringt weiter oben in Heiligenborn. Wie der Name schon sagt, war diese Quelle vormals eine heilige Quelle. Die Ilse fließt mit viel Gefälle hinab ins Tal, um kurz darauf in Feudingen in die Lahn zu münden.

Eine der Rothaarsteig-Spuren ist der Ilsetalpfad bei Feudingen im Wittgensteiner Land. Eine traumhafte Route durch ein verwunschenes enges Tal, in dem der Wanderer von der Ilse begleitet wird. Sie entspringt weiter oben in Heiligenborn. Wie der Name schon sagt, war diese Quelle vormals eine heilige Quelle. Die Ilse fließt mit viel Gefälle hinab ins Tal, um kurz darauf in Feudingen in die Lahn zu münden.

Das weiße liegende "R" auf schwarzem Grund ist das Wegezeichen der insgesamt elf Rothaarsteig-Spuren. Diese Spuren sind auch deshalb entstanden, um Touren anzubieten, die man als Spaziergang oder Tagestour angehen kann. Die Rothaarsteig-Spuren sind zwischen sechs und sechzehn Kilometern lang.

Der Ilsetalpfad führt über schmale Pfade, die Bäume bilden ein grünes Dach über unseren Köpfen. „In der Ilse“, so nennen die Einheimischen dieses Flusstal, kommt man ganz zu sich. Man sollte sich Zeit nehmen, um die Natur mit allen Sinnen aufzunehmen. Im Ilsetal ist es still, urig, verträumt und der Weg bietet auch an heißen Tagen kühlen Schatten.

Am Wegesrand ein morscher Baumstamm. Er darf stehenbleiben, weil er wichtiger Lebensraum für Insekten und andere Tiere ist. Bäume, die in Stürmen fallen, werden zwar vom Weg entfernt, bleiben aber am Wegesrand liegen. So erlebt der Spaziergänger das Prinzip von Werden und Vergehen. 

Der Ilsetalpfad führt an Wiesen entlang, wo noch Kräuter wachsen. Hier wiegt sich das wohlriechende Mädesüß im Wind. Die Luft ist erfüllt vom Brummen der Insekten. Im Ilsetal kann man wirklich abschalten und sich ganz den Geräuschen und Gerüchen des Sommers hingeben.

Am besten wäre es wohl, man liefe den Ilsetalpfad barfuß. Die Untergründe sind vielerorts weich und federnd, durchzogen mit Wurzeln. Die Nadelbäume verbreiten ihren süßlichen Harzduft.

Und immer wieder weite Wiesen. In der Dämmerung äsen hier Rehe, Füchse jagen Mäuse und es breitet sich eine wohltuende Stille aus. „Man sollte einen Wanderweg zu jeder Tageszeit mal gelaufen sein“, hat mir einmal ein Wandergefährte gesagt. Wie recht er hat.

Überlebenskünstlern begegnet man vor allem auch in der Natur. Diese Fichte hat einen erst einmal unwirtlich anmutenden Standort gewählt. Doch er scheint ihr zu genügen. Ein trockener Sommer kann dieser Fichte jedenfalls nichts anhaben.

Verlässt man das Ilsetal und folgt weiter dem Weidelbach, kommt man an den Weidelbacher Weiher. Ein wirkliches Kleinod mitten im Wald. Die Seerosen blühen, auf ihren Blättern ruhen die Frösche und die Enten ziehen ihre Bahnen. Seinerzeit hatte ein Förster diesen Weiher angelegt. An seinem Lieblingsort im Feudinger Wald.

Ein weiteres Highlight des Ilsetalpfades ist dieser Hohlweg. Ein alter Handelsweg zwischen Feudingen und dem Siegerland, auf dem die Fuhrleute mit einspännigen Karren Eisenerze und Holzkohle transportierten. 2016 ist dieser wahrscheinlich mittelalterliche Hohlweg in die Liste der Bodendenkmäler aufgenommen worden.

Anfahrt Ilsetalpfad:

Von 57334 Bad Laasphe-Feudingen aus Richtung Heiligenborn fahren.
Gleich hinter dem Feudinger Ortsausgang befindet sich ein Wanderparkplatz.
Von dort ein kurzes Stück an der Straße entlang laufen und vor der Brücke links auf den Weg einschwenken.

Der Ilsetalpfad ist mit einem weißen auf dem Rücken liegenden "R" auf schwarzem Grund gekennzeichnet.

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten findet der Spaziergänger im Ort Feudingen oder in Glashütte

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Stand: 14.08.2020, 11:34