Bienenbuffet im eigenen Garten

Bienenbuffet im eigenen Garten

  • Zuhause etwas gegen das Bienensterben tun
  • Tipps für eigene Samenmischungen
  • Nicht jede Pflanze ist geeignet

Vor ihren Stichen haben wir Respekt aber ihren Honig mögen eigentlich alle: Bienen. Allerdings gibt es von ihnen längst nicht mehr so viele wie früher. Nach Untersuchungen in NRW sind Fluginsekten wie Fliegen, Schmetterlinge und eben Bienen in den letzten 30 Jahren um bis zu 80 Prozent zurückgegangen.

Saatgut-Mischungen für Insekten

Jeder kann im eigenen Garten oder auf dem Balkon etwas gegen das Bienensterben tun: Pflanzen aussäen, die von unseren heimischen Insekten besonders gerne angenommen werden. Dazu gibt es im Handel unterschiedliche Samenmischungen zu kaufen. Allerdings kann man diese Mischungen auch einfach selbst zusammenstellen - es gibt nämlich auch Saatgut-Tütchen, die für unsere heimischen Insekten nutzlos sind, wie der Botanische Verein in Bochum festgestellt hat.

Laut NABU sind folgende Pflanzen besonders für unsere heimischen Bienen und Insekten geeignet. Dabei ist zu beachten, dass die Pflanzen zum jeweiligen Standort passen müssen.

Sonnig

  • Wiesenflockenblume, Centaurea jacea
  • Echter Gamander, Teucrium chamaedrys
  • Gewöhnlicher Dost, Origanum vulgare
  • Gemeiner Thymian, Thymus vulgaris
  • Frühblühender Thymian, Thymus praecox
  • Gemeiner Hornklee, Lotus corniculatus
  • Karthäuser-Nelke, Dianthus carthusianorum
  • Katzenminze, Nepeta cataria
  • Gewöhnlicher Natternkopf, Echium vulgare
  • Zypressen-Wolfsmilch, Euphorbia cyparissias
  • Blaugrünes Labkraut, Galium glaucum
  • Echtes Labkraut, Galium verum
  • Blauer Lattich, Lactuca perennis
  • Kriechende Hauhechel, Ononis repens
  • Steppen-Salbei, Salvia nemorosa
  • Tauben-Skabiose, Scabiosa columbaria
  • Liegender Ehrenpreis, Veronica prostrata
  • Wiesenstorchschnabel, Geranium pratense
  • Gewöhnliche Kugelblume, Globularia bisnagarica

Halbschatten

  • Zittergras, Briza media
  • Wiesensalbei, Salvia pratensis
  • Moschusmalve, Malva moschata
  • Wiesenglockenblume, Campanula patula
  • Kleines Seifenkraut, Saponaria ocymoides
  • Echtes Seifenkraut, Saponaria officinalis
  • Pracht-Nelke, Dianthus superbus
  • Kleines Mädesüß, Filipendula vulgaris
  • Blutroter Storchschnabel, Geranium sanguineum
  • Ausdauernder Lein, Linum perennis
  • Ähriger Blauweiderich, Veronica spicata
  • Großer Ehrenpreis, Veronica teucrium

Schatten

  • Rippenfarn, Blechnum spicant
  • Efeu-Gundermann, Glechoma hederacea
  • Akelei, Aquilegia vulgaris
  • Weiße Hainsimse, Luzula nivea
  • Walderdbeere, Fragaria vesca
  • Blauer Eisenhut, Aconitum napellus (Achtung: giftig!)
  • Gelbes Windröschen, Anemone ranunculoides
  • Gewöhnliche Haselwurz, Asarum europaeum
  • Große Sterndolde, Astrantia major
  • Gefingerter Lerchensporn, Corydalis solida
  • Wald-Labkraut, Galium slyvaticum
  • Wald-Storchschnabel, Geranium sylvaticum
  • Wald-Witwenblume, Knautia dipsacifolia
  • Echte Goldnessel, Lamium galeobdolon
  • Schwarzwerdende Platterbse, Lathyrus niger
  • Wald-Platterbse, Lathyrus sylvestris
  • Frühlings-Platterbse, Lathyrus vernus
  • Wald-Vergissmeinnicht, Myosotis sylvatica
  • Gewöhnliche Braunelle, Prunella vulgaris
  • Geflecktes Lungenkraut, Pulmonaria officinalis
  • Kleines Immergrün, Vinca minor
  • Gewöhnlicher Beinwell, Symphytum officinale
  • Wald-Sauerklee, Oxalis acetosella

WDR-Aktion #bienenlive

Wer noch mehr über das Leben der Bienen erfahren möchte, kann in dem WDR Projekt #bienenlive die Tierchen ganz nah erleben: Königin Thea und ihr Volk im Vorgarten eines Klosters in Köln-Junkersdorf, Königin Linda und ihre Schwestern in einem Schulgarten in Lage und Königin Cleo und ihr Staat in einem Wohngebiet in Witten. Dazu gibt es in der "Bienen-Uni" alles Wissenswerte über die Tiere und ihren Honig.

Wildblumen statt Mais

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen 06.05.2019 03:41 Min. WDR 5 Von Monika Sax

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Hummeln und Wildbienen

Hummeln und Wildbienen nutzen viele Lebensräume und Blütenpflanzen. Im Gegensatz zu Honigbienen bestäuben sie sehr viel mehr Blütenpflanzen und fliegen auch bei kälterem oder nassem Wetter.

Felsen-Kuckuckshummel und Wiesenhummel, Nahaufnahmen.

