Brombeere: Anbau und Pflege

Aufnahme einer Brombeere

Brombeere: Anbau und Pflege

Von Charlotte Schwalb

Brombeeren sind robuste Pflanzen, die an den Boden keine hohen Ansprüche stellen. Mit unseren Tipps zu Anbau und Pflege gibt es eine reiche Ernte.

Worauf man beim Einkauf achten sollte

  • Jungpflanzen sollten drei gesunde, frischgrüne Grundtriebe ohne Verletzungen oder eingetrocknete Rindenpartien haben.
  • Topfballen sollte gut durchwurzelt sein (beim Austopfen darf keine Erde mehr abfallen, am Topfboden dürfen noch keine Drehwurzeln zu sehen sein.

Tipp: Im Zweifelsfall Brombeersträucher in der Gärtnerei kurz aus dem Topf nehmen, Wurzelballen auf eventuelle Mängel inspizieren. Unbedingt auf die Wuchsstärke achten: stark wachsende Brombeer-Züchtungen können die Dimensionen eines kleinen Gartens leicht sprengen.

Brombeersträucher

Der beste Platz für einen Brombeerstrauch ist vor einer nach Süden ausgerichteten Hauswand.

Der ideale Standort

  • Düngung: ein bis zwei Mal im Jahr mit organischem Kompost oder Mist
  • Standort: sonnig bis halbschattig; Frost- und windgeschützt. Der beste Platz: vor einer nach Süden ausgerichteten Hauswand, denn je sonniger sie steht, desto süßer werden die Früchte.
  • Boden: leicht sauer, mittelschwer, humos und gut durchlüftet. Bei besonders schweren und nährstoffarmen Böden: Kompost oder Pflanzenerde unter den Boden mischen.
  • Achtung: Brombeerpflanzen sind nicht wirklich winterhart. Im Garten im Spätherbst alle Triebe zu Boden legen und mit Reisig abdecken. Auf Balkon oder Terrasse sind gerade auch Jungruten frostanfällig. Daher: Abdecken der Pflanze im Winter mit Schilfmatten oder Reisig.
Brombeere im Schnee

Brombeerpflanzen sind nicht wirklich winterhart.

Anbau

  • Pflanzzeit: Im Frühjahr - dadurch können sie fest verwurzeln, Frostschäden lassen sich weitestgehend vermeiden.
  • Vorher: Kurzes Eintauchen der Pflanze in Wasser. Der Trieb sollte mindestens bleistiftdick sein und ein bis zwei kräftige Triebknospen am Wurzelhals haben.
  • Einpflanzen: Wurzelballen auseinanderziehen, möglichst tief einsetzen, Triebknopsen an der Wurzel sollten zwischen 3 bis 5 cm mit Erde bedeckt sein. Eine Handvoll Hornmehl oder Beerendünger ins Pflanzloch geben. Erde vorsichtig antreten. Boden gründlich einschlemmen. Ist die Pflanze im Boden: Aufbringen einer rund fünf Zentimeter starken Schicht Rindenmulch, Grasschnitt oder groben Kompost. Abschließend Triebe auf etwa einen halben Meter kürzen.
  • Abstand: bei kräftig rankende Pflanzen: Abstand von 3-4 Metern, ansonsten 1,50-2 Meter.

Pflege

Wässern und Düngen

  • Im Garten: Brombeeren brauchen leicht feuchte Böden. Bei andauernder Trockenheit öfters gießen.
  • Im Kübel: Häufig gießen, bevorzugt mit Regenwasser.
  • Düngen: Jeweils jährlich Anfang April düngen mit einem für Beerensträuchergeeigneten Nährstoffgemisch. Zur Unterdrückung von Unkraut empfiehlt sich mulchen.

Stützen

Ab einer Wuchshöhe von gut 15 Zentimetern die Brombeerjungpflanze mit einem Drahtrahmen stützen, umso besser kann sich die Pflanze bewurzeln und so auch mit Nährstoffen versorgen. Der Rahmen ist nicht nur Stütze, er sorgt auch für mehr Licht und Luft. Das verbessert die Reife und hilft bei der Vermeidung von Krankheiten. Ausgewachsene Brombeeren mit einem Drahtgestell stützen mit 1-2 Spanndrähten. Empfohlene Gerüsthöhe: zwei bis 2,20 Meter, bei hoch wuchernden bis zu 2,50-3 Meter.

