Quitte: Anbau und Pflege

Das Bild zeigt eine Plantage mit Quitten-Bäumen.

Quitte: Anbau und Pflege

Von Charlotte Schwalb

Quitten lieben Wärme und sind frostempfindlicher als Äpfel und Birnen. Das zeitige Frühjahr, am besten der März, ist ideal für die Anpflanzung.

Ein Quittenbaum kann eine Höhe von bis zu acht Metern erreichen, daher ist es sinnvoll, das Tiefenwachstum der Wurzeln zu fördern. Das gelingt am wirkungsvollsten, indem man jegliche Pflanzenkonkurrenz in der Nähe des Baumes unterbindet und drumherum ausreichend Platz lässt.

Quitten bevorzugen einen vollsonnigen windgeschützten Standort. Beim Boden sind sie recht anspruchslos und wachsen auf nahezu allen tiefgründigen nährstoffreichen Böden, die eine gute Bodendurchlässigkeit haben, also nicht zu Staunässe neigen. Nur eins mögen sie nicht: zu viel Kalk.

Die Pflanzgrube sollte doppelt so breit und tief wie der Wurzelballen sein. Nach dem Einsetzen Erde auffüllen und festtreten. Achten sie darauf, dass die Veredelungsstelle mindestens zehn Zentimeter aus der Erde ragt. Zum Abschluss reichlich wässern. Gerade Jungbäume brauchen am Anfang viel Wasser. Doch der Blick in die Zukunft ist rosig: je älter sie werden, desto weniger Pflege brauchen die Quittenbäume.

Unser Tipp: Junge Quittenbäume sind in den ersten Jahren sehr frostempfindlich, daher am besten mit einem Gartenvlies gegen starke Fröste schützen.

Das Bild zeigt eine Frau, die Quitten erntet.

Unter den Obstbäumen gehört die Quitte zu den besonders pflegeleichten Sorten.

Auch im Kübel genügsam

Quitten gedeihen auch in Töpfen oder Kübeln. Wichtig ist der Winterschutz: ab minus acht Grad Celsius wird das Bäumchen besser in den Keller gestellt, da es sonst erfrieren könnte. Ansonsten gilt, wie bei allen Kübelpflanzen: Spätestens alle zwei Jahre in einen größeren Topf umpflanzen, solange bis die Quitte die gewünschte Größe erreicht hat. Danach kann das Bäumchen mühelos über den Schnitt in der Wunschgröße gehalten werden.

Unser Tipp: Man kann Quitten gut auch in Form von Spalierobst als Fassadengrün nutzen.

Pflegeleichtes Faultier unter den Obstbäumen

Quitten sind sehr genügsam. Da sie sehr langsam wachsen, brauchen sie kaum Schnitt. Nur in sehr trockenen Sommern die ein oder andere Wassergabe mehr. Wenige Nährstoffe reichen: einfach alle zwei Jahre mal etwas Kompost im Frühjahr um den Baumstamm herum verteilen, fertig.

Unser Tipp: Ziehen Sie die Krone Ihres jungen Quittenbaums möglichst in die Breite. Dadurch bildet er eine gleichmäßige, luftige Krone. Das kommt der Gesundheit des Baumes und dem Geschmack der Früchte zu Gute.

Wer viel Zeit hat: Erleichtern Sie die Krone jedes Jahr mittels Schnitt um vier bis fünf Äste. Das fördert die Fruchtbildung. Die beste Jahreszeit dafür ist auch hier der Frühling, da der Baum zu diesem Zeitpunkt noch nicht im vollen Saft steht. Strenger Frost sollte abgewartet werden, denn dieser führt dazu, dass Teile des Baumes einfrieren könnten.

Pilzerkrankungen und andere Quittenfeinde

Quitten gelten als robust. Dennoch bleiben auch sie nicht ganz von Erkrankungen verschont. Bei rechtzeitigem Erkennen und Behandeln können aber die meisten Krankheiten erfolgreich bekämpft werden. Bei Quitten sind das oft Pilzerkrankungen wie Blattbräune oder Quittenrost. Erkennbar ist der Pilzbefall an vielen kleinen, rostbraunen bis schwarzen Punkten auf den Blättern.

Der Pilz verbreitet sich besonders schnell bei feuchtem Wetter. Wenn er einmal den Baum befallen hat, wird dieser geschwächt. Auch seine Früchte können infiziert werden. Deshalb umgehend und regelmäßig das Falllaub entfernen, damit die Sporen des Pilzes nicht überwintern können. Damit er nicht wiederkommt am besten im folgenden Jahr, nach den letzten Frösten, mittels Auslichtungsschnitt, noch für eine effektive Durchlüftung der Krone sorgen. Dann trocknen die Blätter schnell ab und der Pilz hat keine Möglichkeit mehr, sich auszubreiten.

Das Bild zeigt eine Quitte mit schwarzen Flecken.

Quittenrost

Eine wirklich ernstzunehmende Erkrankung ist der Feuerbrand. Er zeigt sich an schwarzbraun verfärbten Triebspitzen mit eingetrockneten Blättern. Feuerbrand kann bis ins Holz gehen. Gegen die Infektion gibt es derzeit keine wirksame Hilfe und meist bedeutet es den Tod des Baumes. Da er extrem ansteckend für andere Obstgehölze ist, muss Feuerbrand bei den entsprechenden regionalen Ämtern gemeldet werden.

Quittenkalender als PDF

Das Bild zeigt einen Screenshot von einem PDF-Dokument für Quitten.

Wann ist die beste Zeit zum Pflanzen, Düngen, Schneiden und Ernten? In unserem Kalender gibt es alle Termine auf einen Blick zum Abspeichern und Ausdrucken.

Stand: 02.05.2019, 12:00