Spaziergang auf dem historischen Leinpfad an der Ruhr

Blick von der Burgruine Isenberg auf Ruhr und Leinpfad – eine blühende Kastanie halb davor

Spaziergang auf dem historischen Leinpfad an der Ruhr

Von Ulrike Modrow

An der Ruhr zwischen Duisburg und Witten ist der Leinpfad noch nahezu gänzlich erhalten. Hier zogen einst Pferde die Kohle-Transportschiffe den Fluss stromaufwärts.

Spaziergang auf dem historischen Leinpfad an der Ruhr

WDR 4 Spaziergang 09.06.2019 02:23 Min. Verfügbar bis 07.06.2020 WDR 4

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Auf den Spuren der Kohletransporte

1781 wurde die Ruhr mit Schleusen und sogenannten Buhnen zur Wasserstraße umgebaut, für den Transport von Gütern und vor allem von Kohle. Um die Kohleschiffe stromaufwärts zu schleppen, wurden Treidel- oder Leinpfade angelegt. Auf ihnen zogen Pferde flache Frachtschiffe an langen Leinen, die sogenannten Ruhraaken.

Die Ruhrbrücke in Hattingen

An der Ruhrbrücke in Hattingen beginnt der Spaziergang. Hier befindet sich auch ein kleiner Parkplatz.

An der Ruhrbrücke in Hattingen beginnt der Spaziergang. Hier befindet sich auch ein kleiner Parkplatz.

Der Leinpfad verläuft parallel zum Fluss. Pferde zogen hier einst die Kohleschiffe an langen Leinen die Ruhr stromaufwärts.

Die künstlich angelegten Buhnen ragen weit in den Fluss hinein.

Schiffe fahren hier nicht mehr. Die Ruhr plätschert heute friedlich zwischen grünen Wiesen. Das Naturschutzgebiet gehört allein den Spaziergängern, Radfahrern und auch wieder vielen Fischen und Wasservögeln.

Die Flusslandschaft ist ein Naturparadies. Hier grast eine freilaufende Herde Heckrinder. Wer sich Zeit nimmt, kann zudem viele Wasservögel beobachten. Im Hintergrund ist das Ziel des Spaziergangs zu sehen – die Burgruine auf dem Isenberg.

Ein Heckrind beim Grasen – die Herde gehört einem Hattinger Bauern und kann sich in dem Naturschutzgebiet frei bewegen. Sie ist die größte wild lebende Auerochsen-Herde in NRW.

Unterhalb des Isenbergs ist noch ein Teil des ursprünglichen, kopfsteingepflasterten Leinpfades erhalten. Die Radfahrer werden an diesem historischen Wegstück abgeleitet.

Das historische Teilstück des Leinpfads mit seinem Natursteinpflaster ist im Originalzustand belassen. Hier sind Spaziergänger ganz ungestört. Mit etwas Fantasie kann man sich gut vorstellen, wie hier einst die Hufe der Pferde auf dem Pflaster klackerten, wie die Sonne brannte und die anstrengende Arbeit sehr schweißtreibend machte …

Eine Infotafel erklärt hier noch einmal die historischen Hintergründe dieses denkmalgeschützten Ruhrabschnitts.

Unterhalb des Isenbergs biegen wir links in den schattigen Wald ab. Hier beginnt der Aufstieg zur Isenburg, unter alten Eichen und Buchen entlang geht es in steilen Serpentinen 150 Meter hinauf auf den Bergrücken.

Die Ruine der Isenburg, erbaut um 1200 von Erzbischof Adolf von Köln und seinem Bruder Graf Arnold von Altena. Damals war sie die größte Höhenburg im deutschsprachigen Raum.

Von der Burg bietet sich ein fantastischer Panoramablick auf die Flusslandschaft, den Ruhrbogen, den Leinpfad und auf das bewaldete Hinterland.

Blick von der Burgruine Isenberg auf Ruhr und Leinpfad – deutlich sichtbar sind hier auch die Buhnen, künstlich angelegte steinerne Landzungen, die die Fließgeschwindigkeit des Flusses erhöhen sollten.

An einer denkmalgeschützten Stelle unterhalb der Burgruine am Isenberg in Hattingen ist der alte Leinpfad sogar noch im ursprünglichen Zustand belassen. Hier kann man auf dem Weg der Kohle entlang der Ruhr spazieren und zum krönenden Abschluss den steilen Aufstieg hoch zur Ruine der mittelalterlichen Isenburg wagen, der mit einem fantastischen Ausblick über das Ruhrtal belohnt wird.

Anreise mit dem ÖPNV

Vom Hattinger Bahnhof über die Bochumer Straße zur Straße "An der Ruhrbrück" laufen, bis zum Ende über den Wanderparkplatz zur Ruhr. Hier beginnt der Leinpfad.

Anreise mit dem Auto

Über die A 43, Abfahrt Witten-Herbede, in Richtung Hattingen-Blankenstein fahren, dann weiter Richtung Industriemuseum Henrichshütte, daran vorbei, dann links abbiegen, über Ruhrallee und Ruhrdeich zur Straße "An der Ruhrbrücke". Hier befindet sich ein Wanderparkplatz, wenige Schritte weiter beginnt der Leinpfad an der Ruhr.

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Stand: 05.06.2019, 13:11