Öko-Imprägniersprays im Check: Kein giftiges PFC

Unschädliches Imprägnieren Markt 08.01.2020 08:42 Min. UT Verfügbar bis 08.01.2021 WDR Von Philip Hinken

Öko-Imprägniersprays im Check: Kein giftiges PFC

  • Umweltfreundliche Imprägniersprays im Check
  • Wenig Informationen zu verwendeten Inhaltsstoffen
  • Kein Nachweis von PFC

Mit dem Etikett "Umweltfreundlich" und "PFC-frei" werben Hersteller von Imprägniersprays um Kunden. Ihr Versprechen: Wasserdichte Schuhe ohne Gefahren für Umwelt und Gesundheit. Der WDR hat vier dieser Produkte unter die Lupe genommen.

Nach Herstellerangaben nutzen die Sprays von Solitaire, Collonil und Jack Wolfskin die wasserabweisende Wirkung von Silikonen anstatt PFC. Toko verwendet eine Alkoholbasis und Wachs. Für den WDR hat das Labor auf die als gefährlich eingestuften cyclischen Silikone getestet. Sie wurden genauso wie per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) in keinem der Produkte nachgewiesen.

Ergebnisse im Überblick

Anmerkungen zum Test

Trockenzeit: Ist das Imprägnierspray nach 30 Minuten eingezogen?

Tropfentest: Auf das imprägnierte Material werden Tropfen von sechs verschiedenen Flüssigkeiten aufgetragen. Je weniger Tropfen einziehen, desto besser ist der Imprägnierschutz. Die angegebene Zahl besagt, wie viele Tropfen nicht eingezogen sind und somit, wie hoch der Imprägnierschutz ist.

Regentest: Das imprägnierte Material wird 10mal mit Wasser berieselt. Auf einer Skala von 0 bis 5 wird verdeutlicht, wie gut die Oberfläche dem Regentest standhält. 0 = vollständige Benetzung der Oberfläche, 5 = keine Benetzung der Oberfläche.

Cyclische Silikone werden in der EU als Gefahrenstoff eingestuft. Sie können die Fruchtbarkeit von Menschen beeinflussen, Wasserorganismen schädigen und sind in der Umwelt nur schwer abbaubar.

Beim Auftragen fiel vor allem das schlechte Abschneiden des Jack-Wolfskin-Sprays auf. Kai Tinschert vom Prüf- und Forschungsinstitut Pirmasens sieht den Fehler im Sprühmechanismus: "Das Mittel perlt recht stark ab und benetzt nicht so die Oberfläche, wodurch viel von dem Pflegemittel verloren geht und nicht auf dem Produkt haften bleibt." Das räumt teilweise auch der Hersteller ein und verweist auf die wasserbasierte Rezeptur. Einige Tropfen des Mittels könnten so auf dem Schuh bleiben und sollten mit einem sauberen Tuch abgewischt werden. "Von der Wirksamkeit des Produktes bei richtigem Gebrauch, sind wir allerdings nach wie vor überzeugt", so das Unternehmen.

Labortests mit eindeutigen Werten

Positiv ist, dass in allen Sprays tatsächlich kein PFC nachgewiesen werden konnte. Doch weder das Labor noch das Umweltbundesamt konnten abschließend bewerten, ob die Produkte ökologisch unbedenklich sind. Die vielen Warnzeichen auf den Produkten sprechen eher dagegen.

"Es ist selbst für uns als Umweltbundesamt häufig ein Problem, dass wir nicht wissen, welche Stoffe wo überhaupt verwendet werden", so Fraucke Stock vom Umweltbundesamt: "Das Problem ist zum Teil, dass in der Lieferkette die Händler manchmal nicht mehr genau wissen, was drin ist."

Keine Sicherheit über unbedenkliche Inhaltsstoffe

Denn Inhaltsstoffe würden häufig von Zwischenhändlern zugeliefert und erst am Ende vermischt.

Die Hersteller müssen nicht zu allen Inhaltsstoffen Angaben machen sondern nur zu gelisteten Giftstoffen. Verbraucherschützer fordern, dass alle Stoffe bekannt sein müssen und auf ihre Gefahren geprüft sein müssen, bevor sie auf dem Markt kommen. Das ist in der EU allerdings nicht der Fall.

Stand: 14.01.2020, 14:43