Labortest Modeschmuck: Schadstoffe in Schmuckstücken

Modeschmuck im Test Servicezeit 04.02.2020 07:13 Min. UT Verfügbar bis 04.02.2021 WDR Von Patricia Metz

Labortest Modeschmuck: Schadstoffe in Schmuckstücken

Von Patricia Metz und Lousia Schmidt

  • WDR-Stichprobe: Schadstoffe in Schmuckstücken
  • Bundesamt für Verbraucherschutz mahnt zu Vorsicht bei Modeschmuck
  • Strengere Grenzwerte gelten ab Juli 2020

Ohrringe, Ketten oder Armbänder für wenige Euro: Modeschmuck ist bei vielen Verbrauchern beliebt. Allerdings zeigen Untersuchungen immer wieder, dass auch Schmuckstücke verkauft werden, in denen zu hohe Schadstoffmengen enthalten sind – obwohl Grenzwerte etwa für Nickel, Cadmium und Blei seit Jahren gesetzlich geregelt sind. Erst Anfang Februar mahnte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit deshalb erneut zur Vorsicht bei billigem Modeschmuck.

WDR Stichprobe zeigt Schadstoffe in einzelnen Produkten

Auch eine Stichprobe der WDR Servicezeit zeigt: Nicht alle halten sich an die Vorgaben. Im Labor wurde nach Nickel, Blei, Cadmium, Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffen (PAK) – einige Stoffe der Gruppe sind gesundheitsschädigend – und hormonaktiven Weichmachern gefahndet. Von 15 getesteten Produkten waren immerhin elf Produkte frei von den untersuchten Schadstoffen. In drei Schmuckstücken entdeckten die Prüfer Schadstoffmengen innerhalb des gesetzlichen Rahmens. Ein Schmuckstück hatte jedoch so schlechte Ergebnisse, dass es nicht verkauft werden darf.

In vier Schmuckteilen wurden die Chemiker fündig:

Das Bild zeigt ein Schmuckstück.

In einem Ohrstecker Set von Action (Hersteller: Top Fashion Trading B.V.) fanden sich minimale Spuren von Cadmium (14 mg/kg), das Produkt ist aber verkehrsfähig.

Das Bild zeigt ein Schmuckstück.

In einem Herrenarmband von Bijou Brigitte fanden sich vier verschiedene Weichmacher: Zwei davon, DEHP und DiBP, gehören zu den besonders besorgniserregenden Stoffen. Sie sind hormonaktiv und ab Juli 2020 verboten. Bis dahin ist das Produkt noch verkehrsfähig.

Das Bild zeigt ein Schmuckstück.

Ein Stimmungsfarbwechselring von gold-richtig.eu zeigte eine sehr hohe Nickellässigkeit. Das Produkt ist nicht verkehrsfähig und darf nicht verkauft werden, da es schwere Nickelallergien auslösen kann.

Die Kunststeine einer Halskette von Zeeman enthielten 9,9 mg/kg des unter Krebsverdacht stehenden Naphthalin. Das Produkt ist aber verkehrsfähig.

Alle Hersteller wurden mit den Laborergebnissen konfrontiert. Action und Zeemann verweisen auf die eingehaltenen Grenzwerte. Bijou Brigitte und gold-richtig vertreiben ihre Schmuckstücke nicht mehr.

Grenzwerte für Schadstoffe in Modeschmuck

Nickel: 0,5 μg / cm² / Woche (seit 1994)
Cadmium: 0,01 Gewichtsprozent (seit 2011)
Blei: 0,05 Gewichtsprozent (seit 2013)

Stand: 17.02.2020, 10:55