Ticketkauf: Vorsicht vor dem Zweitmarkt

Helene Fischer bei ihrer Show in Düsseldorf

Ticketkauf: Vorsicht vor dem Zweitmarkt

  • Veranstalter und Vereine gehen gegen Zweitmarkt-Plattformen vor
  • Personalisierte Tickets dürfen meist nicht weiterverkauft werden
  • "Könnes kämpft": Recherchen zum Ticketmarkt

Schock für etwa 100 Zuschauer beim Weihnachtskonzert von Helene Fischer in Düsseldorf. Obwohl sie eine Karte gekauft hatten, kamen sie nicht in die Halle. Der Grund: Sie hatten die Tickets über Viagogo oder andere Ticketplattformen gekauft. Teilweise für mehr als 300 Euro pro Ticket.

Personalisierte Tickets auf Zweitmarkt-Plattformen

Der Veranstalter Semmel Concerts ließ die illegal verkauften Tickets sperren. Denn der Weiterverkauf von personalisierten Tickets ist ausdrücklich untersagt. Sowohl Veranstalter als auch der Ticketverkäufer Eventim bedauerten, dass diese Tickets überhaupt in Umlauf gekommen waren.

Rechercheergebnisse von "Könnes kämpft"

Umfangreiche Recherchen der WDR-Verbrauchersendung "Könnes kämpft" zu den Machenschaften auf dem Ticketmarkt hatten den Veranstalter auf die illegalen Tickets aufmerksam gemacht.

Dieses Element beinhaltet Daten von Facebook. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Außer der Gefahr, die Veranstaltung nicht besuchen zu dürfen, zahlen Kunden bei Internet-Plattformen wie Viagogo, Ticketbande oder anderen ordentlich drauf. Die WDR-Recherchen ergaben, dass Kunden auf dem so genannten „Zweitmarkt“ oft deutlich höhere Preise zahlen müssen, als bei den offiziellen Händlern. So kosten Tickets von begehrten Veranstaltungen häufig das Doppelte oder Dreifache – plus saftiger Gebühren, die je nach Plattform bis zu 40 Prozent betragen.

Tickets könnten ungültig sein

Ein weiteres Problem: Man kann nicht sicher sein, ob die Tickets überhaupt gültig sind. Auf dem "Zweitmarkt" agieren auch Verkäufer, die eigentlich nur ein Ticket besitzen, dieses aber mehrfach verkaufen. Außerdem verbieten inzwischen viele Veranstalter den Verkauf auf diesen Plattformen. Wer dennoch kauft, riskiert, nicht reingelassen zu werden.

Kartenprobleme auch in der Fußball-Bundesliga

Auch beim Fußball ist der Weiterverkauf von Tickets auf dem Zweitmarkt fast immer verboten. Dennoch werden Tickets bei Viagogo und Co. weiterhin angeboten. Viagogo nahm gegenüber dem WDR dazu Stellung: "Wir sind der Meinung, dass jeder, der ein Ticket besitzt, das Recht hat, es zu verkaufen oder weiterzugeben.“ Damit stellt sich die größte Ticketbörse der Welt eindeutig gegen die AGB der Vereine.

Künstler kritisieren Plattformen wie Viagogo

Viele Künstler warnen inzwischen verstärkt vor solchen Plattformen. Zum Beispiel Carolin Kebekus: “Das ärgert mich total, weil ich hab wahnsinnig viele junge Leute im Publikum sitzen und die Karten sind so schon jetzt nicht megagünstig ... also das geht nicht."

Wo kann man gefahrlos Karten kaufen?

Beim Ticketverkäufer Eventim gibt es mit "fansale" inzwischen ein Portal für Leute, die ihre Karten nicht nutzen können. Es ermöglicht den An- und Verkauf von Karten. Die Echtheit wird dabei von Eventim überprüft.

Fußballvereine mit eigenen Zweitmarkt-Portalen

Fast alle Vereine der Fußball-Bundesliga haben inzwischen Ticketbörsen, wo man Karten los werden und natürlich auch kaufen kann. Das ist dann legal und man erlebt keine Überraschungen. Denn die Vereine versuchen den Zweitmarkt zu unterbinden, indem sie Tickets, die über andere Plattformen angeboten werden, für die jeweiligen Spiele sperren.

Update: Dieter Könnes hatte für die Recherche zu "Könnes kämpft" selbst personalisierte Tickets bei Viagogo gekauft. Kurz vor Ausstrahlung der Sendung hat sich Viagogo bei Dieter Könnes gemeldet und ihm angekündigt, das Geld zurückzahlen zu wollen. Sie wollten keinen Beleg von ihm haben, dass er nicht reingekommen ist. Außerdem boten sie ihm einen Gutschein für seine "Unannehmlichkeiten" an.

Stand: 18.12.2019, 14:09