Aufgepasst bei Error Fares

Eltern stehen mit ihren Kindern auf einem Felsen am Meer

Aufgepasst bei Error Fares

Von Michael Westerhoff

  • Fliegen zum Spottpreis wegen Preisirrtümern
  • Internetportale dürfen die Error Fares nicht bewerben
  • Fluggesellschaften können die Angebote stornieren

Eine Fluggesellschaft bietet einen Flug nach New York für 100 Euro an, ein Reiseveranstalter eine Woche Gran Canaria für 59 Euro. Das kommt nicht selten vor, weil die Preise in der Regel manuell von Mitarbeitern eingegeben werden. Da kann beispielsweise mal ein Komma verrutschen und aus 599,00 Euro werden plötzlich 59,90. Dabei handelt es sich um Error Fares. Zu gut deutsch: Fehlerhafte Fahrpreise.

Preisirrtümer im Internet suchen

Um solche Angebote zu finden, durchsuchen Schnäppchenjäger oft stundenlang die Seiten von Reiseveranstaltern oder Fluggesellschaften. Wer es gemütlicher haben will, gibt bei einer Suchmaschine einfach „Error Fare“ oder „Preisirrtum“ ein. Einige Internetseiten haben sich darauf spezialisiert, nach den Irrtümern zu suchen.

Lufthansa gewinnt gegen Urlaubspiraten

Seit einiger Zeit kennzeichnen viele Portale Error Fares mit Fragezeichen, um sich rechtlich abzusichern. Der Grund: Die Lufthansa hat 2017 eine Klage gegen die Webseite Urlaubspiraten.de, die Error Fares angeboten hatte, gewonnen. Über das Portal hatten 600 Reisende binnen weniger Stunden einen Business Class Flug nach Kalifornien für 678 Euro gebucht. Das Münchener Landgericht stufte die Verbreitung des Fehlers als unzulässig ein. Deshalb sind viele Portale vorsichtig geworden.

Fliegen zum Spottpreis wegen Preisirrtümern

WDR 2 Servicezeit | 09.01.2019 | 03:50 Min.

Download

Fluggesellschaften dürfen bei Preisirrtum stornieren

Aber auch Reisende, die solche Angebote buchen, stehen rechtlich auf dünnem Eis. Ist für den Kunden ersichtlich, dass es sich um ein irrtümliches Angebot handelt, muss der Reiseveranstalter oder ein Online-Händler nicht zum fehlerhaften Preis liefern, urteilte ebenfalls das Landgericht München. Trotzdem kann es sich eine Buchung lohnen, denn der Kunde geht kein Risiko ein. Mit etwas Glück bekommt er den günstigen Flug, weil die Fluggesellschaft sich eine rechtliche Auseinandersetzung ersparen will. Anders verhält es sich, wenn der Preisirrtum nicht offensichtlich, also der Preisunterschied nicht zu groß ist. Dann wird es schwer für den Reiseveranstalter, das Angebot zu stornieren.

Gefakte Preisirrtümer

Dass immer mehr Menschen im Netz nach diesen Schnäppchen suchen, hat dazu geführt, dass es insbesondere von Billigfluggesellschaften „gefakte“ Error Fares gibt. Die Fluggesellschaften verkaufen mit Absicht Flüge für einen Euro, um auf sich aufmerksam zu machen oder Flugzeuge voll zu bekommen. Für Reisende sieht es aus wie ein Error Fare, in Wahrheit handelt es sich aber um eine Werbeaktion. Wer diese Flüge bucht, ist natürlich auf der sicheren Seite.

Stand: 09.01.2019, 09:59