Flipflops im Test: Modesandalen mit Macken

Flipflops im Test: Modesandalen mit Macken

Von Katrin Niemann

  • Zwei Modelle ohne Schadstoffe   
  • Sicherheitsrisiko: lockere Zehenstege 
  • Preis verrät nichts über Qualität 

Über nackte Fußsohlen gelangen giftige oder krebserregende Stoffe leicht in die Haut. Deshalb hat der WDR sechs Testmodelle stichprobenartig auf verschiedene Schadstoffe wie z.B. Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Schwermetalle und Phthalate untersuchen lassen. Positiv: Zwei der sechs Modelle (von der Marke flip*flop und von KIK) waren völlig frei von Schadstoffen.

Die Ergebnisse im Überblick

Für die detaillierten Ergebnisse der einzelnen Flipflops klicken Sie bitte auf die Lupe.

Schadstoffe im Markenschuh 

Schlusslicht der Stichprobe waren die Flipflops der brasilianischen Marke havaianas. "Die havaianas waren die einzigen, in denen wir die besonders kritischen PAK gefunden haben. Diese PAKs sind krebserregend und giftig und da muss der Hersteller an der Materialgüte arbeiten und die Qualität der Schuhe verbessern", so das Urteil von Untersuchungsleiterin Dr. Ines Anderie vom Prüf- und Forschungslabor in Pirmasens. Die jeweiligen Schadstoffmengen bleiben aber unter dem gesetzlichen Grenzwert, deshalb sind die Schuhe verkehrsfähig.  

Auszug aus der Stellungnahme vom Hersteller havaianas

"We would like to thank you for providing us with your feedback (...) We definitely use all sources of insights to think how we can keep on evolving in terms of quality and consumer experience." Frei übersetzt bedankt sich das Unternehmen für unseren Hinweis und will die Ergebnisse einfließen lassen, um die Produktqualität zu verbessern.

Jedes zweite Modell schwächlich  

Drei von sechs Testmodellen fielen beim Materialtest im Labor durch. Durch Zug am Zehensteg und den Riemen wurde ihre Strapazierfähigkeit untersucht. Eine Norm gibt es für die Reißfestigkeit von Flipflops nicht, jedoch sollten nach dem Laborstandard die Stege und Riemen eine Zugkraft von 150 Newton aushalten. Als robust haben sich in der WDR-Stichprobe die Modelle von Skechers, H&M und Flip*Flop erwiesen.   

Melone wird blassrosa

Positiver fiel der Lichttest im Labor aus - zumindest beim Großteil der Stichprobe. Deren Farben veränderte sich nicht. Bei den havaianas blich ein Teil der Sohle sehr geringfügig aus. Ein relativ deutlicher Farbunterschied zeigte sich nur bei den melonenfarbigen Riemen der Marke Flip*Flop. Dieser wurde nach 48-stündiger Bestrahlung rosa.

Kein Halt und rote Stellen

Den Tragekomfort überprüfte eine Testfamilie in Begleitung eines Orthopäden. Unsere Tester klagten bereits nach kurzer Zeit über Schmerzen im Zehenzwischenraum. Wirklich bequem fanden sie kein Modell. Auch fehlte ihnen der Halt.

Problematisch ist zudem, dass sich in den Zehenzwischenräumen Schwitzwasser sammelt, was die Haut reizen kann. Auch können schlecht verarbeitete Stege die empfindlichen Zehenzwischenräume verletzen.

 Fazit

Der Preis von Flipflops sagt wenig über die Qualität aus. Am besten genau hinschauen, ob der Schuh scharfe Kanten hat und ob die Riemen Halt geben können. Egal welches Modell: Für den Dauereinsatz sind Flipflops nicht geeignet.

Stand: 04.06.2019, 08:00