Orchidee: Anbau und Pflege

Das Bild zeigt wie eine Orchidee eingepflanzt wird.

Orchidee: Anbau und Pflege

Von Charlotte Schwalb

Die Blütenpracht der Orchidee auf Dauer zu erhalten ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Aber mit ein paar Kniffen läßt sich das einfach bewältigen.

Standort

Orchideen sind epiphytisch, sprich, sie wachsen auf Bäumen und wurzeln nicht im Boden, sondern auf Blättern, Ästen, Stämmen oder Gesteinsvorsprüngen. Ihre Wurzeln hängen meist in der Luft und holen sich da Licht, Wasser Luft und Nährstoffe. Daher haben sie auch ganz spezifische Bedürfnisse. Die meisten Orchideen benötigen tagsüber warme Temperaturen ab etwa 20 Grad, nachts mögen sie es lieber kühler. Die normalen Temperaturschwankungen im Wohnzimmer sind dafür ausreichend.

Orchideen brauchen Helligkeit, aber keine direkte Sonne. Fensterplätze sind ideal. Nur aufpassen: im Hochsommer direkte Sonneneinstrahlung vermeiden - die zarten Blüten könnten verbrennen. Und im Winter die Heizung runter drehen, sonst trocknen die Orchideen schnell aus.

Tipp: Im Winter einfach die Orchidee regelmäßig mit Wasser besprühen oder in einen Übertopf mit einer Schicht Blähton stellen. Das im Blähton gespeicherte Wasser verdunstet und befeuchtet so die Orchidee.

Düngen und Gießen

Das Bild zeigt wie eine Orchidee unter einem Wasserhahn gegossen wird.

Maximal einmal im Monat wird gedüngt. Auch gewässert wird nur ein- bis zweimal wöchentlich, je nach Jahreszeit. Im Winter einmal und im Sommer zweimal. Am besten verwendet man weiches Regenwasser oder gefiltertes Leitungswasser. Die meisten Arten werden in handwarmes Wasser getaucht. Wichtig beim Tauchen: gut abtropfen lassen, weil sonst die Wurzeln faulen könnten. Im Tauchbad saugen die Wurzeln Wasser auf und speichern einen Vorrat für die nächsten Tage. Erst wenn das Substrat trocken und hellbraun ist brauchen sie wieder Wasser.

Substrat

Das Bild zeigt eine Hand voll Orchideen-Erde.

Bis auf wenige Ausnahmen sind die meisten Orchideen Luftwurzler und mögen keine Erde. Deswegen wird stattdessen Orchideensubstrat verwendet. Die handelsüblichen Orchideensubstrate speichern Wasser und sind gleichzeitig luftdurchlässig. Die Orchidee aus dem Handel ist häufig schon in einem Substrat gepflanzt, das meist aus Rinde, Torf, Styropor und anderen Zusätzen besteht. Es gibt sogar Orchideen, wie die Wanda, die gar kein Substrat brauchen. Manche wilde Orchideen, wie der Frauenschuh, wachsen dagegen auf steinigem Untergrund.

Topf

Für eine gesunde Pflanze ist auch der richtige Topf entscheidend. Idealerweise ist er lichtdurchlässig, denn auch die Wurzeln bei der Orchidee betreiben Photosynthese. Generell wird empfohlen Orchideen alle zwei bis drei Jahre umzutopfen, wenn das Substrat verrottet oder veralgt ist oder mineralische Spuren vom Düngen und Giessen trägt.

Das Bild zeigt wie von einer Orchidee die Wurzeln abgeschnitten werden.

Wichtig für die weitere Entwicklung der Pflanze ist der Zeitpunkt, damit sich möglichst schnell neue Wurzeln bilden können. Da sich die meisten Triebe und Blätter im Frühjahr entwickeln, sind dies oft die günstigsten Monate für das Umtopfen. Es gibt aber auch Orchideen, die im frühen Herbst ihre Neutriebe bilden - auch dann kann umgetopft werden. Das Prozedere ist simpel: abgestorbene oder verfaulte Wurzelteile abschneiden, neues Substrat einbringen, dann die Wurzeln locker einfädeln - fertig. Die Orchidee bedankt sich mit schnellem und größerem Blütenwachstum.

Pflege

Viele Orchideen brauchen im Laufe eines Jahres eine Ruhepause, in der sie weder blühen noch wachsen. Diese Ruhephase endet mit der Bildung einer Blüte oder eines Neutriebs. Während dieser Zeit wird kaum gegossen, die Temperatur sollte niedriger liegen als in der Wachstumsphase und gedüngt wird gar nicht. Dass sie Ruhe haben will, kündigt sich meist durch verwelkte und abfallende Blüten an. Gleichzeitig wird das Austreiben von neuen Knospen eingestellt. Gönnt man der Orchidee diese Ruhephase nicht, bilden sich zwar viele Blätter aus, auf Blüten wird man jedoch vergebens warten.

Orchideenkalender als PDF

Das Bild zeigt einen Orchideen-Kalender.

Wann ist die beste Zeit zum Pflanzen, Düngen, Schneiden und Ernten? In unserem Kalender gibt es alle Termine auf einen Blick zum Abspeichern und Ausdrucken.

Orchideenkalender
März  Wachstumszeit: Wasser- und Düngergaben steigern. Gute Zeit zum Umtopfen oder Kindel zu trennen und zu pflanzen
April  Blütezeit der Frühjahrsblüher unter den Orchideen
Juni/Juli   Zeit zum Lüften, giessen und düngen. Orchideen vor direkter Sonne schützen. Regelmäßig auf Schädlinge kontrollieren
SeptemberIm Freien stehende Orchideen ins Haus holen. Letzte Möglichkeit Orchideen umzutopfen
Oktober       Dünger- und Wassergabe reduzieren. Zur Vorbereitung auf Blütenneubildung werden bei vielen Sorten alte Blätter gelb
November Beginn der Ruhezeit bei den meisten Orchideen. Zu Beginn der Heizperiode vermehrt auf Spinnmilben achten
Dez.-Febr. Versorgen sie die Orchideen mit viel Licht - es ist der Beginn der Blütezeit bei vielen Orchideensorten. Sobald Orchideen Wachstum anzeigen: Dünger- und Wassergabe wieder etwas steigern

Schädlinge und Krankheiten

Das Bild zeigt eine Blattlaus auf einem Orchideen-Blatt.

Manchmal treten grüne oder schwarze Blattläuse auf. Die lassen sich mit einem feuchten Tuch und mit etwas Schmierseife abwischen. Sehen sie ein weißliches Gespinst bzw. schmierige Stellen an den Blättern sind Woll- oder Schmierläuse zu Gast. Dann heisst es die betroffene Pflanze isolieren und hell und kühl halten. Betroffene Blüten und Blätter entfernen. Die Läuse mit einem spiritusgetränkten Tuch abwischen und Melissengeist aufsprühen oder mit einem Pinsel auftragen. Das macht man mehrere Tage hintereinander, bis die lästigen Sauger weg sind.

Schildläusen befallen Blätter der Orchiden in der Nähe der Wurzeln. Mit ihrer braunen Farbe sind die saugenden Parasiten zunächst nicht erkennbar und so kann sich bis zu ihrer Entdeckung bereits eine größere Kolonie angesiedelt haben. Behandlung am besten, indem man mit einem Wattestäbchen Teebaumöl auf die betroffenen Stellen aufträgt.

 

Stand: 04.05.2018, 16:00