"Flight Shaming": Das CO2-Problem beim Fliegen

"Flight Shaming": Das CO2-Problem beim Fliegen

  • Flugreisen haben gewaltigen CO2-Fußabdruck
  • Erderwärmung zerstört die schönen Reise-Ziele
  • Urlaubsreisen mit dem Zug sind nachhaltiger

Mehr als vier Milliarden Mal setzt sich jedes Jahr jemand in ein Flugzeug und fliegt mehr oder weniger weit um die Welt. Und jedes Mal hinterlässt man dabei Spuren. Denn acht Prozent der menschgemachten Erderwärmung verursacht - neben Kraftwerken oder Autoabgasen - der Tourismus. Und ein Viertel davon Ferienflieger.

Der Weg zum Ziel zerstört das Ziel

Ironischerweise zerstört die Erderwärmung genau jene Dinge, für die man oft um die Welt fliegt: Korallenriffe sterben und verblassen unwiderbringlich. Pflanzen und Tiere verlieren ihren Lebensraum. Gletscher wie in den Alpen schmilzen und lösen Schnee- und Schlammlawinen aus. Südsee-Inseln werden vom Meer verschluckt. Außerdem fürchten Forscher, dass Eiswüsten auftauen und mit ihnen tausende Jahre alte, eingefrorene Viren, über die kaum jemand etwas weiß.

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CO2-Kompensation zur Gewissensberuhigung

Bei Flugreisen sind es vor allem der Start und die Landung, bei denen das Flugzeug viel Treibstoff verbraucht und CO2 in die Atmosphäre pustet. Stichwort CO2-Kompensation: Manche Fluggesellschaften bieten zwar an, dass sie gegen einen etwas höheren Preis für deinen Flug einen Baum pflanzen. Allerdings bräuchte ein einzelner Baum für das CO2 eines Trips nach Paris ganze 60 Jahre.

Hochgerechnet bedeutet das, dass Deutschlands gesamte Wälder 20 Jahre bräuchten, um das CO2 von einem Jahr weltweiten Flug-Tourismus zu schlucken. Langfristig würde der Platz auf der Erde nicht reichen, um genügend Bäume zu pflanzen, die das durch Flugreisen verursachte Treibhausgas wieder einfangen.

Die Stiftung Warentest hat 2018 verschiedene Anbieter von CO2-Kompensationen untersucht und dabei nicht nur die Qualität der Kompensation, sondern auch die Transparenz der Organisationen getestet. Diese drei wurden mit "sehr gut" bewertet:

Flugreisen sind anscheinend noch im Trend

Dass Reisen trotzdem sein gutes Image behält, dafür sorgen Reise-Influencer und lassen sich dafür von Flugunternehmen gut bezahlen. Da ist etwa Jack Morris, der auf Instagram "DoYouTravel" heißt und fast drei Millionen Follower hat. Beinahe jeden Tag scheint er an einem anderen Ort auf der Welt zu sein und verlinkt auf den Fotos seine Sponsoren. Pro Post bekommt er geschätzte 7.000 Euro.

Darf man jetzt gar nicht mehr verreisen? Doch, schon! Aber warum nicht mal mit dem Zug? Ein Trip von Berlin nach Barcelona kostet so zwar etwas mehr Geld und einen Urlaubstag mehr. Aber dafür hat ein Baum das verursachte CO2 schon in zwei Jahren wieder aus der Luft geholt. Deine Reise führt dich vielleicht nicht in aberwitziger Geschwindigkeit durch die Luft - aber dafür über Städte wie Amsterdam und Paris. Wie wär's mit einem Zwischenstopp?

Stand: 24.06.2019, 09:44