Gutes Fahrrad für kleines Budget

 Gebrauchte Fahrräder

Gutes Fahrrad für kleines Budget

Von Louisa Schmidt

  • Hochwertige neue Räder sind teuer
  • Gebrauchte Modelle können gute Alternative sein
  • Fahrrad vor dem Kauf eingehend prüfen

Ein gutes neues Rad ist teuer: Zwischen 500 und 700 Euro sollten Verbraucher für ein sicheres Fahrrad mindestens einplanen, rät Stephan Behrendt vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Wer viel Wert auf Fahrkomfort legt, zahlt mitunter noch deutlich mehr: Räder um die 800 Euro gelten bei vielen Händlern gerade einmal als untere Mittelklasse. Wer weniger ausgeben will und dennoch ein hochwertiges Fahrrad sucht, sollte deshalb ein gebrauchtes Rad in Betracht ziehen.

Händler prüfen die Ware vor dem Verkauf

Viele Fachhändler haben in ihren Läden gebrauchte Räder im Angebot. Der Vorteil: Sie prüfen vorher, ob am Rad alles funktioniert und tauschen kaputte Teile aus. Wer hier kauft, kann also direkt losfahren. Allerdings ist die Auswahl oft klein – und die Interessenten finden im Zweifel nicht das für sie perfekte Rad. Der Troisdorfer Gebrauchtradhändler Michael Kroth hat immerhin rund 400 Räder im Angebot, die er für 120 bis 500 Euro verkauft und dafür auch eine Garantie bietet. Die Ersparnis im Vergleich zum neuen Modell ist hier allerdings deutlich kleiner als auf Flohmärkten oder in Portalen wie Ebay Kleinanzeigen.

Bremsen und Co. vor dem Kauf testen

Wer nicht beim Fachhändler einkauft, muss allerdings selbst prüfen, ob ein Rad noch gut in Schuss ist. Wichtig ist laut Händler Kroth zum einen der Rahmen: Kratzer im Lack sind normale Gebrauchsspuren. Finden sich am Rahmen aber Risse, Dellen oder größere Rostflecken, lässt man von dem Rad besser die Finger. Auch die Bremsen sollten noch funktionieren: Bremsbeläge und Felgen sind oft abgenutzt oder die Bremshebel lassen sich bis zum Anschlag durchziehen.

Probefahrt ist ein Muss

ADFC-Experte Behrendt rät Interessierten zu prüfen, ob die Naben und das Tretlager festsitzen, ob die Kette durchhängt oder abgenutzt ist. Risse an den Reifen und eine defekte Beleuchtung bedeuten zusätzliche Kosten. Unabdingbar ist laut ADFC die Probefahrt inklusive Test von Bremsen und Schaltung. Kritisch sind dabei auch Knack- oder Schleifgeräusche. Wer sich unsicher ist, kann einen Experten aus dem Bekanntenkreis zum Kauf mitnehmen. Außerdem sollten Kunden laut Behrendt auf einem Kaufvertrag bestehen, der die Rahmennummer des Fahrrads enthält. Denn auf Fahrradmärkten oder im Netz wird regelmäßig mit Diebesgut gehandelt.

Stand: 11.03.2020, 10:47