Lichterketten im Test - Finger weg von No-name-Produkten

Lichterketten im Test - Finger weg von No-name-Produkten

Von Patricia Metz

  • Labortest: Stromschlaggefahr und Entflammbarkeit
  • Beim Kauf auf Prüfsiegel achten
  • LED-Technik spart Strom, Trafos erhöhen Sicherheit

Wir haben acht Lichterketten im Labor der Dekra und in der Praxis stichprobenartig getestet. Testkriterien waren Stromschlaggefahr und Entflammbarkeit. Außerdem wurde die bestimmungsgemäße Kennzeichnung der Lichterketten genau unter die Lupe genommen.

Labortest: Stromschlaggefahr und Entflammbarkeit

Die Kennzeichnung zeigte bei mehreren Lichterketten Mängel. Problematisch sind unzutreffende Beschriftungen: So z.B. die Bezeichnung IP44 für den Außengebrauch an einer Kette, die nicht spritzwasserbeständig ist. „Dies kann zu extremer Gefährdung des Verbrauchers durch elektrischen Schlag führen“, warnt Werner Leistner, Produktexperte bei der Dekra.

Interaktiv: Die Testergebnisse im Überblick

Klicken Sie auf das Produktfoto und erhalten Sie eine Übersicht der Ergebnisse:

In puncto Entflammbarkeit haben alle Produkte in unserer Stichprobe gut abgeschnitten. Anders bei der Stromschlaggefahr: Die 100-flammige LED-Sternenlichterkette aus dem Online-Shop Pu Sheng / lluelotus bei Amazon fiel bei der Hochspannungsprüfung glatt durch. „Diese Lichterkette ist extrem gefährlich und ich weise deutlich darauf hin, diese Lichterkette nicht mehr zu benutzen,“ betont Produktprüfer Werner Leistner.

Bei Lichterketten auf Prüfsiegel achten

An Lichterketten sind verschiedene Symbole zu finden. Aber Vorsicht: Das CE-Zeichen ist kein Gütesiegel für Produktsicherheit. Es wird vom Hersteller selbst angebracht. Es bedeutet, dass sein Produkt der EU-Norm entspricht. Das muss aber nicht stimmen: Die No-name-Sternenkette im Test trug das CE-Zeichen am Stecker, obwohl dieser nicht der Norm entsprach.

Das GS-Zeichen „Geprüfte Sicherheit“ gilt hingegen als Qualitätssiegel. Es bedeutet, dass das Produkt von einem anerkannten Prüfinstitut untersucht wurde. Die Sternen-Lichterkette trug kein GS-Zeichen.

Trafos erhöhen Sicherheit, LED-Technik spart Strom

Durch die LED-Technik ist die Qualität und Sicherheit der Lichterketten in den letzten Jahren deutlich besser geworden,“ weiß Produktprüfer Werner Leistner. Dies liegt vor allem an der Verwendung von Schutztrafos. Sie wandeln die Netzspannung von 220 Volt in harmlose Kleinspannung um.

Im Vergleich zu herkömmlichen Glühlampen brauchen LEDs deutlich weniger Strom. Ein Beispiel aus unserer Stichprobe: Die 50-flammige Glühlämpchenkette verbraucht fünf- bis sechsmal so viel Strom wie die 400flammige LED-Galaxielichterkette. Nicht zuletzt sind LEDs im Gegensatz zu Glühlämpchen wesentlich langlebiger.

Unser Fazit: Finger weg von No-name-Beleuchtung. Für ein seliges Weihnachtsfest lohnt es sich immer, Qualitätslichterketten von seriösen Anbietern zu verwenden. Und wer nachts den Netzstecker zieht, kann auch beruhigt schlafen gehen.

Stand: 04.12.2018, 10:24