Spiegel des Lebens: Der Nordfriedhof in Düsseldorf

Spiegel des Lebens:  Der Nordfriedhof in Düsseldorf

Spiegel des Lebens: Der Nordfriedhof in Düsseldorf

Von Claudia Kracht

Dichter, Industrielle, Nazigrößen und Widerstandskämpfer: Sie liegen dicht nebeneinander – Grab an Grab – auf dem Nordfriedhof in Düsseldorf. Im englischen Landschaftsstil gehalten, mit Grabmalen in kunstvoller Schönheit ist der Friedhof nicht nur ein Ort zur Besinnung, sondern auch eine Oase zum Spazierengehen.

Spiegel des Lebens: Der Nordfriedhof in Düsseldorf

WDR 4 Spaziergang 20.06.2019 02:20 Min. WDR 4

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Prachtvolle Grabsteine – Symbole der Macht

Ein großer Teil des Friedhofs ist im englischen Landschaftsstil angelegt – und viele Grabmale sind von unsagbarer Einzigartigkeit. Die ältesten von ihnen stammen aus dem 19. Jahrhundert, manche davon sind längst verwittert, andere wiederum thronen hochglanzpoliert aus Marmor und Sandstein auf dem Millionenhügel, überragt von Blumenbögen und von kunstvollen Engeln geschützt.

Spiegel des Lebens:  Der Nordfriedhof in Düsseldorf

Prachtvolle Grabmale prominenter Personen aus Politik, Kultur und Wirtschaft zieren schon den Eingang des historischen Friedhofs aus dem Jahre 1884.

Prachtvolle Grabmale prominenter Personen aus Politik, Kultur und Wirtschaft zieren schon den Eingang des historischen Friedhofs aus dem Jahre 1884.

Die neugotische Friedhofskapelle am Eingang wurde im Jahre 1884 gebaut.

Viele beindruckende Grabmalskulpturen verzaubern den Friedhof, so wie das Ehrengrab von Andreas Achenbach mit dem schützenden, trauernden Engel, der von Karl Janssen geschaffen wurde.

Die meisten Figuren sind aus Mamor gemeißelt und stehen heute unter Denkmalschutz.

Das Zentrum des 21 Hektar umfassenden Areals bildet der Millionenhügel. Hier stehen die besonders imposanten Denkmäler der Macht, wie das Grab des Großindustriellen Gustav Poensgen (1824-1904).

Im Gegensatz zu den sehr alten Grabsteinen, thront auf dem Millionenhügel auch das moderne, 1997 gebaute Grabmal von Heinz Mack, das von oben gesehen ein Kreuz bildet.

Das Grabmal zeigt die Darstellung "Das Wiedersehen" von Fritz Coubillier.

Das Grab des Industiemoguls Zapp schmückt ein aus  Mosaiksteinen gefertigter byzantinischer Engel, von Wilhelm Döringer um 1900.

Ein Zylinder schmückt das Grabkreuz des verstorbenen Modezars Hanns Friedrichs.

Der bronzene Jüngling mit Wanderstab ist ein Werk des französischen Bildhauers Paul Landowski.

Der jüdische Friedhof ist ein eigenständiger Teil des Nordfriedhofs. Dieser Friedhof wurde 1922 errichtet. Rund 250 Menschen wurden hier begraben – für die Ewigkeit, denn jüdische Gräber werden, anders als christliche, niemals aufgegeben und eingeebnet.

Auf dem "Millionenhügel" steht das vom Nordfriedhof-Architekten Eduard Hoppe gestaltete Hochkreuz. Die Steinarbeiten stammen von Dietrich Meinardus.

Adresse

Nordfriedhof
Am Nordfriedhof 1
40221 Düsseldorf

Telefon:
0211 - 8994817 und 0211 - 8994852

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