Hotelportale hinterfragen lohnt sich

Das Bild zeigt eine Preisvergünstigung: Preis vorher und Preis nachher.

Hotelportale hinterfragen lohnt sich

Von Michael Westerhoff

  • Hotelwebseiten häufig preiswerter als Hotelsuchmaschinen
  • Große Preisunterschiede zwischen den Hotelportalen
  • Vorsicht auch bei Vergleichsportalen wie Trivago

Zehn Versuche, zehnmal dasselbe Ergebnis. In unserer Stichprobe testen wir zunächst Hotels für ein verlängertes Wochenende in Paris. Mit einem verblüffenden Ergebnis: In allen zehn Fällen war eine direkte Buchung übers Hotel oder bei anderen Portalen preiswerter oder genauso teuer wie beim Branchen-Primus Booking.com. In einem Fall wirbt Booking.com sogar mit einer Best-Preis-Garantie. Tatsächlich ist die Buchung bei dieser Unterkunft über Booking.com genauso teuer wie direkt beim Hotel. Allerdings findet sich in diesem Fall ein billigeres Angebot beim Konkurrenten Expedia.

Die falschen Versprechen der Hotelportale

WDR 2 Servicezeit 03.05.2019 04:10 Min. WDR 2

Download

Unterschiede von mehreren tausend Euro

Erschreckend sind die großen Preisunterschiede. Das Hotel Mercure Gobelin in Paris wird für unseren Reisezeitraum bei Hotelportalen mit Preisen zwischen 107 und 233 Euro pro Nacht angeboten. Eine direkte Buchung beim Hotel würde für dasselbe Zimmer zur selben Zeit nur 90 Euro kosten.

Ähnlich groß sind die Unterschiede bei einer zweiten Stichprobe, bei der wir Preise für Hotels an der holländischen Küste für eine Familie mit zwei Kindern getestet haben. Ein Portal bietet uns das Radisson Blu in Noordwijk für zwei Wochen für über 5.000 Euro an, bei einem zweiten kostet dasselbe Hotel nur 3.100 Euro und beim Hotel selber sogar nur 2.700 Euro.

Studie warnt vor Preisen in Portalen

Unsere Ergebnisse decken sich mit einer Studie von Wissenschaftlern der Universität Düsseldorf. Die Forscher hatten bei ihren Tests herausgefunden, dass es in jedem vierten Fall preiswerter ist, direkt beim Hotel statt über ein Portal zu buchen. Bei unseren Stichproben war die Quote noch wesentlich höher. Unterkünfte wie das Hotel Alexander in Noordwijk bieten von sich aus eine Best-Preis-Garantie. Sprich: Ich bekomme das Zimmer direkt beim Hotel mindestens zu dem Preis, zu dem es das billigste Portal anbietet. Kein Wunder, dass Hotels ihre Zimmer lieber selber vermitteln. Damit sparen sie sich die Provision an Booking.com und Co.

Vorsicht auch bei Trivago und Co

Auffällig war, dass inzwischen auch Seiten wie Trivago, die Angebote verschiedener anderer Portale vergleichen, nicht mehr das billigste Angebot als Erstes auflisten, sondern das, an dem sie die höchste Provision verdienen. Das wird im Kleingedruckten auch angegeben. So kann es sein, dass Trivago ein teures Angebot besonders groß bewirbt. Wer ein billigeres haben möchte, muss beim Wunsch-Hotel erst auf „mehr Angebote“ klicken, um den billigsten Preis zu sehen.

Stand: 03.05.2019, 00:00