Himbeere - Anbau und Pflege

Ableger von Himbeeren

Himbeere - Anbau und Pflege

Von Daniela Charlotte Schwalb

Wann ist der beste Pflanzzeitpunkt? Wie sieht es aus mit Bewässerung, Düngung, Schnitt? Wir geben Pflege-Tipps.

Wenn sie Himbeeren selbst pflanzen wollen, dann kaufen sie junge neue Pflanzen. Egal, ob für den Garten, die Terrasse oder den Balkon. Nehmen sie keine Ableger, die ihnen von Freunden oder Nachbarn ans Herz gelegt werden. Das ist zwar nett gemeint, aber Altableger sind oft mit Pilzen oder Viren infiziert. Damit können sie sich in ihr neu angelegtes Beet eine Menge Krankheiten hinein holen.

Idealer Pflanzzeitpunkt

Der Frühherbst, ab September, ist die ideale Pflanzzeit für alle Himbeeren. Containerware kann das ganze Jahr über ab April/Mai, wenn die erste Fröste vorüber sind, gepflanzt werden. Nach dem Einpflanzen die Himbeerruten auf eine Länge von etwa 30 Zentimeter zurückschneiden. Dadurch wird die Pflanze gekräftigt und das Wachstum angeregt.

  • Unser Tipp: Vor dem Pflanzen, die Wurzeln circa 10 bis 15 Minuten wässern.

Boden und Standort

Der optimale Standort im Garten ist sonnig bis halbschattig und windgeschützt. Graben Sie die Himbeerpflänzchen in lockeren, leicht sandigen humusreichen Boden. Himbeeren sind Flachwurzler und daher empfindlich gegenüber Wurzelkrankheiten die durch Staunässe verursacht werden. Das können Sie zusätzlich vermeiden, indem Sie ein kleines Hügelbeet anlegen.

  • Unser Tipp: Wenn Sie den Boden mit Folie, Stroh oder Rindenmulch „beschatten“, erreichen Sie einen höheren Ertrag, da die dicht unter der Erde liegenden Wurzeln nicht so schnell austrocken.
Himbeeren anbauen

Zwischen den Reihen muss ein Abstand von etwa 50 Zentimetern gehalten werdem.

Abstand

Zwischen den Pflanzen einen Abstand von circa 150 Zentimetern, zwischen den Reihen ein Abstand von etwa 50 Zentimetern halten. Dann haben sie Licht und Luft, um gesund und kräftig zu wachsen, was auch einen Vorteil gegenüber möglichen Schädlingen darstellt.

  • Unser Tipp: Himbeeren eignen sich super als Mischkultur: Wenn sie Maiglöckchen, Vergissmeinnicht, Knoblauch oder Zwiebel dazwischen pflanzen, halten diese Pflanze gesund und können einen Befall durch den gefürchteten Himbeerkäfer verhindern.

Befestigung

Weil Himbeeren Spreizklimmer sind, benötigen sie eine Kletterhilfe. Fangen Sie schon damit an, wenn sie ganz jung sind, dann steckt die Himbeere ihre Kraft in die Ausbildung der Ruten und nicht in die der Wurzeln. Wenn sie größer sind, reicht ein einfaches Spalier aus Holzpfählen mit drei Spanndrähten völlig aus. Die Spanndrähte sollten in etwa 40, 80 und 120 Zentimetern Höhe angebracht werden.

Wurzelsperre

Himbeeren wuchern gerne. Das bringt Probleme für andere Pflanzen mit sich, aber auch für die Himbeere selbst, denn sie braucht wesentlich mehr Wasser und setzt ihre Energie in Wurzelaufbau und Wassersuche und nicht in die Ruten und Frucht. Um die Wurzelausläufer der Pflanzen zu bändigen, ist es sinnvoll das Beet ringsum mit breiten Streifen aus Teichfolie einzufassen.

Regelmäßige Bewässerung

Himbeeren brauchen regelmäßig Feuchtigkeit, aber nicht zu viel auf einmal. Um Staunässe zu verhindern, können Sie einen perforierten Schlauch ins Beet legen. Mit einem Bewässerungs-Timer und einer Zeitschaltuhr können Sie programmierte Bewässerungsintertervalle steuern. Diese Timer werden direkt an die Wasserhähne angeschlossen.

Düngung

Himbeeren sind pflegeleicht. Wenn Sie das Himbeerbeet jedes Frühjahr mit reifem Kompost mulchen und ein - bis zweimal im Jahr mit Beerendünger oder mit Kompost düngen, reicht das der Pflanze vollkommen.

Schnitt

Bei den Sommerhimbeeren tragen die Früchte am zweijährigen Holz. Das heißt, dass die Rute erst im zweiten Jahr Himbeeren ausbildet. Daher: Vor dem Winter werden nur die Ruten zurückschneiden, die in diesem Jahr bereits getragen haben. Die neuen Himbeerruten bleiben für das nächste Jahr stehen. Pro Pflanze lässt man maximal sechs Ruten stehen. Bei den Herbsthimbeeren werden die Ruten nach der Ernte komplett bodennah geschnitten.

Vermehrung

Himbeeren können sie durch Stecklinge, Wurzelausläufer oder Absenker selbst vermehren.

Wurzelstecklinge 

Mit dem Spaten ein paar kräftige Wurzelausläufer abstechen und mit einer scharfen Gartenschere in circa zehn Zentimeter lange Stücke teilen. Die anhaftenden Feinwurzeln nicht entfernen! Dann die Schnittlinge zehn Zentimeter tief in Topf oder Beet eingraben. Am besten in eine Erdmischung aus Humus und Sand und mit feuchter Erde bedecken.

  • Zeitpunkt: Oktober oder November. Um die Wurzeln vor Kälte zu schützen, eine Mulchschicht ausbringen. Im Frühjahr die Setzlinge dann an den gewünschten Standort pflanzen.

Ausläufer 

Schnell und unkompliziert: Ausläufer sind unterirdische bewurzelte Triebe. Sie treten an den unterschiedlichsten Stellen aus dem Boden. Ausgraben eines möglichst langen Ausläufers möglichst mit ausreichend Bewurzelung zwischen Oktober und April. Einsetzen am gewünschten Standort. Fertig.

  • Unser Tipp: Wenn Sie die Ruten mit einem Kupferdraht abbinden, wo sie unter der Erde liegen, stauen Sie dadurch den Pflanzensaft auf und regen die Wurzelbildung an.

Absenker

Ebenso schnell und unkompliziert: Wahlweise im März oder im Spätherbst diesjährige Triebe zum Boden herunterbiegen. Die Spitze etwa sechs Zentimeter tief in den Boden stecken und die Erde festtreten. Am besten zusätzlich mit Draht im Boden fixieren. Sobald der Trieb bewurzelt ist, kann er ausgegraben und an seinen endgültigen Standort verpflanzt werden.

  • Kleiner Tipp: Kürzen sie den Absenker vor dem Einpflanzen bis auf etwa 20 Zentimeter ein, dann wächst er kraftvoll an.

Achtung: Sonderfall Schwarze Himbeeren

Schwarze Himbeeren werden weder durch Wurzelstecklinge noch durch Ableger vermehrt. Um neue Pflanzen zu züchten, werden im Herbst die Triebspitzen abgesenkt und auf humose Gartenerde gelegt. Anschließend mit Erde bedeckt. Über den Winter bilden sich hieraus eigenständige Pflanzen, die man im Frühjahr von der Rute trennt und an die gewünschte Stelle pflanzt.

Stand: 02.05.2019, 12:00