Wandern auf dem "Seelenpfad" im Rothaargebirge

Wandern auf dem "Seelenpfad" im Rothaargebirge

Wandern auf dem "Seelenpfad" im Rothaargebirge

Von Andrea Klasen

Der "Seelenpfad" im Rothaargebirge, in der Nähe des Forsthauses Hohenroth bei Netphen, lädt ein, die hektische Alltagswelt einmal zu verlassen und in die Stille des Waldes einzutauchen. Gerade in der Zeit zwischen den Jahren ist der Wald ein guter Ort, um Rückschau zu halten und über Zukünftiges nachzudenken. Der "Seelenpfad" bietet Texte, die uns dabei literarisch begleiten.

Eine Auszeit im Wald

Der "Seelenpfad" liegt in einem Waldstück des Forstamtes Siegen-Wittgenstein zwischen Lützel und Benfe. Er ist ein schmaler Weg, der besonders im Winter eine besondere Magie besitzt. Dann, wenn der Schnee alle Geräusche schluckt und es vollkommen still ist.

Wandern auf dem "Seelenpfad" im Rothaargebirge

Knirschender Schnee unter den Schuhen, klare Luft und weit und breit nur Wälder. Auf dem "Seelenpfad" sind wir inmitten einer unberührten Natur: Etwa vier Kilometer schlängelt sich der "Seelenpfad" durch einen 60 Hektar großen unberührten Wald, der nicht durchforstet wird, aus dem kein Holz geerntet wird und wo Bäume alt werden dürfen.

Knirschender Schnee unter den Schuhen, klare Luft und weit und breit nur Wälder. Auf dem "Seelenpfad" sind wir inmitten einer unberührten Natur: Etwa vier Kilometer schlängelt sich der "Seelenpfad" durch einen 60 Hektar großen unberührten Wald, der nicht durchforstet wird, aus dem kein Holz geerntet wird und wo Bäume alt werden dürfen.

Literarische Texte begleiten uns. Schließlich waren und sind viele Schriftsteller und Dichter auch passionierte Waldläufer. Auf Tafeln, die an den Bäumen angebracht sind, finden wir Gedanken und Gedichte von Rainer Maria Rilke, Peter Rosegger, Paul Claudel, Hermann Hesse oder Robert Musil, die ausdrücken, was der Wald sein kann: ein Kraftort, wo wir auftanken können.

Der Einstieg des "Seelenpfades". Man findet ihn nicht gleich. Doch irgendwann taucht plötzlich der Torbogen vor uns auf und wir betreten eine andere Welt. Auf dem "Seelenpfad" können wir viel über den Kreislauf des Lebens erfahren. Rechts und links des Pfades darf alles geschehen; umgestürzte Bäume bleiben liegen und fungieren als Totholz, und zwischen den alten Nadel- und Laubbäumen wächst bereits der selbst ausgesähte Nachwuchs.

Kleine unscheinbare Zaunpfähle weisen uns den Weg durch den "Seelenpfad". Man sieht sie nicht immer gleich. Aber es ist wie im Leben – man sollte dem Weg vertrauen. Das schärft unsere Sinne und unsere Aufmerksamkeit. Manchmal verliert man auf dem "Seelenpfad" auch kurz die Orientierung. Aber ist das nicht wie im Leben? Der "Seelenpfad" lehrt uns, dann nach Wegzeichen Ausschau zu halten und weiterzugehen.

Der "Seelenpfad" schärft die Sinne. Wir achten wieder auf die kleinen Dinge am Wegesrand. Hier die Borke einer alten Douglasie, die weich wie Kork ist, und sich herrlich fluffig anfühlt.

Mitten im Wald ein Tor ohne Zaun. "Wenn man in einen Wald eintritt, so ist es, als trete man in das Innere einer Seele", sagt der Dichter Paul Claudel.

Aus den Mischwäldern kommend gelangt der Spazierende über Stege in den Birkenbruch im Bereich der Ederquelle, die an den "Seelenpfad" angrenzt. "Wer zur Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen", sagt ein Sprichwort.

Die Idee zum "Seelenpfad" hatte übrigens ein kleines Mädchen. Als Forstdirektor Diethard Altrogge vor 14 Jahren Urlaub mit seiner damals 8-jährigen Tochter Greta im bayrischen Wald machte, und sie auf dem "Seelensteig" von Horst Stern unterwegs waren, kam seiner Tochter die Idee, einen solchen "Seelenpfad" auch in ihrem Wald zu schaffen. Zurück in der Heimat zog Greta mit einer Sprühdose los, und kennzeichnete für die Waldarbeiter einen Weg, den sie dann behutsam freischnitten.

Wandern auf dem "Seelenpfad" im Rothaargebirge

WDR 4 Spaziergang | 24.12.2017 | 02:55 Min.

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Adresse

Der "Seelenpfad" liegt in der Nähe des Forsthauses Hohenroth / Ederquelle.
Forsthaus Hohenroth
57250 Netphen

Anfahrt

Von Siegen oder Hilchenbach kommend:
In Richtung Bad Berleburg / Erndtebrück (B62) fahren, kurz vor Lützel rechts auf die L722 (Eisenstrasse) Richtung Hainchen abbiegen.
Nach ca. 5 km erreicht man den Parkplatz auf der linken Seite. Rechts geht es zum Forsthaus Hohenroth, wir biegen aber links ab und parken auf dem Parkplatz "Ederquelle".

Von Bad Berleburg / Erndtebrück kommend:
Auf der B62 in Erndtebrück am Kreisverkehr Richtung Benfe abbiegen, durch Benfe fahren, an der Kreuzung im Wald rechts abbiegen, auf die L722 (Eisenstrasse) Richtung Lützel. Nach ca. 2 km erreicht man den Parkplatz "Ederquelle" rechts liegend. Auf gleicher Höhe ginge es links zum Forsthaus Hohenroth. Wir aber biegen hier rechts ab. 

Nützliche Informationen

Der Einstieg in den "Seelenpfad" ist nicht gleich zu finden. Am besten orientiert man sich an den Erklärtafeln, die am Rande des Parkplatzes stehen. Von dort geht man links runter in den Wald hinein. Ein schmaler Pfad mit den Zaunpfählen als Wegweiser führt uns zum Torbogen, zum Einstieg des "Seelenpfades".

Wer den "Seelenpfad" geht, sollte feste Schuhe tragen und gut zu Fuß sein, da er meist über Wurzeln führt.

Förster Diethard Altrogge bietet auch Führungen auf dem "Seelenpfad" an. Sie können über das Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein in Hilchenbach gebucht werden: 02733 8944-0.

Wer nach dem Spaziergang Gedanken aufschreiben möchte, und/oder sich aufwärmen will, der kann das im Café Waldland im Forsthaus Hohenroth tun.
Das Café ist freitags, samstags, sonn- und feiertags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Stand: 23.12.2017, 00:00