Gerümpel in der Garage – was ist erlaubt?

Garagen sind zum Parken da Markt 03.07.2019 06:53 Min. UT Verfügbar bis 03.07.2020 WDR

Gerümpel in der Garage – was ist erlaubt?

  • Garagen dürfen nicht "zweckentfremdet" werden
  • Ein Kraftfahrzeug muss untergestellt werden können
  • Kommunen können Bußgeld verhängen

Die Stadt Niederkassel löste Ende vergangenen Jahres eine Debatte aus: Die Bürger sollten ihre Garagen entrümpeln, damit ihre Autos dort abgestellt werden können und nicht auf der Straße parken. Ansonsten riskiere man ein Bußgeld von bis zu 500 Euro. Denn die NRW-Landesbauordnung verbietet eine Zweckentfremdung von Garagen.

Garagen müssen für Auto frei sein

"Garagen sind in erster Linie Stellplätze für Kraftfahrzeuge", erklärt Erik Uwe Amaya von Haus & Grund Rheinland Westfalen. Eine Nutzung als Hobby- oder Lagerraum gilt als "Zweckentfremdung" und ist nicht zulässig. Daher gehören Tiefkühltruhen, sperrige Gartenmöbel und leere Bierkisten nicht in die Garage. Das ist vielen Besitzern nicht bewusst. Sie sehen die Fläche als ihr Eigentum, das sie frei nutzen können. Dabei regelt unter anderen das NRW-Baurecht, wie die Garage genutzt werden darf – oder eben nicht.

Das darf neben dem Auto in die Garage:

  • Kraftstoffe dürfen in begrenztem Umfang in Privatgaragen gelagert werden. Zulässig sind höchstens 200 Liter Diesel und 20 Liter Benzin in verschlossenen und feuerfesten Gefäßen.
  • Zubehör wie Reifen, Putzmittel und Werkzeuge gehören zum Fahrzeug und können auch in Regalen aufbewahrt werden – sofern genug Platz für den Wagen bleibt.
  • Öl, Kühlerfrostschutz und Bremsflüssigkeit sind nur begrenzt lagerfähig und müssen als Sondermüll entsorgt werden.
  • Kleine Kontroll- und Wartungsarbeiten am Fahrzeug sind erlaubt.
  • Wenn ausreichend Platz für ein Kraftfahrzeug vorhanden ist, dürfen auch Fahrräder oder andere motorisierte Fahrzeuge mit in die Garage.

Rumpel-Garage kann Mietvertrag gefährden

Die Vorschriften gelten sowohl für Mieter als auch Eigentümer. Mieter sollten indes besonders vorsichtig sein. Voll gerümpelte Garagen verstoßen gegen behördliche Auflagen und sind somit ein Kündigungsgrund. "Da Garagen häufig in einem Vertrag mit Wohnräumen vermietet werden, riskiert man auch die Kündigung der Wohnung oder des Hauses", erklärt Amaya.

Wenn der Müll den Nachbarn stört

Allerdings gibt es bislang kaum Kommunen, die ihren Bürgern in die Garagen schauen. "Wenn kein Nachbar eine Anzeige erstattet, dann wird auch die Bauaufsichtsbehörde nicht tätig", so die Erfahrung von Amaya. Und die Höhe der Strafe ist nicht festgelegt. Einen Bußgeldkatalog wie im Straßenverkehr gibt es für Garagen-Gerümpel nicht. Auch ist das Parken in der Garage nicht vorgeschrieben.

Stand: 03.07.2019, 11:20