Holzkauf mit gutem Gewissen

Holzkauf mit gutem Gewissen

  • Mehr als ein Kubikmeter Holz verbraucht jeder im Durchschnitt pro Jahr
  • Holzverbrauch geht zulasten der Wälder
  • Verschiedene Siegel werben für nachhaltiges Holz
  • Tipps vom BUND für den umweltfreundlichen Holzkauf

"Den einfachen sorgenfreien Holzkauf gibt es nicht", sagt Martin Reinold, Waldexperte beim Ökoverband Naturland. Denn obgleich Holz als ein natürlicher und nachwachsender Rohstoff gilt, hängt die Umweltbilanz stark von der Baumart, Herkunft und Verwendung ab. Verschiedene Gütesiegel sollen Verbraucher Orientierung geben.

Das Ökosiegel Naturland

Das grüne Siegel Naturland

Die strengsten ökologischen Auflagen in Deutschland hat Naturland. Der Verband zertifiziert seit mehr als 20 Jahren Waldbetriebe, die nach strengen ökologischen Kriterien Forstwirtschaft betreiben. Dazu zählt der Verzicht von Kahlschlägen, Pestiziden und Düngemittel sowie Bodenbearbeitung und Bodenentwässerung.

Deutschlandweit bewirtschaften derzeit 18 kommunale und private Waldbetriebe eine Fläche von 53.000 Hektar nach Naturland-Richtlinien, das entspricht gerade einmal 0,5 Prozent des deutschen Waldes.

Das FSC-Siegel

Zehn Prozent der deutschen Waldfläche sind mit dem Siegel vom Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert. Der FSC legt sogenannte Minimalstandards fest, deren Einhaltung jährlich von unabhängigen Gesellschaften vor Ort geprüft wird.

Kinderspielzeug aus nachhaltigem Holz mit Gütesiegel "FSC"

Das FSC-Siegel ist kein reines Ökosiegel. Neben Umweltschutz spielen soziale Belange wie Arbeitsschutz und wirtschaftliche Interessen eine Rolle. Das sorgt immer wieder für Kritik. So hat sich Greenpeace im Frühjahr 2018 aus dem FSC-Siegel zurückgezogen. "Der FSC geht in Regionen wie Urwälder rein, die von der industriellen Waldnutzung verschont werden sollten, und gibt dem ein grünes Image", kritisiert Christoph Thies von Greenpeace.

Beste Alternative trotz Mängel

"Wir können als freiwilliges Siegel kein Landesrecht ändern", widerspricht Lars Hoffmann, FSC-Sprecher der Kritik. Solange das Landesrecht die Abholzung zulasse, könne man nur darauf hinwirken, dass die regional unterschiedlichen FSC-Standards eingehalten würden.

Trotz der Unstimmigkeiten ist das FSC-Siegel auch für Greenpeace das strengste internationale Siegel für nachhaltige Waldwirtschaft und daher vor allem für europäische Hölzer empfehlenswert.

Das PEFC-Siegel

Bäume und die Buchstaben PEFC in grün

Das PEFC-Siegel gilt aus ökologischer Sicht als wenig aussagekräftig. Zwar sind in Deutschland rund zwei Drittel der Wälder nach PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) zertifiziert und man wirbt mit nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Umweltschützer kritisieren aber die fehlenden regelmäßigen unabhängigen Kontrollen der Waldbauern vor Ort. Stattdessen werden Regionen pauschal bewertet, Kontrollen erfolgen nur stichprobenartig und die Vergabe erfolgt auf Basis der Selbstverpflichtung der Forstbetriebe.

So kaufen Sie Ihr Holz ökologisch - zehn Tipps vom BUND

• Nutzen Sie im Außenbereich Eiche, Robinie und Lärche als Ersatz für Tropenholz.
• Holz ohne deutliche Jahrringe stammt ziemlich sicher aus den Tropen – keinesfalls kaufen!
• Bevorzugen Sie unter heimischen Bäumen Laubhölzer wie Ahorn oder Buche – das fördert unsere naturnahen Wälder.
• Besonders ökologische Möbel sind solche aus Rotkern-Buche: Wer sie kauft, schafft indirekt einen Anreiz dafür, dass Buchen älter werden dürfen.
• Massivholzmöbel sind meist langlebiger, leichter zu pflegen als Spanplattenmöbel und gut renovierbar.
• Ob Brettchen oder Küchenfront: Abschleifen und Ölen erübrigt einen Neukauf.
• Um ökologisch zu bauen, achten Sie im Außenbereich auf konstruktiven Holzschutz: Staunässe oder Erdkontakt verhindern.
• Wollen Sie Produkte aus Holz (auch Grillkohle, Brennholz und Papier) ökologisch kaufen, achten Sie darauf, dass sie das Naturland- und FSC-Siegel tragen.
• Monieren Sie, wenn Ihr Händler keine Naturland- oder FSC-zertifizierte Ware aus Deutschland anbietet.

Stand: 06.06.2018, 19:00