Urlaub 2020: Tipps für Frühbucher

Touristen schwimmen vor Fischerdorf in der Bucht von Cala Figuera, Mallorca

Urlaub 2020: Tipps für Frühbucher

Von Michael Westerhoff

  • Wer früh bucht, bekommt häufig Rabatte
  • Auswahl ist zum Jahresbeginn noch groß
  • Höheres Risiko bei Insolvenz des Veranstalters
  • Ab April wird Fliegen wohl teurer werden

Früh zu buchen, das lohnt sich in der Regel, aber nicht alle Angebote und Bedigungen sind gleich gut. Zum Beispiel: TUI lockt mit 50 Prozent Frühbucher-Rabatt, DERTour auch, Alltours immerhin mit 45 Prozent. Tatsächlich finden sich auf den Internet-Seiten zahlreiche Schnäppchen.

Satte Rabatte: Familienurlaub für 1.600 Euro auf Kreta

Ein Reiseveranstalter bietet beispielsweise eine Woche im 5-Sterne Hotel auf Kreta für zwei Erwachsene und ein Kind für 1.600 Euro. Auf den ersten Blick ein Schnäppchen. Nur gilt das Angebot nur im Mai. Wer in den Sommerferien weg will, zahlt über 800 Euro mehr für die Woche Kreta.

Zwei Wochen in einem Kids Club in Cala Ratjada auf Mallorca für zwei Erwachsene mit zwei Kindern kosten knapp 3.000 Euro. Wer sich mit einem einfachen Hotel in Antalya zufrieden gibt, findet auch einen Familienurlaub für knapp 2.000 Euro.

Günstige Preise und große Auswahl

Häufig sind Frühbucher-Angebote tatsächlich preiswerter als die normalen Katalogpreise. Dazu gibt es verschiedene Untersuchungen aus den vergangenen Jahren, unter anderem von der Stiftung Warentest und dem Fachmagazin Clever Reisen. Was aber für Familien häufig noch wichtiger ist: Wer jetzt schon bucht, bekommt noch das Wunschhotel am Wunschziel. Noch ist die Auswahl groß.

Abflughafen in einem anderen Bundesland wählen

Grundsätzlich gilt auch für Frühbucher-Rabatte dasselbe wie für normale Urlaubsbuchungen. Die Reisen sind erheblich billiger, wenn ich von einem Bundesland fliege, das zu anderen Zeiten als NRW Ferien hat. Wer zum Beispiel ab München oder Leipzig-Halle nach Antalya fliegt, kann erheblich sparen. Die Reisen sind unter Umständen über 300 Euro preiswerter als ab Düsseldorf.

Luftverkehrssteuer macht Reisen teurer

Für das frühe Buchen spricht in diesem Jahr aber noch ein weiterer Grund: Zum 1. April steigt wegen des Klimapakets der Bundesregierung die Luftverkehrssteuer. Wer jetzt schon bucht, spart sich diesen Aufschlag. Reiseveranstalter könnten die erhöhte Steuer zwar nachträglich noch auf den Reisepreis draufschlagen. So eine nachträgliche Preiserhöhung ist mit dem deutschen Pauschalreiserecht aber schwer zu vereinbaren, deshalb werden viele Veranstalter voraussichtlich darauf verzichten.

Achtung bei Pleite des Reiseveranstalters

Doch es gibt auch zwei gewichtige Gründe, die gegen Frühbucher-Rabatte sprechen: Geht der Reiseveranstalter bis zum Sommer pleite, sind Kunden dagegen nur unzureichend abgesichert. Trotz Reisesicherungsschein gibt es häufig nicht die volle Summe zurück. Nur weil die Bundesregierung eingesprungen ist, bekamen Thomas-Cook-Kunden ihr Geld vollständig erstattet.

Schwer abzuschätzen ist zudem, wie sich die politische Lage in einem Land entwickelt. Vor zwei Jahren traf es zum Beispiel Türkei-Reisende: Der Putsch fand im Juli 2016 statt. Da hatten viele bereits ihren Urlaub gebucht.

Stand: 30.12.2019, 06:00