Chili: Anbau und Pflege

Junge Chilipflanze in einem Topf.

Chili: Anbau und Pflege

Von Charlotte Schwalb

Chilis sind super geeignet für Kästen oder Kübel. Sie lieben sonnige Plätzchen am Fenster, auf dem Balkon oder im Garten.

Chilis kann man als Pflanzen oder Samen problemlos beim Saatgutfachhändler im Internet bestellen, selbst ausgefallenste Sorten. Ebenso lassen sie sich auf einer der vielen Samenbörsen tauschen. Alternativ: die Samen einfach aus gekauften Früchten gewinnen. Vorsichtig die Samen aus der Schote entfernen, im Warmen auf Küchenpapier trocknen lassen, dann im Kühlschrank luftdicht abgeschlossen lagern bis zur Aussaat.

Wichtig: Chilis leicht mit Erde bedecken. Ihre Samen benötigen ausreichend Wärme und Feuchtigkeit zur Keimung. Die Samen in Aussaaterde oder Quelltöpfchen säen (Abstand ca. 1,5 bis 2 cm). Temperaturen zwischen 20 - 30°C sind ideal. Die Keimung erfolgt, je nach Temperatur, innerhalb von ein - zwei Wochen. Bei Wildchilis kann die Keimung auch mehrere Wochen dauern. Nach Bildung zweier Blattpaare die Pflanzen in einem größeren Topf vereinzeln.

Bodenvorbereitung

Chilis sind Starkzehrer, brauchen viel Nährstoffe. Es empfiehlt sich, die Erde 8 bis 10 Tage vor dem Auspflanzen vorzubereiten und das Beet zum Vorwärmen mit schwarzem Plastikmulch abzudecken. Die Erde mit etwas Kompost und/oder Mist versetzen. Dies gilt besonders dann, wenn an derselben Stelle zuvor stark zehrende Pflanzen angebaut wurden. Zudem sorgt Kompost für Wasserspeicherung und verbessert die Drainage.

Tipp: Beim Einsetzen oder Umpflanzen große Gefäße nehmen, da Chilis ein weit verzweigtes, aber sehr dünnes und zartes Wurzelgewebe haben. Es besteht die Gefahr, dass bei zu kleinen Pflanzgefäßen beim Umtopfen Teile der Wurzeln beschädigt werden.

Pflanzzeit

Die Aussaat im Innenraum geht ab Januar/Februar. Pflanzt man direkt im Freien besser erst ca. 3 Wochen nach dem letzten Nachtfrost, also nach den Eisheiligen Mitte Mai, da die meisten Chilis nicht winterhart sind. Ein Folientunnel verkürzt die Wartezeit um ca. 2 Wochen. Die Chilis so früh wie möglich mit einem Stab stützen, da sie später das volle Gewicht der Schoten mit tragen müssen.

Tipp: Gewöhnen sie die Jungpflanzen an die UV-Strahlung der Sonne, sonst leiden sie schnell unter Sonnenbrand. Sprich, die Blätter bekommen silberne Streifen, vertrocknen und fallen ab.

Frucht der "Capsicum Pubescens"

Frucht der "Capsicum Pubescens"

Pflanzen

Die Chilis mit einem Abstand von 40 bis 50 cm einsetzen. Die Oberkante des Wurzelballens sollte mit etwa 1 cm Erde bedeckt sein. Die Pflanzen gut angießen.

Tipp: Um die Verdunstung zu regeln und den Unkrautwuchs zu unterdrücken, ist eine Mulchschicht sinnvoll.

Pflege

Wässern: Chilis mögen keine Stau-Nässe! Bei zu viel Wasser besteht die Gefahr der Wurzelfäule. Daher am besten von oben gießen. Eine sparsame Düngung reicht. Einmal schon beim Vereinzeln der Setzlinge etwas Langzeitdünger unter die Erde mischen. Ein zweites Mal düngen, wenn die Chilis das erste Mal blühen.

Winter: Die meisten Chilis sind nicht winterhart. Daher werden in unserem Klima eher einjährige Chilis bevorzugt. Doch gerade im zweiten Jahr fällt die Ernte viel reichhaltiger aus. Hat man sich also mehrjährige angeschafft, sollte man folgendes fürs Überwintern berücksichtigen: in unbeheizte frostfreie, möglichst helle Räume, wie Wintergärten, helle Badezimmer oder kühle Treppenhäuser stellen. Wenig gießen und nicht düngen. Erst ab etwa Mitte Februar wieder wässern. Nach der Winterpause, Ende Februar/Anfang März, in frische Erde umpflanzen und düngen. Erster Rückschnitt vor der Winterruhe.

Eine junge Pflanze wächst unter einer Plastikflasche

Eine junge Pflanze wächst unter einer Plastikflasche

Tipp: Verwenden sie einen selbst hergestellten biologischen Dünger: Eine Mischung aus Meeresalgen, Muschelkalk und Knoblauch

Schnitt: Bei mehrjährigen Chilis Anfang März etwa 10-20 cm über der Erde zurückschneiden. Dabei 3-4 Augen stehen lassen, aus denen dann neue Triebe wachsen können. Bei Topfchilis: die Pflanze aus dem Topf nehmen und den Wurzelballen etwas zurückschneiden und mit spezieller Paprikapflanzerde wieder auffüllen.

Ernte

Grundregel: Chilis sind erst dann reif, wenn sie nicht mehr grün sind. Das gilt für alle Sorten! Auch grüne Chilis (Jalapeño) lassen sich ernten und essen, selbst die können bereits sehr scharf sein. Ihr volles Aroma jedoch entfalten sie erst, wenn sie reif sind. Ernte: etwa drei Tage nach dem Farbumschlag der Frucht. Wenn man sie zu lange hängen lässt, wird sie weich. Aufgrund langer Reifezeitbeginnt die Erntezeit meist erst im August/September, kann aber bis in den November andauern.

Tipp: Der Ernteertrag kann durch frühzeitige Ernte erhöht werden, denn die Pflanze produziert weiter Blüten und dadurch auch neue Früchte. Schneidet man die sog. „Königsblüte“, das sind die Blüten, die in der ersten Verzweigung der Pflanze entstehen, ab, soll das das Wachstum und Ernteerfolg der Pflanze enorm fördern.

Chilikalender als PDF

Das Bild zeigt einen Chilikalender.

Wann ist die beste Zeit zum Pflanzen, Düngen, Schneiden und Ernten? In unserem Kalender gibt es alle Termine auf einen Blick zum Abspeichern und Ausdrucken.