Auf der Spur der Römer

Auf der Spur der Römer – Ein Spaziergang auf dem archäologischen Lehrpfad Oberaden in Bergkamen

Auf der Spur der Römer

Von Ulrike Modrow

Freunde von Asterix-Comics kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten: Auf dem archäologischen Lehrpfad rund um den Römerberg-Wald in Bergkamen. Hier gab es im Jahr 11 vor Christus eine riesige römische Militärstadt; die bedeutendste militärische Anlage im Germanien dieser Zeit. Auf einem Rundweg mit 15 Infotafeln kann man auf Zeitreise und Spurensuche gehen.

Auf der Spur der Römer

WDR 4 Spaziergang 15.12.2019 02:29 Min. Verfügbar bis 13.12.2020 WDR 4

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Ein Spaziergang auf dem archäologischen Lehrpfad Oberaden in Bergkamen

Etwa 11 vor Christus befand sich im heutigen Bergkamener Ortsteil Oberaden das größte Römerlager nördlich der Alpen. Gegründet wurde es vom römischen Heerführer und Statthalter Galliens Nero Claudio Drusus (Stiefsohn von Kaiser Augustus) im Zuge der Gemanien-Feldzüge. Ungefähr 30.000 Römer lebten hier – in einem Lager ca. 70 Fußballfelder groß, umzäunt von einem Befestigungswall mit schwer bewachten Toren.

Auf der Spur der Römer – Ein Spaziergang auf dem archäologischen Lehrpfad Oberaden in Bergkamen

Ein archäologischer Lehrpfad führt auf drei Kilometern rund um den Römerberg-Wald und das einstige Römerlager und veranschaulicht seine Dimensionen – u.a. kann man dabei diese begehbare römische Schutzmauer erkunden. Sie ist ein rekonstruiertes Teilstück der imposanten Befestigungsanlage, die einst das ganze Lager umschlossen hat.

Ein archäologischer Lehrpfad führt auf drei Kilometern rund um den Römerberg-Wald und das einstige Römerlager und veranschaulicht seine Dimensionen – u.a. kann man dabei diese begehbare römische Schutzmauer erkunden. Sie ist ein rekonstruiertes Teilstück der imposanten Befestigungsanlage, die einst das ganze Lager umschlossen hat.

Der Rundweg beginnt und endet direkt am Stadtmuseum Bergkamen. Hier kann man sein Wissen über die römische Geschichte der Region anschließend auch weiter vertiefen.

Durch das Osttor geht es auf das Gelände des einstigen Römerlagers – heute steht anstelle der schwer bewachten Toranlage nur noch ein Hinweisschild, das Aufbau und Funktion erläutert.

Kurz darauf erreicht man eine weitere Info-Tafel. Sie erklärt, dass sich an dieser Stelle einst die Latrinenanlagen der Römer-Stadt befanden. Der Toilettengang war seinerzeit eine gesellige Angelegenheit – man machte dort „sein Geschäft“ im wahrsten Sinn des Wortes, also schloss Kaufverträge und dergleichen ab.

Die römische Schwurhand weist den Weg. Immer wieder flankiert der rote Fingerzeig den Lehrpfad.

Eine nachgestellte germanische Viehtränke. Diese Station erzählt vom Leben der germanischen Bauern, die eigentlich in der Region lebten und von den Römern unterworfen wurden.

Ein Mini-Freilichtmuseum – das begehbare, rund 30 Meter lange, rekonstruierte Teilstück der Befestigungsanlage. So ein Schutzwall aus Holz und Erde, mit Wehrgängen und den typischen Wachtürmen umschloss damals auf drei Kilometern Länge das gesamte Lager.

Durch den Wald geht es zum nahen Nordtor. Wer genau hinschaut, erkennt im Boden noch die Gruben und Löcher der Archäologen, die die Fundstelle vor rund 100 Jahren untersucht haben.

Im dichten Gebüsch erfährt man an dieser Station, dass man sich eigentlich inmitten eines Wohnhauses befindet. Sehr luxuriös wohnte hier – wie Möbelfunde belegen – ein Centurio, ein Truppenführer. Die einfachen Soldaten lebten dagegen auf engstem Raum in schäbigen Baracken.

Am höchsten Punkt des Römerberges: Hier durften nur die Wohlhabendsten bauen – sie lebten in imposanten Atriumhäusern und palastähnlichen Stadtvillen.

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Öffnungszeiten des Stadtmuseums Bergkamen:
Dienstag bis Freitag von 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr
Samstag von 14 bis 17 Uhr und Sonntag von 11 bis 18 Uhr

Anfahrt:

Anreise mit dem Auto: A2 bis zur Ausfahrt 15 Kamen/ Bergkamen. Rechts abbiegen auf die B61 Lünener Straße Richtung Lünen. Nach ca. 2 km wird Oberaden erreicht. An der Ampel rechts in die Jahnstraße (Beschilderung Stadtmuseum). Hinter dem Lebensmitteldiscounter links abbiegen und auf den Parkplatz vom Museum fahren.
Zieleingabe ins Navigationssystem: Jahnstraße 31/ Museumsplatz in Bergkamen
Anreise mit ÖPNV: Von Lünen Hbf. mit dem Schnellbus S20 Richtung Hamm/ Quellenstraße bis Museumsplatz Oberaden. Die Fahrtzeit beträgt etwa eine Viertelstunde. Die Haltestelle befindet sich direkt am Stadtmuseum.

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Stand: 05.12.2019, 11:20