Dahlie: Anbau und Pflege

Dahlienanbau

Dahlie: Anbau und Pflege

Von Charlotte Schwalb

Dahlien bezaubern durch ihre Form und Farbe ihrer Blüten, egal ob im Topf, im Kübel oder frei im Garten. Die Pflege nimmt etwas mehr Zeit und Mühe in Anspruch, als das bei anderen Pflanzen der Fall ist, aber das Ergebnis entschädigt.

Dahlienkalender
Ab Ende JanuarSteckling-Vermehrung , Teilung der Dahlienknollen möglich
Mitte/Ende AprilKnollen in Kübel pflanzen
Ende April / Anfang MaiKnollen ins Freie pflanzen, Vorher schon mal düngen
JuliMöglicher Zeitpunkt für 2. Düngung
Ab Ende AugustReduktion Gießen, nicht mehr Düngen
SpätherbstDahlien zurückschneiden / Aus der Erde holen / Knollen bzw. Kübel ins dunkle Winterquartier stellen, Boden umgraben bzw. lockern

Dahlienkalender als PDF

Das Bild zeigt einen Dahlienkalender.

Wann ist die beste Zeit zum Pflanzen, Düngen, Schneiden und Ernten? In unserem Kalender gibt es alle Termine auf einen Blick zum Abspeichern und Ausdrucken.

Standort

Dahlien haben ihre Blütezeit vom Sommer bis in den Herbst. Sie sind genügsam und brauchen nicht viel Platz. Aber der richtige Standort ist extrem wichtig: Geeignet ist ein windgeschützter Ort in sonniger Lage. Dahlien vertragen keine Staunässe, wie sie bei Tonböden vorkommt. Man sollte vermeiden, sie unter Bäume oder Sträucher zu pflanzen, da die Wurzelkonkurrenz zu stark ist.

Die Dahlie als Bienenweide

Insekten werden magisch v.a. von Dahlien angezogen. Allerdings nur von den ungefüllten, denn nur diese halten für ihre tierischen Blütenbesucher Pollen und Nektar bereit. Bei gefüllten Sorten gestaltet sich der Versuch der Insekten an die Pollen zu gelangen zu einem wahren Kraftakt. Daher lassen sie es meistens sein.

Vorbereitung

Dahlien benötigen einen normalen, gut wasserdurchlässigen humosen Boden. Bevor die Knollen in die Erde kommen, brauchen sie schon Pflege: Zuerst Düngen. Am besten mit Rinderdung oder Hornspänen, die direkt mit ins Pflanzloch gegeben werden. Den Boden bereits im Herbst gründlich umgegraben oder mit der Grabegabel möglichst tief auflockern.

Garten-ABC: Dahlie mit Gärtnerin

Dahlien sind genügsam und brauchen  nicht viel Platz.

Kurz vor der Pflanzzeit im Frühjahr: mineralischen oder organischen Volldünger auf den Boden streuen. Bei extrem schweren Böden empfiehlt sich eine Lockerung des Bodens mit Sand. Bei leichten Sandböden mit Kompostschicht das Bodenklima verbessern. Für eine möglichst frühe Blüte kann man Dahlien bereits ab März vorziehen. Dazu werden sie in einen Topf gepflanzt und in einem kühlen Raum ans Fenster gestellt. Gegossen werden sollte nur vorsichtig.

Pflanzen

Ab Anfang Mai die Knollen der Dahlien an einen sonnigen Platz pflanzen, wenn das Frostrisiko nicht mehr groß ist. Dazu ein spatentiefes Loch graben und eine handvoll Hornspäne als Dünger unter die Dahlien-Knolle geben. Die Knolle sollte 3 bis 5 cm mit Erde bedeckt sein.

Dahlienknolle

Ab Anfang Mai die Knollen der Dahlien an einen sonnigen Platz pflanzen, wenn das Frostrisiko nicht mehr groß ist.

Schon beim Pflanzen die Dahlie stützen. Am besten mit einem Holzpfahl, Bambus- oder Eisenstab, der direkt neben die Knolle in das Pflanzloch gesteckt wird. Die Länge des Stabes richtet sich nach der Wuchshöhe der Dahliensorte.

