Besuch von der Fledermaus

Fledermäuse hängen an der Decke

Besuch von der Fledermaus

Von Anke Kahle

  • Fledermäuse nur mit Handschuhen anfassen
  • Gekippte Fenster sind eine offene Einladung 
  • Tiere mit Gartenpflanzen und Fledermauskästen unterstützen

Fledermäuse gibt es seit über 50 Millionen Jahren in Deutschland. Weltweit leben mehr als 1.200 Arten und es werden stets neue entdeckt. Die Tiere sind vom Aussterben bedroht, denn Lebensraum und Nahrung sind knapp. Zwischen Mitte August und Ende September gehen die gerade flügge gewordenen Jungtiere auf Erkundungstour. Gelegentlich verirren sie sich in Häuser und Wohnungen.

Das passende Quartier

Viele Jungtiere haben ihr Mutterquartier verlassen und suchen jetzt nach einem neuen Versteck. Fledermäuse sind nachtaktiv und brauchen tagsüber Orte, wo sie sich ausruhen und paaren können. Besonders beliebt sind Höhlen, Bunker und Keller. Dort ist es kühl und feucht. Die Tiere gelangen durch Spalten und Ritzen in die Quartiere. Das können auch Fenster sein, die gekippt sind.

Besuch von der Fledermaus

WDR 2 Servicezeit | 23.08.2018 | 03:31 Min.

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Was tun bei nächtlichem Besuch

Falls sich eine Fledermaus in die Wohnung verirrt, sollte man zunächst Ruhe bewahren. Die Tiere fürchten sich vor Menschen. Öffnen Sie die Fenster weit und schalten Sie das Licht aus. Im Dunkeln können sich Fledermäuse besser orientieren mit Hilfe ihrer Ultraschall-Echoortung. Anhand des Echos werden Distanz, Richtung, Größe und Form analysiert. Schließen Sie die restlichen Türen, damit sich die Tiere nicht in andere Räume verirren.

Schutz vor Krankheiten

Fledermäuse hierzulande ernähren sich ausschließlich von Insekten. Unter Stress kann es aber vorkommen, dass die Tiere beißen und dabei Tollwut übertragen. Die Wahrscheinlichkeit ist zwar sehr gering. Trotzdem sollte man Fledermäuse daher nur mit Handschuhen anfassen beim Einfangen bzw. wieder Aussetzen. Auch Kot, den die Tiere hinterlassen, nur mit Handschuhen entfernen.

Fledermäuse aktiv unterstützen

Wer die Möglichkeit hat, der hängt Fledermauskästen im Garten oder vorm Haus auf. Zum einen unterstützt man damit die vom Aussterben bedrohten Tiere. Zum anderen hält man sie davon ab, nach Verstecken in der Wohnung zu suchen. Die Kästen müssen nach unten hin geöffnet sein, da die Tiere den Kasten kopfüber wieder verlassen. Auch sollten sie etwa in 4-5m Höhe befestigt sein. Das erleichtert den An- und Abflug.

Den eigenen Garten kann man auch bewusst Fledermaus freundlich gestalten. Die Nachtkerze ist eine Pflanze, die nachts ihre Blüten öffnet und nachtaktive Insekten wie Nachtfalter anlockt. Gleiches gilt für intensiv riechende Gartenkräuter wie Melisse oder Minze. Nachtfalter und Mücken sind das gefundene Fressen für Fledermäuse. Auf diese Weise müssen die Tiere nicht erst auf Nahrungssuche gehen.

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Stand: 23.08.2018, 00:00