Zucchini: Anbau und Pflege

Zucchinianbau

Zucchini: Anbau und Pflege

Von Charlotte Schwalb

Worauf sollte man beim Anbau achten? Wie sieht es mit der Pflege aus? Und warum Hobbygärtner manchmal selbst zum "Bienchen" werden müssen. Hier unsere Tipps und Tricks für Zucchini-Fans.

Der ideale Standort

Die Zucchini lieben einen warmen, sonnigen und windgeschützten Platz, egal ob auf dem Balkon, der Terrasse, im Beet oder Hochbeet im Garten. Richtig gut gedeihen die nährstoffliebenden Gartenkürbisse in der Nähe oder sogar auf dem Kompost.

Bedenken Sie auf jeden Fall, dass die Zucchini ein einnehmendes Wesen hat und sich gern ausbreitet. Sie braucht also entweder Platz in die Breite oder in die Höhe. Im Beet berechnen Sie besser gut anderthalb bis zwei Meter Platz pro Pflanze. Reicht der Platz nicht aus, verpflanzt man einen Teil der Kultur in große Töpfe. Als Balkonbesitzer nehmen Sie buschförmig wachsende Sorten wie z.B. "Gold Rush" oder kriechende Sorten wie beispielsweise die "Tondo do Nizza“, die in die Höhe wachsen.

Anbau: männliche und weibliche Blüten

Männliche und weibliche Zucchiniblüten

Die weiblichen Blüten erkennt man an dem Fruchtknoten unter den Blütenblättern, männliche dagegen haben meist längere Stiele.

Eine Zucchini-Pflanze trägt sowohl männliche als auch weibliche Blüten. Aus den männlichen bilden sich allerdings keine Früchte. Daher ist es sinnvoll, mindestens zwei Zucchini anzupflanzen. Sonst muss man am Ende selbst noch "Bienchen" spielen. Das kann einem allerdings auch passieren, wenn wegen des Wetters kaum Insekten unterwegs sind. Dann heisst es, die einzelnen Blüten mit einer anderen Blüte selbst zu bestäuben. Dazu sucht man sich eine männliche Blüte, entfernt die Blätter und streift die Staubgefäße über die Narben der weiblichen Blüten. So kann man mit einer Blüte gleich mehrere weibliche Blüten bestäuben.

Die weiblichen Blüten erkennt man an dem Fruchtknoten unter den Blütenblättern. Die männlichen Blüten haben meist längere Stiele.

Nahrung bringt sie auf Hochtouren

Da Zucchinis Flachwurzler sind, lieben sie humusreiche lockere Böden. Sinnvoll ist eine zusätzliche Nährstoffgabe durch Mist oder Hornspäne. Auch für Fruchtbildung und -reife ist es sinnvoll, frühzeitig für eine ausreichende Zufütterung mit Phosphor zu sorgen.

Ein Hobbygärtner aus dem Bergischen hat uns seinen Geheimtipp verrraten: Wenn Sie mit Ihrer Zucchini Rekorde anstreben, stellen Sie unter Ihren Zucchini-Kandidaten eine Schüssel mit Wasser. Die Zucchini wird sich dann in Richtung des Wassers strecken und immer länger und länger und länger werden.

Zucchini-Jungpflanze

Nachtfrost ist vor allem für Jungpflanzen gefährlich.

Aussaat und Vorkultur

Ausgepflanzt wird meist Mitte Mai bis spätestens Ende Juni. Sie können entweder zwei bis drei Wochen vorher Samen in Töpfen aussäen oder Jungpflanzen beim Gärtner kaufen. Beim Selbstsäen legt man meist zwei bis drei Körner in einen Topf und bedeckt sie mit gut zwei Zentimeter Erde. Am Ende lässt man nur die stärkste Pflanze stehen und pflanzt sie ins Freie aus. Achten Sie nur auf Nachtfröste. Die sind vor allem für die Jungpflanzen gefährlich.

In der Fruchtzeit besonders hungrig und durstig

Die Pflege fängt meist schon kurz nach der Pflanzung an. Sinnvoll ist es, im Beet ein bis zwei Wochen nach dem Auspflanzen zu mulchen oder halbverrotteten Kompost zu verwenden. Das schützt die Pflanze vor Trockenperioden im Frühjahr, denn während der Blüte und der anschließenden Fruchtentwicklung haben Zucchini wahnsinnig viel Durst.

Während die Früchte ausreifen, freut sich die Zucchini über eine wöchentliche Düngergabe. Das kann handelsüblicher Flüssigdünger im Gießwasser verdünnt oder Phosphor sein. Wenn Sie Zugang zu Stallmist haben, noch besser. Nur verwenden Sie besser nicht zu viel Stickstoffdünger, denn der fördert wiederum die Anfälligkeit für Mehltau.

Eine gleichmäßige Versorgung mit Wasser und Nährstoffen sorgt dafür, dass die Zucchini stressfrei bleibt. Das ist gut für die Ernte, denn die Pflanze entwickelt dann weniger männliche Blüten, und man hat mit weniger Arbeit nachher mehr Gemüse auf dem Tisch.

Zucchiniernte

Zucchinis sollte man ernten, wenn sie etwa 10 bis 20 Zentimeter lang sind.

Ernte: Zucchini in Hülle und Fülle

Die Erntesaison beginnt meist Ende Juni und geht je nach Sorte bis in den Oktober hinein. Zucchinis werden eher geerntet, wenn sie noch jung und klein sind. Ideal ist es, wenn sie etwa 10 bis 20 Zentimeter lang sind und ihre Schale noch dünn und weich. Eine Faustregel sagt: Je jünger und kleiner sie sind, desto schmackhafter. Je älter und größer sie werden, desto fader und holziger.

Der Ertrag lässt sich auch noch steigern, wenn sie regelmäßig und zügig die Früchte abernten. Die Pflanze bildet dann nämlich sofort neue Blüten und damit auch wieder neue Früchte. Übrigens: Auch Zucchini-Blüten kann man essen. Frittiert schmecken sie wirklich lecker.

Stand: 02.05.2019, 12:00