Kreuzfahrt-Check der Stiftung Warentest

Kreuzfahrt-Check der Stiftung Warentest

  • Kreuzfahrten werden immer beliebter
  • Stiftung Warentest hat zwölf Schiffe geprüft
  • Kritik an Arbeitsbedinungen und Umweltschutz
  • Hohe Kosten bei Krankheit auf See

Das Geschäft mit den Kreuzfahrten boomt - auch weil die vermeintlichen Traumreisen immer günstiger werden. Stiftung Warentest hat Billigangebote hinsichtlich Sicherheit, Arbeitsbedingungen und Umweltschutz geprüft. Im Test: zwölf Schiffe der Reedereien "Aida Cruises", "Costa Crociere", "MSC Kreuzfahrten" und "Tui Cruises".

Gute Noten für die Sicherheit

Schiffsbetriebstechniker, Kapitäne und Schiffsbauer haben sich im Auftrag der Stiftung Warentest Rettungsboote, Notfallpläne und die Durchführung angeschaut. Das Ergebnis: Die Sicherheitsvorkehrungen waren auf allen Schiffen in Ordnung.

Auch bei der medizinischen Versorgung fanden die Prüfer keine Mängel. Allerdings ist der Besuch des Arztes an Bord kostenpflichtig, und auch der Flug in die nächste Klinik ist eine Privatleistung. Am besten vorher eine entsprechende private Krankenversicherung abschließen.

Mängel im Umweltschutz

Dagegen bewerten die Prüfer den Umweltschutz an Bord bei acht von zwölf Schiffen lediglich mit "ausreichend" - vier Schiffe bekamen noch ein "befriedigend". Das Problem: Alle Motoren fahren mit Schweröl, einem besonders schmutzigen Treibstoff.

Schiffe könnten auch den für die Umwelt besseren Schiffsdiesel nutzen. Der ist aber teurer und wird nur dort eingesetzt, wo Schweröl verboten ist - etwa in der Nord- und Ostsee. Auch das Filtern der schmutzigen Abgase wäre möglich, doch nicht alle Schiffe haben die notwendige Technik an Bord.

Schlechte Arbeitsbedingungen an Bord

Schlechte Noten verteilt die Stiftung Warentest auch für die Arbeitsbedingungen an Bord aller Schiffe: Servicekräfte verdienten zwischen 2,50 und 4,50 Euro pro Stunde und arbeiteten täglich zwölf Stunden an sieben Tagen. Das Urteil: Nur die Note "ausreichend" für alle vier Reedereien.

Stand: 07.01.2019, 11:12