Schneechaos: Rechte für Winterurlauber

Ein Atuo mit Schnee

Schneechaos: Rechte für Winterurlauber

Von Jochen Zierhut

  • Wann eine kostenfreie Stornierung möglich ist
  • Eingeschneit: Wer die höhere Hotelkosten zahlt
  • Verspätete Rückreise: Warum Lohnkürzungen drohen

Das Schneechaos in Bayern und Österreich trifft auch Urlauber aus NRW. Ein Überblick, welche Rechte Winterurlauber haben, wenn sie von diesem Extremwetter betroffen sind.

Kann ich kostenlos stornieren, wenn ich Skiurlaub in den betroffenen Gebieten gebucht habe?

Es kommt darauf an, ob man eine Pauschalreise oder privat ein Hotel oder eine andere Unterkunft gebucht hat. Wurde der Urlaub samt Anreise gebucht, kann kostenlos storniert werden, wenn der Urlaubsort durch das Schneechaos überhaupt nicht zu erreichen ist. Das gilt als "höhere Gewalt", das Geld gibt es zurück. Die Einschränkung: Kann man zwar den Urlaubsort erreichen, aber die Skigebiete sind geschlossen, hat man kein Recht auf kostenlose Stornierung, auch nicht auf Minderung des Reisepreises.

Andere Rechte als Individualreisender

Urlauber, die privat gebucht haben, müssen in der Regel auf die Kulanz des Vermieters oder Hoteliers hoffen.

Aber in Österreich gelten Sonderregeln:  Bei den rund 1.400 Mitgliedern, die der Österreichischen Hotelvereinigung angeschlossen sind, entstehen keine Stornokosten. Wichtige Voraussetzung: Die Anreise zum Hotel muss tatsächlich unmöglich sein – etwa bei den gesperrten, abgelegenen Tälern. Wer über einen Umweg zum Urlaubsort kommen könnte, kann nicht kostenlos stornieren. Also: Zu sagen, das ist mir alles zu anstrengend, reicht nicht.

Werden die Kosten für Skipässe erstattet, wenn die Gebiete geschlossen werden?

Klare Antwort hier: Pech gehabt, Geld gibt es nicht zurück. Die Skiliftbetreiber müssen natürlich auf die "höhere Gewalt" reagieren: also auf Extremwetter mit Lawinengefahr. Grundsätzlich gilt: Die Betreiber können Skigebiete schließen, wenn es wichtige witterungsbedingte oder technische Gründe gibt, ohne dass Kosten erstattet werden müssen.

Was ist, wenn ich vor Ort eingeschneit bin, nicht abreisen kann: Muss ich das Hotel selbst zahlen?

Auch hier gilt wieder die Unterscheidung Individual- oder Pauschalreise! Pauschalreisen: kann ich tatsächlich nicht weg, muss der Veranstalter der Reise die Kosten für drei Tage der unfreiwilligen Urlaubsverlängerung zahlen.

Habe ich privat gebucht, bin ich wieder auf die Kulanz der Hoteliers oder Vermieters angewiesen – außer man hat es vorher anders vereinbart.

Womit muss ich rechnen, wenn ich eingeschneit bin und aus dem Urlaub zu spät zurück zur Arbeit komme?

Zunächst sollte man sobald wie möglich mit dem Arbeitgeber sprechen, die Lage schildern. Selbst, wenn der Arbeitgeber verständnisvoll ist, eines darf er grundsätzlich: den Lohn anteilig kürzen. Denn hier gilt: "Das Wegerecht liegt beim Arbeitnehmer".

Tipp: Um Lohnkürzungen zu vermeiden, kann man versuchen, den Urlaub nachträglich zu verlängern.

Skifreizeit trotz Schneechaos

WDR 2 | 09.01.2019 | 03:30 Min.

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Stand: 11.01.2019, 14:25