Neues Recht bringt für Urlauber nicht nur Gutes

Ein Passagier blickt im Flughafen in Düsseldorf auf eine Anzeigetafel

Neues Recht bringt für Urlauber nicht nur Gutes

Von Philip Raillon

  • Reisebüros müssen Kunden mehr Infos bieten
  • Änderungen bis drei Wochen vor Reiseantritt
  • Neue Regelungen im Reiserecht gelten ab Juli

Zur Diskussion über das neue Reiserecht.

Mit dem neuen Recht wird der Verbraucherschutz europaweit einheitlicher. Deutsche Pauschalurlauber verlieren aber einen Teil ihres bislang sehr hohen Verbraucherschutzes. Die Änderungen gelten für Buchungen ab 1. Juli 2018. Bis dahin abgeschlossene Reisen fallen noch unter das alte Recht.

Neues Reiserecht

WDR 2 Servicezeit | 02.07.2018 | 03:31 Min.

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Bei Reisemängeln bleibt mehr Zeit

Läuft im Urlaub etwas schief, haben Reisende künftig zwei Jahre Zeit, um Geld zurückzuverlangen. Bislang war es nur ein Monat. Wichtig: Weiterhin müssen Urlauber direkt vor Ort den Mangel anzeigen, also etwa die Rezeption auf das schimmlige Bad hinweisen.

Neues Reiserecht für Pauschalreisen ab 1.Juli

WDR 5 Profit - aktuell | 28.06.2018 | 03:12 Min.

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Dafür fallen Ferienwohnungen, die bei einer Agentur oder im Reisebüro gebucht wurden, jetzt nicht mehr unter das Reiserecht. Und auch Tagesreisen sind de facto nicht mehr umfasst. "Erst ab einem Reisepreis von 500 Euro pro Person gilt hier das Pauschalreiserecht", erklärt Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Kunden können Preisschwankungen spüren

Schon in Urlaubsvorfreude kann es künftig noch Überraschungen geben. Bis zwanzig Tage vor Abfahrt kann sich aus bestimmten Gründen, wie etwa teurerem Sprit, der Preis ändern. Immerhin: Wenn ein Veranstalter sich vertraglich Preisänderungen vorbehält, muss er ihn auch senken, wenn es möglich ist.

Urlauber können sich gegen nachträgliche Preiserhöhungen nur wehren, wenn die Veränderung mehr als acht Prozent beträgt. Dann können sie kostenlos stornieren – stehen dann aber auch drei Wochen vor Abflug ohne Urlaub da. Für viele dürfte das deshalb wohl keine Option sein.

Spanienreise über Barcelona anstatt Valencia

Sogar noch bis Reisebeginn können die Veranstalter zudem künftig einzelne Reiseleistungen abwandeln. „Zum Beispiel kann der Reiseveranstalter bei einer Spanienrundreise nach Barcelona anstatt nach Valencia fliegen“, sagt Felix Methmann vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. Urlauber, denen das nicht passt, können dann nur kündigen.

Bei unerheblichen Änderungen können sie dafür gar nicht reagieren. So kann der in die Pauschalreise integrierte Tagesausflug in das nahe gelegene Bergdorf auch in ein ganz anderes führen.

Auch Reisebüros und Onlineportale trifft das neue Recht: Sie müssen die Kunden bei der Buchung mit vielen wichtigen Informationen versorgen. Wenn sie dabei nicht aufpassen, trifft sie am Ende auch eine größere Haftung. Außerdem müssen sie sich häufiger gegen Insolvenz absichern.

Hier ist Platz für Ihre Meinung.

Stand: 28.06.2018, 00:00

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