Mehrjährige größere Knollen werden vor dem Einpflanzen mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere geteilt. Alle Teilungsstücke müssen Knospen (Augen) oder Triebansätze am Wurzelhals haben, sonst gehen sie nicht an.

Folgende Pflanzabstände sind für eine gute Entwicklung der Pflanzen wichtig:

  • 80 bis 100 cm für hohe Sorten bis maximal ca. 180 cm 
  • 60 bis 70 cm für mittelhohe Dahlien bis 120 cm Höhe 
  • 30 bis 40 cm für niedrige Beetdahlien

Nach dem Pflanzen erstmal nicht gießen, um Fäulnis zu vermeiden. Eine ausreichende Wasserversorgung ist in dieser Zeit aus der Knolle selbst gewährleistet.

Tipp: Wer viele Blüten möchte: Am besten 10 Tage nach dem Pflanzen die Triebspitze abschneiden, um die Verzweigung der Pflanzeweiter unten zu fördern.

Im Kübel

Dahlien gedeihen auch gut im Kübel. Sie benötigen nur ausreichend Platz. Für drei Knollen sollte man ein Gefäß mit einem Durchmesser von mindestens 25 Zentimeter nehmen. Zusätzlicher Vorteil: Je größer das Gefäß, desto geringer die Gefahr, dass die Dahlien unter Wassermangel leiden.

Die Knollen bis Mitte/Ende April in den Pflanzkübel setzen. Je höher eine Sorte wird, desto größer sollte das Gefäß sein. Die Knollen mit dem Wurzelhals etwa 5 cm tief in die Erde legen. Den Wurzelhals nicht verletzen.

Drohen Spätfröste, am besten junge Triebe mit einem Vlies schützen. Eine etwa 5 cm hohe Kiesschicht am Topfboden lässt das Gießwasser besser abfließen und sorgt für Stabilität. Da Dahlien Nährstoffe brauchen, beim Pflanzen einen Langzeitdünger in die Blumenerde mischen.

Pflege

  • Sobald die ersten Triebe der Knolle entspringen, kann gegossen werden.
  • Bei größeren Sorten und neu wachsenden Trieben nur die 3 stärksten stehen lassen.
  • Während der Blütezeit: regelmäßig gießen. Am besten morgens und abends. Und: verwelkte Blütenteile abzupfen. Dadurch regen sie die Pflanze an, bis fast in den November hinein ständig neue Blüten zu bilden. Auch das Abschneiden verblühter Dahlien ist da förderlich. Wichtig dabei: nicht nur den Blütenkopf, sondern den kompletten Stängel bis zur nächsten Verzweigung entfernen.
  • Tipp 1: Stationäre Tropfschläuche sind gut geeignet, da sie den Gießaufwand und die Gefahr von Pilzbefall an den Blättern vermindern.
  • Tipp 2: Ab Ende August etwas weniger gießen, so wird die Knolle angeregt, Wasser zu speichern. Dann auch nicht mehr düngen, damit die Knollen besser ausreifen und im Winterquartier nicht faulen.

Winterfestigkeit

Da Dahlien frostempfindlich sind, können sie nicht im Freiland überwintern. Sobald der erste Frost kommt, färben sich die Blüten der Dahlien einheitlich braungelb. Ihre ursprüngliche Farbe verschwindet. Deshalb reinstellen oder noch vor den ersten Nachfrösten auf 10 bis 15 Zentimeter über der Erde zurückschneiden. Ist auch das Restgrün verdorrt, die Knolle vorsichtig ausgraben, Erde abschütteln und auf Krankheiten und Schadstellen untersuchen. Faulige Stellen mit einem scharfen Messer wegschneiden. Die Wunden mit Holzkohlepulver desinfizieren.

Dann: Knollen an der Luft trocknen lassen und darauf achten, dass sich in den hohlen Stängeln kein Wasser mehr befindet. Beachten sie: Ab 10 Grad beginnen die Knollen zu treiben. Daher zum Überwintern in einen trockenen Keller mit einer Raumtemperatur von etwa fünf bis acht Grad lagern. Am besten nebeneinander und nicht übereinander legen. Damit sie nicht komplett austrocknen in Zeitungspapier wickeln oder in Sand oder Sägespäne stecken.