Geheimnisvolle Davert – Naturzauber vor den Toren Münsters

Fluss Emmerich

Geheimnisvolle Davert – Naturzauber vor den Toren Münsters

Von Andrea Klasen

Ursprünglich war die Davert bei Münster eine sumpfige Moor- und Heidelandschaft. Um 1800 begannen die Menschen dieses Gebiet zu entwässern. Sie pflanzten Eichen und die Davert wurde zu einer Kulturlandschaft. Heute ist beides zu sehen: die alten Strukturen und und die vom Menschen geschaffene Landschaft. Diese Mosaike bieten verschiedene Lebensräume.

Für Naturliebhaber ist die Davert so etwas wie ein Garten Eden. Abgesehen von der Schönheit der Landschaft, leben hier sehr viele seltene Pflanzen und Tiere. Außerdem kann man auerochsenähnliche Heckrinder und Konik-Pferde bei der Landschaftspflege beobachten.

Durch das Naturschutzgebiet "Davert" führt ein 4,5 Kilometer langer Naturlehrpfad. In einer Wanderkarte, die bei der örtlichen Gastronomie oder bei der NABU-Naturschutzstation Münsterland erhältlich ist, sind die einzelnen Stationen des Lehrpfades verzeichnet. Spannende Texte erklären uns, was wir gerade sehen und worauf wir achten können. Diese Texte sind auch über einen QR-Code abrufbar. Die NABU-Naturschutzstation Münsterland bietet zudem Führungen an.

Die NRW-Stiftung hat Flächen in der Davert gekauft, die von der NABU-Naturschutzstation Münsterland betreut werden. Die NRW-Stiftung erwirbt schützenswerte Flächen, die sie dann gemeinsam mit ehrenamtlichen Vereinen, dem NABU oder Biologischen Stationen schützt, erhält und pflegt. Wichtig ist der Stiftung auch, diese Gebiete naturliebenden Menschen zugänglich zu machen. Auch um Heimat- und Kulturpflege kümmert sich die NRW-Stiftung.

Wer nach seinem Spaziergang in der Davert noch mehr über Natur erfahren will, dem sei Haus Heidhorn (Westfalenstraße 490 in 48165 Münster) empfohlen. Dort im Biotop-Erlebnisgarten sind verschiedene Lebensräume en miniature nachgebaut worden. Unter anderem kann man die Unterwasserwelt eines Teiches bestaunen. Außerdem gibt es bei Haus Heidhorn einen 1,3 Kilometer langen Rundweg, "Wegbar", um barrierefrei Natur genießen zu können.

Geheimnisvolle Davert – Naturzauber vor den Toren Münsters

WDR 4 Spaziergang 16.01.2022 02:21 Min. Verfügbar bis 15.01.2023 WDR 4 Von Andrea Klasen


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Geheimnisvolle Davert - Naturzauber vor den Toren Münsters

Der Emmerbach fließt behäbig und ruhig durch das Naturschutzgebiet, das außerdem FFH-Gebiet ist und den Status "europäisches Vogelschutzgebiet" trägt. Hier in der Davert leben über fünfzig Brutpaare des seltenen Mittelspechts. Der Emmerbach ist eine Kinderstube für Libellen. Die stark gefährdete Helm-Azurjungfer ist hier zuhause. In der Davert gibt es landesweit das größte Vorkommen dieser Libellenart.

Birkenwald

In der Davert wechseln sich offene Flächen und kleine Waldstücke ab, - eben typisch Münsterland. Die Birke mag feuchte Untergründe. Man kommt sich an manchen Stellen ein bisschen vor wie in der Taiga. Undurchdringlich wirken diese Birkenbestände. Hier darf der Wald so sein, wie er möchte: unaufgeräumt, mit Totholzbäumen, die Wasserspeicher und Lebensraum vieler Tiere sind.

In der Davert wechseln sich offene Flächen und kleine Waldstücke ab, - eben typisch Münsterland. Die Birke mag feuchte Untergründe. Man kommt sich an manchen Stellen ein bisschen vor wie in der Taiga. Undurchdringlich wirken diese Birkenbestände. Hier darf der Wald so sein, wie er möchte: unaufgeräumt, mit Totholzbäumen, die Wasserspeicher und Lebensraum vieler Tiere sind.

Eichen-Buchenwälder und Eichen-Hainbuchenwälder herrschen hier vor, durchsetzt mit Erlen- und Birkenbrüchen. Die Eichenwälder in der Davert gehören zu den größten in Deutschland. Auch ein ganz seltener Baum ist hier zuhause: Die Flatterulme. Unter anderem zu erkennen an ihrem markanten Stamm, der an Mangroven erinnert. Also: Urwaldgefühl mitten im Münsterland!

Es scheint, als wachse die Flatterulme bis in den Himmel. In der Davert wird nicht durchgeforstet wie in einem Wirtschaftswald; hier dürfen die Bäume alt werden und auch sterben, damit sie als Totholzbaum weiterhin der Waldgemeinschaft nützlich sein können. Leben und sterben, - von diesem ewigen Zyklus erzählt uns die Natur.

Die alten Entwässerungsgräben sind heute noch zu sehen. Vor ca. zweihundert Jahren hat man die sumpfige Davert versucht trocken zu legen, um sie nutzbar zu machen. Eichen wurden gepflanzt. Wo der Boden noch immer nass und feucht ist, fühlen sich Erlen und Birken wohl.

In Zeiten des Klimawandels stellt sich die Frage, welche Baumarten wir zukünftig pflanzen. Wälder brauchen Struktur und Vielfalt, so wie die menschliche Gemeinschaft auch. Monokulturen mag die Natur nicht. Hier werden Baumarten erprobt. Um die Setzlinge vor Verbiss zu schützen, sind sie in eine Ummantelung gehüllt.

Diese Pflanzen am Wegesrand sehen aus wie Duschen unter freiem Himmel. Vielleicht doch etwas zu kalt für den Monat Januar.

Wer durch die Davert bei Münster geht, der wird begleitet vom Rufen der Gänse. Hier sehr schön zu sehen: Der Wechsel zwischen Waldstücken und Offenland. Im Übergangsbereich stehen Hecken. Dieser "Flickenteppich" aus unterschiedlichen Lebensräumen bietet vielen verschiedenen Tieren und Pflanzen ideale Bedingungen. So geht Bio-Diversität.

Vormals lebten die "Davertnickel" noch hier. Robuste Kleinpferde, die dem Menschen in der Landwirtschaft und als Militärpferd dienten. Diese Pferderasse starb um 1812 aus. Heute grasen Koniks hier. Osteuropäische Pferde, die den Dülmenern ähnlich sehen. Sie betreiben gemeinsam mit den auerochsenähnlichen Heckrindern Landschaftspflege in der Emmerbachaue. 

Die Davert bei Münster ist ein Kleinod. Auf dem 4,5 Kilometer langen Naturlehrpfad können wir vieles entdecken, begreifen und verstehen. Der Wald erzählt vom Zyklus des Lebens und wenn wir durch ihn spazieren, begreifen wir Menschen uns vielleicht als Teil dieser großen Natur.

Adresse fürs Navi:

Parkplatz an der Kreuzung Ottmarsbocholter Straße / Zum Klosterholz in 48165 Münster

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Stand: 16.01.2022, 13:10