Wie gefährlich sind Böller?

Rewind - Wie unnötig sind Böller?

Wie gefährlich sind Böller?

Feuerwerkskörper bestehen aus pyrotechnischen Chemikalien, die beim Zünden Wärme, Licht, Ton und Gas abgeben können. Ein giftiger Cocktail!

Jedes Jahr entfacht die Diskussion um Silvesterböller erneut. Und es gibt viele Dinge, die tatsächlich dagegen sprechen.

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Silvesterböller machen Tiere fertig

Zum Beispiel seltene Vögel. Feuerwerk bereitet Tieren in der freien Natur, im Zoo und Haustieren erwiesenermaßen Todesangst. Gerade in der freien Natur, wo im Winter die Ressourcen eh schon knapp sind, kann die Silvesternacht verheerend wirken: Vögel flüchten in extreme Höhen, viele sterben.

Der Krefelder Zoo liegt zentral in der Stadt, also mitten in der Böller-Zone. Gorilla Massa hat nach Silvester immer Durchfall. Oder auch Haustiere: Gerade Hunde leiden aufgrund ihres sensiblen Gehörs unter Feuerwerk und können durch Todesangst traumatisiert werden - oder sogar sterben.

Krasse Luftverschmutzung

In einer Silvesternacht werden 5000 Tonnen Feinstaub freigesetzt - so viel wie in zwei Monaten im gesamten deutschen Straßenverkehr. Das begünstigt schwere Krankheiten oder spontane Asthmaanfälle.

Unfälle

Allein in Berlin gibt es jedes Jahr ca. 500 Verletzte. Von Verbrennugen bis hin zu abgetrennten Körperteilen ist alles dabei!

Riskante Produktionsbedingungen

Feuerwerk kommt meistens aus China oder Indien. Und 90 Prozent der indischen Feuerwerksproduktion liegt an einem einzigen, hochexplosiven Ort: in Savakasi. Es gibt dort um die 750 Fabriken mit insgesamt 80.000 Arbeitern. Immer wieder kommt es dort zu Unfällen. Erst im April 2016 gingen bei der Explosionskatastrophe von Paravur Feuerwerkskörper in einem Lagerraum hoch - es gab 106 Tote.

Aber auch ohne Zwischenfälle ist die Arbeit gefährlich. Der tägliche oft ungeschützte Umgang mit Chemikalien und Schwermetallen macht laut einer zehnjährigen Studie viele Arbeiter krank. Die Forscher der Universität Delhi untersuchten im Süden des Landes 143 männliche und weibliche Arbeiter einer Feuerwerkfabrik - die Arbeiter hatten chronische Kopfschmerzen, Schwindel und Geschwüre. Grund: Sie trugen während der Arbeit keine Masken oder Handschuhe, daher konnten Metalle einfach in ihre Körper eindringen.

Handlungsoptionen

Es gibt Öko-Feuerwerk aus Schiessbaumwolle! Das produziert keinen Rauch, kaum Feinstaub. Weil es nicht so stark qualmt, kommen die Farben auch viel stärker zur Geltung - und es ist nur ein Zehntel der Schwermetalle, die alles schön leuchten lassen, vonnöten. Oder: ein Dronen-Feuewerk.

Hunderte leuchtende Dronen bilden am Himmel immer neue Formationen - und das komplett rauch- und giftfrei. Der einfachste Weg: weniger knallen. In einer Nacht werden hierzulande 10.000 Tonnen Feuerwerk verböllert, die Hälfte davon landet als Feinstaub in der Luft. Da wird doch was zu machen sein.

Stand: 30.12.2018, 06:00