Mit Flip-Flops ans Steuer?

FlipFlops

Mit Flip-Flops ans Steuer?

Von Louisa Schmidt

  • Nicht explizit verboten aber unsicher: Auto fahren mit Flip-Flops
  • Bei einem Unfall kann es Ärger geben
  • Experten raten, mit festen Schuhen zu fahren

Es ist ein Mythos, der sich hartnäckig hält: Mit Flip-Flops Autofahren sei verboten. Tatsächlich aber schreibt die Straßenverkehrsordnung nicht genau vor, welches Schuhwerk Autofahrer zu tragen haben. Dennoch raten Experten davon ab, mit Flip-Flops Auto zu fahren.

Fast jeder Sechste fährt gelegentlich mit Flip-Flops

Die Versicherung CosmosDirekt hat in einer Umfrage herausgefunden, dass sich 15 Prozent der Autofahrer gelegentlich in Flip-Flops ans Steuer setzen. Und: Bei jedem vierten Flip-Flop-Fahrer hat sich schon einmal ein Schuh verhakt, so die Umfrage.

Flip-Flops beim Bremsen unsicher

Das Problem: „Wenn zum Beispiel bei einer Vollbremsung etwas verrutscht oder ein Schuh hängen bleibt, ist man abgelenkt in einer kritischen Situation, in der man volle Aufmerksamkeit braucht“, sagt Michael Tück vom ADAC-Fahrsicherheitszentrum Rhein-Erft. Dadurch könne sich auch der Bremsweg verlängern.

Experten raten zu festem Schuhwerk

Der ADAC hält es deshalb für dringend notwendig, passendes Schuhwerk zu tragen. „Wie der Helm zum Motorradfahrer gehört der richtige Schuh zum Autofahrer“, mahnt Michael Tück. Die Schuhe sollten hinten geschlossen sein, eine feste Sohle haben und keine zu hohen Absätze. Auch High Heels sind nicht geeignet. Deshalb der Tipp: Ein geschlossenes Paar Schuhe im Auto parat halten.

Mit Flip-Flops ans Steuer?

WDR 2 Servicezeit 07.06.2019 04:02 Min. WDR 2

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Unfall mit Flip-Flops – Ärger droht

Wer beim Autofahren Flip-Flops trägt, muss sich zumindest im Ernstfall auf Ärger einstellen. Das Oberlandesgericht Bamberg hat 2006 zwar geurteilt: Den Staat geht es nichts an, was ein Autofahrer an seinen Füßen trägt. Das gilt laut Urteil aber nur, solange es nicht zu einem Unfall kommt. Dann könne ein Autofahrer unter Umständen mit einem Bußgeld bestraft werden – denn auch laut Straßenverkehrsordnung hat sich ein Fahrer so zu verhalten, dass kein anderer unnötig gefährdet wird. Wird eine dritte Person verletzt, kann es sogar zu einem Strafverfahren kommen.

Versicherungsschutz eingeschränkt betroffen

Die Haftpflicht-Versicherung zahlt laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf jeden Fall. Anders sieht bei der Vollkasko-Versicherung aus – zumindest theoretisch. Wenn ein Fahrer grob fahrlässig gehandelt hat, kann die Versicherung Leistungen kürzen. Doch dafür muss mindestens klar sein, dass der Unfall etwa wegen der Flip-Flops entstanden ist. Zahlen, wie oft es zu Unfällen wegen unpassender Schuhe kommt, kann der GDV keine nennen. Er geht jedoch davon aus, dass der Sachverhalt in der Praxis kaum eine Rolle spielt.

Anders sieht es allerdings im gewerblichen Bereich aus: Für Berufskraftfahrer wie Busfahrer gilt die Unfallverhütungsvorschrift. Diese schreibt geeignetes Schuhwerk vor. Kommt es in dem Bereich zu einem Unfall, könne die Versicherung dem Fahrer eine Teilschuld anrechnen, sagt Christian Limburg von der Versicherung HDI.

Stand: 06.06.2019, 14:42