Spaziergang auf die Halde Rungenberg in Gelsenkirchen

Spaziergang auf die Halde Rungenberg in Gelsenkirchen

Stand: 03.11.2021, 14:11 Uhr

Ruhrpott-Romantik, Natur und Kunst – das bietet die Halde Rungenberg in Gelsenkirchen. Mit ihren zwei begehbaren Gipfelpyramiden bietet sie außerdem zwei Möglichkeiten für einen Aufstieg.

Von Ulrike Modrow

Spaziergang auf die Halde Rungenberg in Gelsenkirchen

WDR 4 Spaziergang 07.11.2021 02:22 Min. Verfügbar bis 06.11.2022 WDR 4 Von Modrow Ulrike


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Gelsenkirchen: Halde Rungenberg – Ruhrpott-Romantik zum Erholen

Die zum Naherholungsgebiet ausgebaute Bergehalde Rungenberg ist eine der grünsten und noch dazu eine der höchsten im Ruhrgebiet. Sie ist entstanden durch Abraum der nahegelegenen Zeche Hugo und erhebt sich bis auf 115 Meter über dem Meeresspiegel und fast 70 Meter über dem Umland in die Höhe.

Spaziergang auf die Halde Rungenberg in Gelsenkirchen

Auf dem Haldengipfel befindet sich die Kunstinstallation "Nachtzeichen": Zwei meterhohe rostige Spiegelscheinwerfer leuchten in der Nacht und vervollständigen mit ihren Lichtstrahlen das Bild einer imaginären Pyramide.

Auf dem Haldengipfel befindet sich die Kunstinstallation "Nachtzeichen": Zwei meterhohe rostige Spiegelscheinwerfer leuchten in der Nacht und vervollständigen mit ihren Lichtstrahlen das Bild einer imaginären Pyramide.

Am Fuß der Halde muss man sich entscheiden, wie man den Spaziergang bis zum Gipfel gestaltet – direkt und sehr (!!!) sportlich über eine Treppe oder langsam und gemächlich in Serpentinen um die Halde herum …

Für den Gipfelaufstieg über die Treppe braucht es eine gute Atemkondition: Genau 298 Stufen gilt es zu bewältigen.

Weniger steil schlängeln sich mehrere Spazierwege in Serpentinen Richtung Haldengipfel.

Auf den ersten Blick ist es nicht mehr zu erkennen, aber die Halde besteht aus Bergbauabraum. Auch dieses Kohlestückchen stammt aus dem einstigen Betrieb der Zeche Hugo nebenan.

Der Weg streift das einstige Zechengelände, im Jahr 2000 wurde die Zeche Hugo stillgelegt. Einer Initiative ehemaliger Bergleute ist es zu verdanken, dass ein Teil der Übertageanlagen als Industriedenkmal vor dem Abriss bewahrt werden konnte, wie dieser Förderturm von Schacht II.

Ob tagsüber oder nachts beleuchtet – der Förderturm ist ein weithin sichtbares Symbol der Heimatgeschichte. Heute dient er unter anderem als Veranstaltungsort und Museum.

Auf dem Weg zum Haldengipfel laden immer wieder Bänke zum Verweilen und Schauen ein.

Kunst am Wegesrand – das sogenannte "Schienenplateau". Hier wurden rostige Bahnschienen in einer elliptischen Fläche waagerecht in einem Muster angeordnet.

Die alten Schienen sollen die Kilometer an Gleisen veranschaulichen, die im Ruhrgebiet einst für den Kohle- und Stahltransport verlegt wurden.

Der Haldengipfel rückt näher; er besteht aus dunklem Abraum, der sich deutlich von der herbstlich-bunten Haldenlandschaft absetzt.

Die Haldenspitze besteht aus zwei begehbaren Pyramiden, jeweils gekrönt durch meterhohe Lichtstrahler.

Der Name ist Programm – die Kunstinstallation "Nachtzeichen" in der Dunkelheit. Die leuchtenden Strahler der beiden meterhohen Spiegelscheinwerfer treffen sich dann in der Mitte und vervollständigen das Bild der imaginären Gipfel-Pyramide.

Spektakulärer Blick vom Gipfel über die grüne Haldenlandschaft und das Ruhrgebiet.

70 Meter über der Großstadt reicht der Ausblick weit über das Revier. Bei gutem Wetter sind die Ausläufer des Sauerlands, die Skyline der Stadt Essen und viele weitere Halden der Region zu sehen.

Anfahrt:

Adresse fürs Navi: Holthauser Straße (Schüngelbergsiedlung) oder Schaffrathstraße in Gelsenkirchen

A2 bis Ausfahrt 6 Gelsenkirchen-Buer. Links abbiegen (zweite Ausfahrt) und auf der K4 Emil-Zimmermann-Allee geradeaus bis zur T-Kreuzung. Dort rechts den Beschilderungen auf die Horster Straße folgen. Nach ca. 900m hinter der Straßenbahnhaltestelle Hugostraße links abbiegen in die Schüngelbergstraße. Die erste hinter der kleinen Brücke links abbiegen in die Ostfalenstraße. Am Ende rechts in die Holthauser Straße. Hier nach Parkmöglichkeiten am Rand Ausschau halten, denn hier befindet sich der Treppenzugang zur Halde.

Alternativ von der Emil-Zimmermann-Allee nicht rechts, sondern links auf die Horster Straße. Unter der Autobahn durch und nach ca. 450 m rechts abbiegen in die Braukämperstraße. Nach 700 m im Kreisverkehr rechts abbiegen in die Rungenbergstraße. Über die Autobahn fahren. Hinter der Brücke rechts in der Verlängerung der Schaffrathstraße oder links in der Schaffrathstraße parken. Hier befindet sich der Südwestzugang ohne Treppe.

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