Der Drahtrahmen ist wie ein Spalier aufgebaut: Bewährt haben sich vier bis fünf waagerechte, zwischen mannshohen Holzpfählen gespannte Drähte mit Kunststoffummantelung. Abstand zwischen den Spanndrähten: 30 bis 40 Zentimeter. Den ersten Draht bei 50 Zentimeter Höhe über dem Boden befestigen. Abstand zwischen den Drähten nicht zu groß halten.

Schnitt

Die Brombeere ist eine zweijährige Pflanze. Im ersten Jahr kommen die Jungruten und im zweiten Jahr an den Jungruten die Seitentriebe. Dort wird dann geerntet. Für eine ertragreiche Ernte und eine gesunde Pflanze gilt:

  1. Schnitt Ende Mai / Anfang Juni - der sogenannte Sommerschnitt  wenn sich genügend Jungruten gebildet haben. Ca. 6 Jungrutentriebe pro Pflanze belassen. Die tragen im nächsten Jahr die Früchte.
  2. Schnitt ab Oktober - der sogenannte Winterschnitt - die alten, zweijährigen Ruten bodennah entfernen.

Ernte

Sortenabhängiger Beginn ab etwa Ende Juli bis Mitte Oktober. Eine Brombeere muss sich beim Pflücken leicht lösen, quasi „in die Hand fallen“, nur dann sind sie wirklich reif. Brombeeren reifen nicht nach. Verarbeiten sie die Beere am besten gleich nach dem Pflücken, sie sind nur kurz Zeit haltbar. Pflücken sie daher mehrmals pro Woche nur die ganz reifen Früchte.

Aufnahme einer Brombeere auf grünen Blättern

Diese Brombeeren sind reif.

Vermehrung

  • Samen: Die Anzucht aus Samen ist schwierig und langwierig. Empfohlene Vorgehensweise: Aussähen in nährstoffarmer, möglichst sterilisierter Anzuchterde. Brombeersamen sind lichtgehemmt, daher: mit einer dünnen Schicht Erde bedecken, Pflanzgefäß mit Folie abdecken, in einen kühlen Raum stellen. Regelmäßig feucht halten. Es darf nicht austrocknen. Sobald erste Keimlinge sprießen , an einen Ort mit Zimmertemperatur umsiedeln, idealerweise ein Gewächshaus. Nach etwa vier Wochen Vereinzelung der Sprösslinge in kleine Töpfe. Ab einer Größe von etwa 20 cm können die Jungpflanzen in den Garten oder in Kübel gepflanzt werden.
  • Stecklinge: Schneller sind Stecklinge: Ein 5 -10 cm langes Stück, das über 2-3 Knospen verfügt, von einem einjährigen belaubten Brombeertrieb abschneiden. Diesen einpflanzen in einen hohen Topf mit Anzuchtsubstrat, das muss feucht gehhalten werden. In der Zeit brauchen Stecklinge sowohl hohe Luftfeuchtigkeit als auch Temperatur. Daher: Abdecken des Topfes mit lichtdurchlässiger Folie. Alternativ auch das Gewächshaus. Wurzeln bilden sich in der Regel nach 3 - 4 Wochen, erkennbar an der Bildung frischer Blätter. Folie nach und nach entfernen, weiter regelmäßige gießen. Ist die Folie komplett entfernt Stecklinge in größere Töpfe pflanzen. Nach und nach ans Außenklima gewöhnen. Den Sommer über draußen stehen lassen. Im Herbst in den Garten pflanzen.
  • Ausläufer: Schnelle und unkompliziert: Ausläufer sind unterirdische bewurzelte Triebe. Sie treten an den unterschiedlichsten Stellen aus dem Boden. Ausgraben eines möglichst langen Ausläufers möglichst mit ausreichend Bewurzelung zwischen Oktober und April. Einsetzen am gewünschten Standort.
  • Absenker: Auch Schnelle und unkompliziert: Wahlweise im März oder im Spätherbst diesjährige Triebe zum Boden herunterbiegen. Die Spitze etwa 6 cm tief in den Boden stecken und die Erde festtreten. Am besten zusätzlich mit Draht im Boden fixieren. Sobald der Trieb bewurzelt ist, kann er ausgegraben und an seinen endgültigen Standort verpflanzt werden. Kleiner Tipp: Kürzen sie den Absenker vor dem Einpflanzen bis auf etwa 20 cm ein, dann wächst er kraftvoll an.

Brombeerkalender als PDF

Das Bild zeigt einen Brombeerkalender.

Wann ist die beste Zeit zum Pflanzen, Düngen, Schneiden und Ernten? In unserem Kalender gibt es alle Termine auf einen Blick zum Abspeichern und Ausdrucken.