Halloweenmasken im Test - Verbotene Weichmacher und unter Krebsverdacht stehende PAK gefunden

Halloweenmasken im Test - Verbotene Weichmacher und unter Krebsverdacht stehende PAK gefunden

Von Patricia Metz

  • Halloweenmasken – produktrechtliche Grauzone
  • Schadstoffe und Entflammbarkeit
  • Tipps für den Kauf von Halloweenmasken

Die Servicezeit wollte wissen: Wie steht es mit der Schadstoffbelastung und Entflammbarkeit von Halloweenmasken? Stellen diese für Kinder und Jugendliche eine Gefahr dar? In einer Stichprobe haben wir 10 Masken im Labor prüfen lassen. Erschreckendes Ergebnis: Viele Masken erfüllen nicht die Anforderungen an Spielzeugnorm und Produktsicherheit.

Rechtliche Grauzone – Vorschub für schwarze Schafe

Die getesteten Halloweenmasken

10 Halloweenmasken wurden auf Schadstoffbelastung und Entflammbarkeit getestet.

Das Problem: Obwohl vorwiegend Kinder und Jugendliche Halloweenmasken kaufen, behaupten Hersteller von Halloweenmasken oft, ihre Produkte seien gar nicht für Kinder gemacht. Trägt ein Produkt z.B. kein CE-Zeichen, jedoch den Hinweis "Achtung! Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen", darf es trotz leichter Entflammbarkeit verkauft werden.

Produktprüfer kritisieren diese rechtliche Grauzone. Sie leiste unseriösen Herstellern Vorschub. Bei Halloweenmasken sei von einer vorhersehbaren Fehlanwendung durch Kinder auszugehen, erklärt DEKRA-Produktexperte Werner Leistner. Nur wenige Hersteller weisen auf leichte Entflammbarkeit hin oder benutzen Warnhinweise wie „Achtung! Kein Spielzeug.“

Hormonaktive Weichmacher und krebsverdächtige PAK in Masken

In unserer Stichprobe wurden die Masken durch das Prüf-und Forschungsinstitut Pirmasens auf verschiedene gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe getestet: Gefahndet wurde nach krebsverdächtigen PAK, hormonaktiven Weichmachern, organschädigenden zinnorganischen Verbindungen, Cadmium und Blei, umweltbelastenden kurzkettigen Chlorparaffinen sowie giftigen flüchtigen organischen Verbindungen.
Nur in zwei Masken konnte kein Schadstoff nachgewiesen werden. Vier Masken enthielten Schadstoffe unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte.

Ebenfalls vier Masken fielen in der chemischen Analyse durch. Die Schweinsmaske bestand zu 25 % aus dem verbotenen Weichmacher DEHP und enthielt außerdem das beim Einatmen gesundheitsschädliche Cyclohexanon. Die Monstermaske enthielt bedenkliche Mengen des giftigen Schadstoffs Xylol, die Screammaske mit Blut enthielt verbotene Weichmacher in Maske, Schlauch und Dichtung sowie kurzkettige Chlorparaffine und der Totenkopf in Metalloptik enthielt krebsverdächtige PAK über den gesetzlichen Grenzwerten sowie Blei.

Leichte Entflammbarkeit bei Latexmasken

Eine Halloweenmaske wird auf Entflammbarkeit getestet.

Fünf getestete Latexmasken sind leicht entflammbar.

Gerade an Halloween werden vielerorts bei Veranstaltungen Feuer entzündet. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit könnte für Maskenträger schwerwiegende Folgen haben. Bei der DEKRA Testing and Certification GmbH in Stuttgart haben wir daher prüfen lassen, ob die Masken den standardisierten Test gemäß Spielzeugrichtlinie bestehen. Denn auch wenn Masken den Hinweis "Achtung! Kein Spielzeug" tragen, können sie fälschlicherweise von Kindern benutzt werden. Umgekehrt ist die leichte Entflammbarkeit auch für ältere Jugendliche und Erwachsene sehr gefährlich.

Ausgerechnet die beiden mit den Warnhinweisen "Achtung ab 14" und "Achtung kein Spielzeug" versehenen Produkte von Kodi und LeoStore.de bestanden den Test mühelos. Genau wie der nachtleuchtende Vampir, der silberne Totenkopf und die Screammaske.

Durchgefallen sind dagegen die übrigen fünf Latexmasken. "Diese Masken erfüllen die Schutzanforderungen an Produktsicherheit nicht und dürften daher nicht verkauft werden," resümiert Produktexperte Werner Leistner die Untersuchungsergebnisse. Zwei der Masken (Clownsmaske und Teufelsfratze) waren mit dem Piktogramm "nicht für Kinder unter 36 Monaten" versehen. Zwei Masken (Monster und Schwein) besaßen gar kein Etikett und auf dem Etikett des Zombies von Tedi fehlte eine entsprechende Altersempfehlung.

Aber auch ein Hinweis auf leichte Entflammbarkeit fehlte auf der Tedimaske. Eltern und Kindern fehlt der Hinweis, ob es sich um eine Kinder- oder Erwachsenenmaske handelt. Auch von der Größe der Maske lässt sich nicht auf einen bestimmungsgemäßen Gebrauch nur durch Erwachsene schließen. Denn Kinder im Alter von 12, 13 Jahren legen bis zur Volljährigkeit durchschnittlich nur noch etwa zwei cm Kopfumfang zu.

Tipps für risikoarme Halloweenmasken

  • Masken vorzugsweise durch hautverträgliche Schminke ersetzen
  • Wer auf Masken nicht verzichten möchte, sollte eine Sturmhaube darunterziehen um Hautkontakt zu vermeiden
  • Leicht riechende Masken vor dem Tragen gründlich auslüften lassen
  • Vom Kauf stark nach Lösungsmittel riechender Masken absehen
  • Um Entflammbarkeitsrisiken zu umgehen, besser Hartplastikmasken wählen