Links im Bild: Die Felsen-Kuckuckshummel (Psithyrus rupestris)
Sie ist keine echte Hummel, ähnelt aber sehr stark der Steinhummel. Die Felsenkuckucks-Hummel ist ein typischer Wildbienen-Parasit. Sie legt ihre Eier hauptsächlich in die Nester von Steinhummeln, die sich dort dann auf deren Kosten entwickeln. Ihnen fehlt im Gegensatz zu den Hummeln der typische Pollensammelapparat am letzten Beinpaar. 

Rechts im Bild: Die Wiesenhummel (Bombus pratorum)
Eine echte Hummel, die der Felsen-Kuckuckshummel sehr ähnelt. Sie nistet oberirdisch in Mauern, Hecken oder auch Vogelnestern. Man findet sie in lichten Wäldern, Wiesen, Parks und Gärten. Dort ernährt sie sich von Nektar und Pollen von mehr als 100 verschiedenen Pflanzenarten.

Links im Bild: Die Felsen-Kuckuckshummel (Psithyrus rupestris)
Sie ist keine echte Hummel, ähnelt aber sehr stark der Steinhummel. Die Felsenkuckucks-Hummel ist ein typischer Wildbienen-Parasit. Sie legt ihre Eier hauptsächlich in die Nester von Steinhummeln, die sich dort dann auf deren Kosten entwickeln. Ihnen fehlt im Gegensatz zu den Hummeln der typische Pollensammelapparat am letzten Beinpaar. 

Rechts im Bild: Die Wiesenhummel (Bombus pratorum)
Eine echte Hummel, die der Felsen-Kuckuckshummel sehr ähnelt. Sie nistet oberirdisch in Mauern, Hecken oder auch Vogelnestern. Man findet sie in lichten Wäldern, Wiesen, Parks und Gärten. Dort ernährt sie sich von Nektar und Pollen von mehr als 100 verschiedenen Pflanzenarten.

 Die Ackerhummel (Bombus pascorum)
Die Art kommt bei uns sehr häufig vor und ist an vielen Standorten zu finden. Ackerhummeln nisten oft oberirdisch, zum Beispiel unter Moospolstern oder in Baumhöhlen, aber auch unterirdisch in alten Mäusenestern.  Auffällig hier der gelbe Pollen, der diese echte Hummelart umgibt. Er wird durch die sogenannte Vibrationsbestäubung aus den Staubbeuteln der Blüten freigesetzt, wenn die Hummeln stark mit ihren Flügeln schlagen. So werden zum Beispiel die Tomatenpflanzen im Garten bestäubt. Honigbienen können keine Vibrationsbestäubung machen.  

Die Seidenefeubiene (Colletes hederae)
Wie der Name schon sagt, sammelt sie Pollen an Efeu, aber auch Nektar an anderen Pflanzen. Seidenefeubienen nisten in Lößwänden, Hängen oder Sandflächen mit Efeubeständen. Ihr natürlicher Feind ist der Seidenbienen-Ölkäfer. Seine Larven klammern sich an die Weibchen der Seidenefeubienen und werden so in das Nest getragen. Dort entwickeln sie sich auf Kosten des Seidenefeubienen-Nachwuchses.

Die Hahnenfußscherenbiene (Chelostoma florisomne)
Links im Bild: das Weibchen / Rechts im Bild: das Männchen
Die Weibchen und Männchen schlafen oft in den Hahnenfußblüten. Auffällig sind die kräftigen Mundwerkzeuge. Sie nisten gerne in Totholz, kommen in ganz Europa vor, auch in den Alpen bis 2200 Meter Höhe. Die Hahnenfußscherenbienen sind Nahrungsspezialisten. Sie ernähren sich ausschließlich von Hahnenfußblüten.

Links im Bild: Die Gartenwollbiene sammelt Pflanzenhaare, um ihre Nester auszukleiden. Gartenwollbienen nisten in Hohlräumen, in Erdlöchern, Felsspalten oder Mauerspalten.

Rechts im Bild: Die Löcherbiene dagegen sammelt Harze. Sie verschließt ihre Nester mit dem klebrigen Harz, profitiert aber auch von den antimykotischen Substanzen im Harz. Diese helfen gegen Pilzbefall. Die Löcherbienen legen ihre Nester in Totholz an.

Zwei Beispiele dafür, dass viele Wildbienen ganz spezielle Ansprüche an Pflanzen und auch ihren Lebensraum stellen. Viele sind nicht nur Nahrungsspezialisten, sie brauchen auch spezielles Material für den Nestbau, gegen Parasiten oder für ihre Gesundheit.  

Die Reseden-Maskenbiene (Hylaeus signatus)
Charakteristisch die weiße (manchmal auch gelbe) Gesichtsmaske auf dem Vorderkopf des Männchens, links. Bei den Weibchen ist die Maske auf kleine seitliche Punkte beschränkt. Die Maskenbienen nisten in Totholz, oft Käferfraßgängen. Auffällig: Fast alle Arten sind unbehaart, besitzen also keine gute Transportmöglichkeit für die Pollen. Sie schlucken den Pollen und nehmen ihn im Kropf mit zurück ins Nest, wo sie ihn zusammen mit dem Nektar wieder auswürgen.
Ein weiteres Beispiel für die Biodiversität bei Wildbienen. Viele Arten besitzen ganz charakteristische Körpermerkmale, sind auf unterschiedliche Blütenpflanzen spezialisiert, werden oft von verschiedenen Parasiten befallen.

Stand: 26.06.2019, 14:30