Johannisbeere: Anbau und Pflege

Das Bild zeigt Johannisbeeren.

Johannisbeere: Anbau und Pflege

Von Charlotte Schwalb

Die Johannisbeere gilt als eher pflegeleicht und ist für Garten, Terrasse und Balkon geeignet.

Idealer Pflanzzeitpunkt

Grundsätzlich können Sie Johannisbeeren zwischen Februar und Dezember jederzeit pflanzen. Aber am Besten wachsen die Sträucher an, wenn Sie sie im Herbst um September oder Oktober einpflanzen. Denn die Johannisbeere treibt sehr früh im Frühling aus. Containerware lässt sich auch im Frühling oder Sommer pflanzen.

Nach dem Einpflanzen die Johannisbeerruten auf eine Länge von etwa 30 Zentimeter zurückschneiden. Dadurch wird die Pflanze gekräftigt und das Wachstum angeregt.

Unser Tipp: Vor dem Pflanzen die Wurzeln circa 10 bis 15 Minuten wässern.

Boden und Standort

Die Pflanzen lieben eine sonnige und windgeschützte Lage und einen lockeren humosen Boden. Rote und weiße Johannisbeeren vertragen auch etwas Schatten. Allerdings wird die Ernte dann nicht so reichhaltig und der Säuregehalt der Beeren steigt an.

Da Johannisbeeren Flachwurzler sind, brauchen sie viel Wasser. Um für Trockenperioden vorzusorgen lohnt es sich, ab Mai eine Mulchschicht aus Laub- oder Rindenkompost unter der Pflanze zu verteilen.

Bodenvorbereitung

Johannisbeeren brauchen Stickstoff, um zu gedeihen. Daher lohnt es sich, schon einige Wochen vorher etwas Gründünger wie Lupine oder Phacelia (auch Bienenweide genannt) anzupflanzen. Die kann dann als Gründüngung zerkleinert werden und kurz vor dem Pflanzen untergegraben werden. Das Pflanzenmaterial verrottet in der Erde und setzt wertvolle Nährstoffe frei. Sehr magere Böden verbessern Sie zusätzlich mit reifem Kompost oder verrottetem Stallmist.

Das Bild zeigt Johannisbeeren.

Anbau

Die Jungpflanze tief in die Erde setzen, damit sich genügend Neutriebe bilden. Dabei darauf achten, dass die Oberkante ihres Wurzelballens fünf Zentimeter vom Erdreich bedeckt ist. Damit reduzieren Sie direkt mögliche Frostschäden. Ansonsten stellen die Johannisbeerpflanze keine großen Ansprüche an die Gründigkeit des Bodens, das heißt die Pflanze braucht nicht viel Raum unter der Erde. Gut ist eine humose gut durchlüftete Erdschicht.

Nach dem Einpflanzen gut wässern bzw. einschlämmen und direkt beschädigte oder schwache Treibe mit einer scharfen Gartenschere entfernen. Verbliebene Triebe direkt um ein Drittel bis maximal die Hälfte der ursprünglichen Länge einkürzen.

Wenn sie mehrere Büsche pflanzen, dann bedenken sie, dass die Pflanze noch wächst, daher ist es sinnvoll, zwischen den einzelnen Pflanzen gut 1,5 Meter Abstand zu lassen.

Unser Tipp: Beschneiden Sie die Pflanzen bevor Sie sie im Boden versenken, dann kommen sie besser an die Basis des Strauches. Und wenn Sie der Jungpflanze Kompost mit ins Pflanzloch geben, dankt sie es Ihnen mit schnellem gesundem Wachstum.

Befestigung

Um richtig große und süße Johannisbeeren ernten zu können: Die Äste einfach an einem Drahtspalier hochziehen, wie bei Himbeeren. So kommt Sonne und Luft an die Beeren.

Düngung

Wenn düngen, dann im zeitigen Frühjahr rechtzeitig vor dem Austrieb. Weitere Düngergaben können im April und Mai erfolgen. Am einfachsten ist es, fertigen Beerendünger aus dem Gartenmarkt zu verwenden. Auch gut geeignet ist Brennnesseljauche, die leicht selbst herstellbar ist. Mit der verdünnten Jauche können Sie Ihre Johannisbeeren mehrmals im Jahr versorgen, nur besser nicht direkt vor der Ernte.

Bevor die Pflanze in die Winterruhe geht, können Sie auch noch mal düngen. Streuen Sie einfach Horn- oder Knochenmehl unter die Pflanzen und arbeiten das Material ganz leicht in die Erde ein. Achten sie darauf, nicht die Wurzeln zu beschädigen, das kann bei dem Flachwurzler leicht passieren.

Das Bild zeigt Johannisbeeren.

Pflege

Regelmäßiger Schnitt bringt höhere Ernteerträge. Daher ist es sinnvoll, direkt nach der Beerenlese ab Juni die Pflanze mit einer scharfen Gartenschere zu beschneiden. Dabei sollten Sie aber beachten, dass schwarze Johannisbeeren anders als rote oder weiße beschnitten werden. Denn rote und weiße tragen die meisten Früchte an den zwei- bis dreijährigen Hauptästen. Daher beschneidet man bei ihnen nur die Haupttriebe, die älter als drei Jahre sind. Wichtig dabei ist, die Triebe vollständig zu entfernen und kein Stummel stehen bleibt.

Schwarze Johannisbeeren tragen bevorzugt an den einjährigen Seitentrieben. Daher sollten bei ihr auch nur die Seitentriebe entfernen, die älter als ein Jahr sind.

Unser Tipp: Je weniger Fruchtholz Ihre Pflanze besitzt, desto kräftiger können neue Bodentriebe wachsen und Ihr Beerenstrauch hat genügend Licht und Luft. Das macht ihn auch resistenter gegen Krankheiten und Schädlinge.

Vermehrung

Johannisbeeren lassen sich sehr einfach vermehren. Dafür brauchen Sie nur ein freies Beet, gesunde Steckhölzer und etwas Geduld. Nach drei Jahren haben Sie einen kleinen Busch, der erste Früchte trägt.

Einfach nach der Ernte circa 15 bis 20 Zentimeter lange Stecklinge vom einjährigen Zweigabschnitt mit einem scharfen Messer direkt unterhalb eines Auges entfernen. Am Auge bilden sich neue Wurzeln besonders gut. Achten Sie auf eine schräge Schnittstelle. Dann etwas entblättern und in einen Topf mit feuchter, sandiger Gartenerde stecken. Nach dem Bewurzeln einfach wieder dort einpflanzen, wo Sie sie hinhaben wollen.

Noch ein Tipp: Johannisbeerpflanzen gibt es auch als Hochstämme zu kaufen. Die Stämmchen sind zwar teurer, aber dafür echt bequem abzuernten.

Johannisbeerenkalender als PDF

Das Bild zeigt einen Johannisbeerenkalender.

Wann ist die beste Zeit zum Pflanzen, Düngen, Schneiden und Ernten? In unserem Kalender gibt es alle Termine auf einen Blick zum Abspeichern und Ausdrucken.

Stand: 02.05.2019, 12:00