Auf Ur-Tour durchs Neandertal

Schild mit Fotomotiv vor dem Neanderthal-Museum: Ein Mädchen steht vor einem rekonstruierten Neanderthaler

Auf Ur-Tour durchs Neandertal

Von Hilde Herzog

Im Neandertal – nahe der Bergischen Stadt Mettmann – wurde einer unserer ältesten Verwandten gefunden: Der "Neanderthaler". Ein sensationeller Fund im Kalkstein, denn dieser Urmensch starb schon vor mehr als 30.000 Jahren aus. Heute lassen sich bei einem Spaziergang hier im idyllischen Tal der Düssel auch neuzeitliche Menschenspuren entdecken.

Auf Ur-Tour durchs Neandertal

WDR 4 Spaziergang 29.09.2019 02:28 Min. Verfügbar bis 27.09.2020 WDR 4

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Zu Besuch im Tal des Urzeitmenschen

Nicht nur das Neanderthal-Museum, auch der Kunstweg "Menschenspuren" lockt zahlreiche Besucher an. Im Naturschutzgebiet zwischen Fels, Wasser und Wald stößt der Spaziergänger auf naturverbundene Skulpturen. Ein fünf Kilometer langer Rundweg durch Wald und Wiesen führt um das eiszeitliche Wildgehege mit Urzeittieren.

Skulpturen am Wegrand im Neandertal: Ein Gehirn und ein Pfeil

Manche Skulpturen am Wegrand sind aus dem einst heißbegehrten Kalkstein des Neandertals gemeißelt, zum Beispiel dieses Gehirn. Mit Pfeil und Gehirn wollen die Künstler an unsere kulturellen Wurzeln und ihre Bewahrung erinnern.

Manche Skulpturen am Wegrand sind aus dem einst heißbegehrten Kalkstein des Neandertals gemeißelt, zum Beispiel dieses Gehirn. Mit Pfeil und Gehirn wollen die Künstler an unsere kulturellen Wurzeln und ihre Bewahrung erinnern.

Diese hohe Skulptur aus Aluminium will in der üppig wuchernden Natur regelrecht entdeckt werden. Das Fragezeichen trägt den Titel "Seele?" – eine Frage nach dem Wesen des Menschen.

Der Kunstweg "Menschenspuren" verläuft meist durch Laubwald am Ufer der rauschenden Düssel.

Aufmerksame Spaziergänger sehen im Fluss eine gusseiserne Skulptur in Menschenform: Hier hat ein Künstler die Abformung seines eigenen Körpers der Natur und der Zeit überlassen.

Das Wasser der Düssel ist so sauber, dass sich darin Fische und sogar Flusskrebse wohlfühlen. An den Steilufern brütet der seltene Eisvogel.

Im "eiszeitlichen Wildgehege" des Neandertals lassen sich Wisente (eine Bisonart) beobachten. Auf den weitläufigen Weiden sind auch Abbildzüchtungen von Auerochsen und Tarpane (Wildpferde) zu sehen, die einst zur Jagdbeute des Neandertalers zählten.

Ein fünf Kilometer langer Rundweg führt um die großen Freigehege. Von der Höhe lassen sich Wisente und Auerochsen am besten aufspüren.

Tarpane haben ein mausgraues Fell und hübsche dunkle Zebrastreifen an den Beinen. Durch Kreuzung ursprünglicher Rassen konnten diese Wildpferde gezüchtet werden, die ihren ausgerotteten Vorfahren sehr ähnlich sind.

Auf einer "Urtour" können aufmerksame Wanderer seltene Pflanzen und Tiere entdecken. Mit etwas Glück zeigen sich auch Wasseramsel und Eisvogel im Tal der Düssel.

Wer mehr über unseren Verwandten, den "Homo Neanderthalensis", erfahren will, der muss unbedingt ins Neanderthal Museum. Es lädt ein auf eine spannende Zeitreise durch viele Millionen Jahre Menschheitsgeschichte.

Ausgangspunkt

Stiftung Neanderthal Museum
Talstraße 300
40822 Mettmann

Telefon: 02104 – 9797-0

Ur-Tour  

Alternativer Rundgang durch die Landschaft des Neandertals
Themen: Natur und Geschichte des Tals

Anmeldung bei der Urneandertalerin Ute Stöcker:

Gut Bachelsberg
Diepensiepen 11
40822 Mettmann

Telefon: 02104 – 5083195

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Stand: 29.09.2019, 10:40