Jagd: "Tödliches Hobby" oder Umweltschutz?

Jagd: "Tödliches Hobby" oder Umweltschutz? Markt 11.03.2020 15:28 Min. UT Verfügbar bis 11.03.2021 WDR Von Philine Eling, Udo Eling

Jagd: "Tödliches Hobby" oder Umweltschutz?

  • Zahl der Freizeitjäger wächst ständig
  • Jäger sehen sich als Tier- und Umweltschützer
  • Gegner protestieren gegen "tödliches Hobby"

Fast 400.000 Jäger sind rund um Deutschlands Wälder unterwegs - Tendenz steigend. Seit Jahren nimmt die Zahl der Freizeitjäger zu, allein in NRW gibt es knapp 88.000, wobei es immer noch eher die Männer sind, die auf die Pirsch gehen.

Aber warum töten sie Tiere? Um diese Frage tobt ein Glaubenskrieg mit ganz klaren Fronten. Hier die Jäger, die sich und ihr Hobby im Dienste der Tier- und Umwelt sehen. Ihr Argument: Wird das Wild nicht in Schach gehalten, explodieren die Populationen, weil es keine natürlichen Feinde mehr hat. Das könnte dazu führen, dass Seuchen ausbrechen. Das sieht das NRW-Umweltministerium genau so - und erlaubt zum Beispiel im Kampf gegen die Schweinepest, mehr Wildschweine als sonst zu jagen.

Auch der Wald scheint in Gefahr, weil die Wildtiere junge Bäume abfressen und so kein neuer Mischwald entstehen kann. In Zeiten, da der Wald von Borkenkäfer und Klimawandel schwer mitgenommen ist, gibt es immer mehr Waidgenossen, die Rehe deswegen intensiv bejagen - weg von der Traditionsjagd, hin zur ökologischen Jagd.

Jagd als "tödliches Hobby"

Eine Schauspielerin liegt aus Protest gegen die Fuchsjagd vor dem Haupteingang der Westfalenhalle. Sie trägt Fuchs-Ohren und Unterwäsche. Ihre Beine stecken in einer Falle und sind mit Kunstblut verschmiert.

Peta-Protest gegen die Jagd

Jagdgegner halten solche Argumente einfach für Ausreden - und protestieren scharf. Die Mitglieder der Tierrechtsorganisation "Peta" zum Beispiel demonstrieren regelmäßig vor den Toren der Messe "Jagd und Hund" in Dortmund, oft nackt als "Tierleiche". Für sie ist die Jagd ein "tödliches Hobby", das verboten werden müsste.

Dass militante Jagdgegner am Hambacher Forst kurzerhand mehrere Hochsitze umsägen, ist eher die Ausnahme. Der Protest ist meistens friedlich, wird aber lauter. Und egal, ob es um Kaninchen in Bonn, Waschbären am Niederrhein oder Wölfe im Kreis Lippe geht: Die Fronten bleiben verhärtet.

Stand: 10.03.2020, 15:00