Fitness: Muskelmärchen.

Muskulöse Frau und Mann in Badekleidung

Fitness: Muskelmärchen.

  • Finessbranche mit Rekordumsätzen
  • Helfen Apps beim Schlankwerden?
  • Brauchen Sportler eine besondere Ernährung?
  • Was die Wissenschaft zum Fitnessboom meint

Mehr als 10 Millionen Deutsche sind Mitglied im Fitnessstudio. Monat für Monat legen wir im Schnitt 44 Euro hin, um uns fit zu machen. Viele Fitnessstudios haben heute sogar dauergeöffnet: 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche.

Dieses Element beinhaltet Daten von Facebook. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Eigentlich ist Trainieren auch keine schlechte Idee. Es gibt Studien, die zeigen, dass Menschen, die nicht trainieren, ähnlich hohe Gesundheitsrisiken haben wie Raucher. Würden wir dabei nicht so viel falsch machen.

Was taugen Fitness-Apps?

Fangen wir mit Fitness-Apps an. Laut einer Befragung überwachen 15 Prozent der Deutschen ihre Fitness via App. Was taugen sie? Da kann man schon mal den Überblick verlieren: Mittlerweile gibt es eine Viertelmillion solcher Fitness-Apps. Also haben australische Forscher die 22 beliebtesten getestet.

Eine Gruppe trainierte mit, eine ohne App. Das Ergebnis: beide Gruppen nahmen gleich viel Gewicht ab. Auch auf die allgemeine Fitness, die Motivation oder den Spaß am Trainieren zeigte keine der Apps eine Auswirkung. Die Schlussfolgerung der Australier: Es ist nicht relevant, ob man mit oder ohne Fitness-App trainiert.

Nur ab Bauch abnehmen geht nicht

junger muskuloeser Asiat zeigt seine Armmuskeln

"Sixpack" in 30 Tagen?

Dazu kommt, dass viele Apps falsche Versprechungen machen. Einige versprechen den besten Weg zum Sixpack – mal in zehn Wochen, mal schon in 30 Tagen. In den meistens Fällen ist das allerdings unmöglich. Warum? Damit Bauchmuskeln hervortreten, ist ein Körperfettanteil von zehn bis fünfzehn Prozent erforderlich; die meisten haben allerdings einen Wert zwischen 25 und 30 Prozent.

30 Tage lang gezielt am Bauch abtzunehmen, geht nicht -  auch nicht durch die berühmten "Crunches". Man nimmt immer überall gleich viel ab. Und in vier Wochen, schätzen Experten, könnte man maximal fünf Kilo Körperfett abspecken.

Jede dritte Verletzung im Fitness-Studio resultiert aus Selbstüberschätzung. Das liegt auch daran, dass viele immer schwerer heben wollen. Jede Woche ein Kilo mehr, und ich werde superstark? Professionelle Trainer raten genau davon ab. Eher sollte man immer wieder neu Anlauf holen, das heißt: Gewichte aufstocken, dann wieder reduzieren. Und dann wieder aufstocken. Wer immer schwerer hebt, ruiniert sich meistens nur die Gelenke.

Trainieren kann auch auf die Psyche gehen

Ein Forscherteam aus Norwegen und Amerika hat gezeigt, dass junge Männer, die sich verstärkt mit ihrem Muskelaufbau beschäftigen, ein signifikant höheres Risiko für Depressionen haben - und häufiger Alkohol am Wochenende trinken. Außerdem neigen sie zu Diäten, obwohl keine Fettleibigkeit vorliegt.

Und dann ist da noch der Punkt Ernährung

Und die Frage: Sind Proteinshakes unbedingt notwendig? Ernährungswissenschaftler sagen: Sportler benötigen keine zusätzlichen Proteine, also kein Eiweiß in Form von Präparaten. Einfach, weil man schon durch gesunde Ernährung genug zu sich nimmt. Und außerdem steht zu viel Eiweiß im Verdacht, die Nieren zu schädigen.

Wie könnte eine gesunde Sportlerdiät aussehen? Sportler sollen etwa 1,5 Gramm Eiweiß pro Kilo zu sich nehmen. Wer 80 Kilo wiegt, muss also auf 120g Eiweiß kommen. Das könnte ein Becher Quark (65 Gramm Eiweiß) und eine Portion Rührei (30 Gramm) mit Käse (30 Gramm) sein. Alternativ ginge auch eine Portion Lachs (50 Gramm).

Stand: 12.02.2019, 10:43