Fernbusse: Ticketpreise steigen

Reisende steigen in Fernbus am Bahnhof ein

Fernbusse: Ticketpreise steigen

Von Michael Westerhoff

Die Ticketpreise für Fernbusse sind in den vergangenen Monaten zum Teil erheblich gestiegen. Die Meinungen über die Gründe gehen auseinander.

  • Preise von Fernbussen teilweise stark gestiegen
  • Flixbus führt das auf die bessere Auslastung der Busse zurück
  • Fernbusse sind trotz gestiegener Preise im Vergleich mit Bahn und Flugzeug meistens preiswerter

Mit dem Fernbus von Hannover nach Dortmund. Vor zwei Jahren konnten Reisende diese Strecke nach Berechnungen von Checkmybus.de noch zum Durchschnittspreis von 9,34 Euro buchen, heute müssen sie 15,80 Euro zahlen. Ein Plus von fast 70 Prozent. Auf anderen Strecken hat die Internetseite ebenfalls große Preissprünge festgestellt.

Preise im Schnitt um 20 Prozent gestiegen

Dieser Vergleich deckt sich mit Zahlen des statistischen Bundesamtes: Danach sind die durchschnittlichen Ticketpreise bis Anfang 2016 stark gesunken, danach ging es steil aufwärts. Allein im Jahr 2016 haben die Statistiker ein Plus von 20 Prozent pro Ticket errechnet.

Flixbus mit Monopol

Kampfpreise ab einem Euro sind längst verschwunden - genauso wie die meisten Fernbus-Anbieter. In den vergangenen Jahren haben unter anderem Dein Fernbus, der ADAC-Postbus und Megabus das Geschäft wieder aufgegeben. Übrig geblieben ist fast nur noch Flixbus. Der Fernbus-Anbieter bietet über 90 Prozent aller Strecken in Deutschland an. Ein Monopol.

Bessere Auslastung führt zu höheren Preisen

Mangelnde Konkurrenz führt zu steigenden Preisen, lernen Wirtschaftsstudenten schon im ersten Semester. Flixbus bestreitet allerdings, dass das der Grund für höhere Ticketpreise ist. Das Unternehmen verweist auf die bessere Auslastung der Busse. Wie bei Billigfliegern steigt der Preis für Tickets, je mehr Reisende eine Strecke buchen. Eine höhere Auslastung führt also zu höheren durchschnittlichen Ticketpreisen.

Fernbus bleibt das preiswerteste Verkehrsmittel

Trotzdem bleibt der Fernbus mit Abstand das preiswerteste Verkehrsmittel, hat eine Stichprobe der WDR-Wirtschaftsredaktion ergeben. Dafür wurden drei Strecken verglichen: Münster – Frankfurt, Dortmund – München und Düsseldorf – Berlin. Jeweils zur selben Uhrzeit am frühen Morgen desselben Tages.

Bahn häufig am teuersten

Das Ergebnis: Der Fernbus war auf allen drei Strecken das preiswerteste Verkehrsmittel, gefolgt vom Flugzeug. Die Deutsche Bahn belegte jeweils nur den letzten Platz. Besonders groß war der Unterschied auf der Strecke Düsseldorf – Berlin. Ein Fernbusticket hätte am Testtag 22 Euro gekostet, ein Flugticket rund 40 Euro, die Bahn sogar 100 Euro, weil keine Spartickets im Angebot waren. Die Stiftung Warentest kam bei einem Test zu einem ganz ähnlichen Ergebnis.

Auf Spartickets achten

Trotzdem sollten Reisende Preise vergleichen. Wenn sie ein Sparticket der Bahn ergattern können, dann ist das meistens nicht viel teurer als die Fahrt mit dem Fernbus. Bei Normalpreisen bleibt der Bus aber unschlagbar.

Fernbusse: Ticketpreise steigen

WDR 2 Servicezeit | 14.08.2017 | 03:12 Min.

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Stand: 14.08.2017, 11:10