Karnevalsmasken im Test - Schadstoffe und Brennbarkeit

Karnevalsmasken im Test - Schadstoffe und Brennbarkeit

Von Patricia Metz

  • Stichprobe mit zehn Karnevalsmasken
  • Einige Masken enthielten Schadstoffe und waren leicht entflammbar
  • Irreführende Alterskennzeichnung durch Anbieter
  • Tipps für den Kauf von Karnevalsmasken

Die Servicezeit wollte wissen: Wie steht es mit der Schadstoffbelastung und Entflammbarkeit von Karnevalsmasken? Stellen die für große und kleine Karnevalisten eine Gefahr dar? In einer Stichprobe haben wir zehn Masken im Labor prüfen lassen. Erschreckendes Ergebnis: Viele Masken erfüllen nicht die Anforderungen an Spielzeugnorm und Produktsicherheit.

Irreführende Alterskennzeichnung bei vielen Masken

In der Stichprobe wurden die Masken zum Teil mit widersprüchlichen Altersangaben gehandelt. So fehlte auf der Trump-Maske jegliche Altersangabe, im Netz wurde sie aber für Kinder "ab 36 Monaten" empfohlen.

Onlineangaben und Etitkett weichen ab

Auch das Zebra und der Steampunk wurden im Online-Handel "ab 36 Monaten" empfohlen, auf den Masken selbst aber befand sich der Hinweis "nicht geeignet für Kinder unter 14 Jahren". "Das ist für den Verbraucher sehr irreführend", erläutert Dr. Ines Anderie, Expertin für Bedarfsgegenstände am Prüf- und Forschungsinstitut (PFI) Pirmasens.

Was steckt in Karnevalsmasken?

WDR 2 Servicezeit | 01.02.2018 | 03:10 Min.

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Krebserregende PAK in Masken

In der Stichprobe wurden die Masken durch das Prüf-und Forschungsinstitut Pirmasens auf verschiedene gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe getestet: krebsverdächtige PAK, hormonaktive Weichmacher, Blei, umweltbelastende kurzkettige Chlorparaffine sowie giftige Lösemittel.

Nur drei Masken ohne Schadstoffe

Steampunk Karnevalsmaske

Schlechtes Ergebnis für Steampunk-Maske

Nur in drei Masken konnte keiner der untersuchten Schadstoffe nachgewiesen werden. Sechs Masken enthielten Schadstoffe unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte. Eine Maske – die "Steampunk-Halbmaske kupferfarben" enthielt krebsverdächtige PAK über den gesetzlichen Grenzwerten sowie Blei und Lösemittel.

Schadstoffe unterhalb der Grenzwerte

Die drei als Spielzeug gekennzeichneten Masken "Spiderman", "Hippie-Löwe" und "Star Wars Death Trooper" enthielten das krebserregende PAK Benzo(a)anthracen unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte. "Die Masken waren demzufolge verkehrsfähig. Allerdings sind PAK-Rückstände in Kinderartikeln nicht wünschenswert," beurteilt Chemikerin Anderie.

Mögliche Fehlanwendung durch Kinder

Bei der DEKRA Testing and Certification GmbH in Stuttgart haben wir die Masken auf Entflammbarkeit prüfen lassen. Denn auch wenn Masken den Hinweis "Achtung! Kein Spielzeug" tragen, können sie fälschlicherweise von Kindern benutzt werden.

Leichte Entflammbarkeit auch bei Spielzeugmasken

Bei Karnevalsmasken sei von einer vorhersehbaren Fehlanwendung durch Kinder auszugehen, erklärt DEKRA-Produktexperte Werner Leistner. Umgekehrt ist die leichte Entflammbarkeit auch für ältere Jugendliche und Erwachsene sehr gefährlich.

Vier Masken fingen Feuer

Vier Masken gerieten in Brand, darunter die mit Spielzeug-Piktogramm "nicht für Kinder unter 36 Monaten" versehenen Masken "Spiderman" und "Hippie-Löwe". Auch die "Steampunk-Halbmaske" und die "Katzenmaske" fingen Feuer.

Tipps für risikoarme Karnevalsmasken

Eine Zebra-Karnevalsmaske
  • Masken vorzugsweise durch hautverträgliche Schminke ersetzen
  • Wer auf Masken nicht verzichten möchte, sollte eine Sturmhaube darunterziehen um Hautkontakt zu vermeiden
  • Leicht riechende Masken vor dem Tragen gründlich auslüften lassen
  • Vom Kauf stark nach Lösungsmittel riechender Masken absehen
  • Um Entflammbarkeitsrisiken zu umgehen, besser Hartplastikmasken wählen

Stand: 01.02.2018, 06:00