Apfel: Anbau und Pflege

Apfel: Teaser

Apfel: Anbau und Pflege

Von Charlotte Schwalb

Mit der richtigen Pflege lassen sich viele leckere Äpfel ernten. Wir geben Tipps vom Standort, Schnitt und Winterschutz.

Apfelkalender
FebruarSicherheitshalber Weissanstrich auffrischen
März - AprilMulschicht entfernen
Ende April/Anfang MaiBlütezeit
JuniMulchen
Mitte Juni - OktoberApfelernte
HerbstErster Weissanstrich
Oktober - Anfang NovemberPflanzzeit

Apfelkalender als PDF

Das Bild zeigt einen Apfelkalender.

Wann ist die beste Zeit zum Pflanzen, Düngen, Schneiden und Ernten? In unserem Kalender gibt es alle Termine auf einen Blick zum Abspeichern und Ausdrucken.

Pflanzzeit

Grundsätzlich gilt: Herbst ist die Pflanzzeit für einen Apfelbaum. Gepflanzt wird meist Mitte bis Ende Oktober bzw. Anfang November. Hat man Containerware kann diese unabhängig von der Jahreszeit in den Garten gesetzt werden. Doch auch bei Containerware ist es empfehlenswert den Apfelbaum im Herbst zu pflanzen, denn so hat der junge Apfelbaum den Winter hindurch Zeit, sein Wurzelwerk im Erdreich zu etablieren. Während der Sommermonate müsste der Apfelbaum jeden Tag kräftig gewässert werden, damit er überhaupt anwächst.

Standort

Ein Apfelbaum kann sehr groß werden und seine Krone weit, daher ist die Standortwahl schon von daher wichtig, weil er ausreichend Platz braucht. Eine Alternative für den kleinen Garten wären Bäume im Spalier oder als Säule. Schon bei der Platzwahl für den Apfelbaum im eigenen Garten, kann auf den Vitamingehalt der späteren Frucht Einfluss genommen werden: Je mehr Sonne die Äpfel abbekommen, desto vitaminreicher sind sie. Daher am besten offen nach Südosten(Spalierbäume) an einen sonnig hellen bis halbschattigen Platz pflanzen.

Boden

Apfelbäume lieben nährstoffreichen und frischen Boden. Gut geeignet sind humushaltige Lehmböden pH 5.5 - 6.5, durchlässig, tiefgründig, kalkhaltig, feucht, nährstoffreich. Staunässe, kalte und nasse Tonböden oder sandige Böden mögen sie gar nicht. Bodenvorbereitung: Bei ungeeigneter Erde 2 bis 3 Monate vorher am Pflanzort ein 1 m breites und ca. 0,7 m tiefes Loch ausheben und dieses mit Kompost oder gut verrottetem Stallmist auffüllen. Nicht verdichten.

Pflanzen

Vor dem Pflanzen verletzte Wurzeln entfernen und die anderen Wurzeln einige Zentimeter kürzen. Gerüstäste oberhalb der dritten Knospe (ca. 25 cm Astlänge) beschneiden. Für Stabilität und gutes Wurzelwachstum das Pflanzloch mit einem Durchmesser von mindestens 80 und einer Tiefe von 50 cm anlegen Die Veredelungsstelle am Stamm sollte knapp oberhalb des Bodens liegen. Einschlemmen mit dünnflüssigem Lehm ist vorteilhaft aber kein Muss. Am besten jetzt schon auf Vorrat düngen: das Pflanzloch mit einem Kompost-Erde-Gemisch auffüllen. Die Erde immer wieder leicht antreten, wegen der Stabilität.

Tipps

  1. Geben sie dem jungen Baum eine Stütze mittels Pfählen, an die sie den jungen Baum anbinden, entweder bevor sie den Baum in das Pflanzloch versenken, oder danach. Der Abstand zum Baum sollte gut 60 Zentimeter betragen.
  2. Die Bodenscheibe des jungen Baumes unkrautfrei zu halten, am einfachsten mit einer Schicht Mulch, Stroh- oder Grasschnitt.
  3. Gerade in den ersten Jahren braucht der junge Baum viel Wasser.
  4. Der Pflanzabstand zum jeweils nächsten Baum sollte bei Hochstämmen zwischen 8-10 Metern betragen.
  5. In direkter Nähe sollte eine sogenannter „Befruchter“ stehen. Also eine Apfel- oder Zierapfelsorte, die zur gleichen Zeit blüht, da Apfelbäume auf Fremdbefruchtung angewiesen sind.

Pflege

  • Wässern: Junge Apfelbäume brauchen besonders im ersten Jahr nach der Pflanzung, v.a. bei längeren Trockenperioden (ab 3 bis 4 Wochen), eine gute Bewässerung.
  • Düngen: Dafür brauchen die jungen weniger Düngung als die älteren. Kompost und Stein- oder Algenmehl beim Einpflanzen reichen. Für ältere Apfelbäume gilt: zweimal im Jahr Düngen mit Kompost oder kalihaltigem Naturdünger. Einmal zwischen Ende März und Anfang April und zum zweiten Mal Ende Mai. Ideal sind Kompost, Hornmehl oder Kalkammonsalpeter als Ergänzung.
  • Schnneiden: Das Beschneiden von Apfelbäumen teilt man grob in Drei Phasen ein:
Apfel: Triebe kürzen

Das Beschneiden von Apfelbäumen teilt man grob in Drei Phasen ein: In den Erziehungsschnitt beim frisch gepflanzten Apfelbaum, den Aufbauschnitt und den den Erhaltungsschnitt.

  1. Der Erziehungsschnitt beim frisch gepflanzten Apfelbaum: Der erste Schnitt sorgt dafür, dass der junge Baum eine regelmäßige , gut verzweigte Krone bildet. Daher erfolgt er direkt nach der Pflanzung. Alle steil aufgerichteten Seitenäste werden entfernt, wenn sie mit dem Mitteltrieb um die "Hauptrolle" konkurrieren. Auch der Mitteltrieb selbst wird leicht ein gekürzt.
  2. Der Aufbauschnitt: Im nächsten Herbst nach der Pflanzung ist ein Rückschnitt erforderlich. Dieser Aufbauschnitt soll dazu führen, dass der Baum sich gut verzweigt und eine spindelförmige Krone ausbildet. Steil nach oben wachsende Seitenzweige und lange, unverzweigte Triebe werden ein gekürzt, um die Bildung von fruchttragenden Zweigen zu fördern. Alle Triebe, die sich zu stark nach untenneigen, an anderen Trieben reiben oder ins Kroneninnere wachsen, werden entfernt.
  3. Der Erhaltungsschnitt: Nach fünf Jahren ist der Aufbau der Baumkrone abgeschlossen. Jetzt heisst es: die Fruchtbarkeit des Baums zu erhalten. Alle Früchte sollten genügend Licht bekommen. Wieder werden steil nach oben und ins Kroneninnere wachsende Triebe und altes abgetragenes Fruchtholz entfernt. Zu dichte Kronenpartien werden ausgelichtet.

Schnittzeitpunkt

Ein frostfreier, trockener Tag im Spätwinter ist ideal. Die Bäume befinden sich noch in der Winterruhe, gleichzeitig dauert es nicht mehr lang, bis die Wachstumsphase beginnt und die Wundheilung einsetzt.

Hilfestellung

Damit Wunden schnell wieder zuwachsen und um Faulstellen zu vermeiden, ist die richtige Schnittführung wichtig: schräg kurz über einer nach außen weisenden Knospe, damit der Trieb gen Licht wächst. Wenn ganze Äste entfernen werden, dann eng am sogenannten „Astring“, also knapp über der Verzweigung, abschneiden.

Tipp: Beim Schnitt nicht zu zaghaft! Die Äste wachsen sonst nur zögerlich und schwach nach. Die Entstehung von Astgabeln gilt es zu vermeiden, da sich hier Wasser sammelt und Fäulnis entstehen kann.

Ernte

Die Erntezeit liegt, je nach Sorte, zwischen Ende Juli und November. Erst die großen Äpfel pflücken, damit die Kleinen nachwachsen können. Frühsorten werden bei Genussreife geerntet, Lagersorten, wenn sich der Fruchtstiel beim Anheben der Frucht leicht vom Zweig lösen lässt. Zu späte Ernte vermindert die Lagerfähigkeit. Die Pflückreife ist vorhanden, wenn die Äpfel gelblich-grün sind. Die Kerne sollten mittelbraun sein. Herbstäpfel werden erst geerntet, wenn sie ihre typische Farbe angenommen haben. Späten Sorten wie der Berlepsch werden kurz vor ihrer Baumreife geerntet. Sie halten sich dann besser im Lager.

Tipp: Ob sie reif sind, lässt sich mittels Kipptest feststellen: den Apfel um 90 Grad Anheben und drehen. Wenn er sich leicht löst , ist er reif.

Apfelernte

Die Erntezeit liegt, je nach Sorte, zwischen Ende Juli und November.

Winterschutz

Wenn die Temperatur nachts stark sinkt, aber tagsüber wieder hoch geht, dann beginnt für Apfelbäume eine Zerreißprobe. Die Südseite der Stämme wird von der Sonne erwärmt während die Schattenseite oft noch gefroren ist. Das kann im Extremfall zu Rissen in der Borke führen. Über diese Risse können dann Krankheitserreger in die Stämme gelangen. Das lässt sich vermeiden: Die Stämme mit einem Mittel aus Weißpigment und gelöschtem Kalk anstreichen. Das bekommt man problemlos in jedem Gartenfachhandel.

Vor dem Auftragen lose Borke von den Stämmen entfernen. Dann mit einem breiten Pinsel auftragen. Da die weiße Farbe die Sonnenstrahlen reflektiert, verhindert sie das zu starke Erwärmen der Stämme. Dieser Weißanstrich schützt übrigens auch vor Schädlingsbefall und Pilzen. Wiederholt man ihn regelmäßig, wird dadurch zusätzlich die Baumrinde gepflegt und gestärkt.