Mehr Licht fürs Fahrrad

Mehr Licht fürs Fahrrad

Von Anne Debus

  • Seit Gesetzesänderung braucht man keinen Dynamo mehr
  • Bei Akkulampen auf die Leuchtdauer achten
  • Große Auswahl an Reflektor-Zubehör

Mehr Wahlfreiheit für Fahrradfahrer

Früher mussten die Lampen fest am Rad befestigt sein, eine Dynamo-Anlage war Pflicht. Nach mehreren Gesetzesänderungen dürfen Radfahrer heute stattdessen auch Akku- oder Batterie-Leuchten nutzen. Oder man kombiniert beide Varianten und fährt mit mehreren Lampen.

Mehr Licht für's Fahrrad

WDR 2 Servicezeit | 30.10.2018 | 03:35 Min.

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Allerdings ist nicht jede erhältliche Fahrradlampe auch auf der Straße erlaubt. Für den Straßenverkehr zugelassene Lampen tragen das so genannte K-Prüfzeichen: Ein Wellensymbol, gefolgt vom Buchstaben 'K' und einer Ziffernfolge.

Dynamo oder Akku?

Gute LED-Akku-Leuchten sind oft heller als die serienmäßig eingebauten Dynamo-Lampen. Außerdem kommen sie ohne lästige Verkabelung aus. Zudem bieten sie Dauerlicht, auch wenn das Rad steht. Bei Dynamo-Lichtanlagen ist das bislang nur für das Rücklicht Standard.

Ihr Nachteil: Akku und Batterien sind irgendwann leer. Eine Ladestandsanzeige oder zumindest ein Kontrollämpchen sind deshalb wichtig. Am sichersten ist es, Akku- und Dynamo-Lampe zu kombinieren.

Akku-Leuchten werden außerdem schnell gestohlen; man sollte sie deshalb immer abnehmen, wenn man das Rad draußen parkt. Wichtig deshalb: Ein Befestigungsmechanismus, der leicht zu handhaben ist.

Achtung Blendgefahr

Wer direkt in eine moderne LED-Lampe schaut, kann minutenlang geblendet sein. Frontlampen dürfen deshalb nicht zu hoch eingestellt sein. Am besten überprüft man mithilfe einer zweiten Person, ob die Lampe blendet.

Faustregel: Der hellste Punkt des Lichtkegels sollte etwa zehn Meter vor dem Rad auf der Straße liegen. Leuchtet die Lampe Verkehrsschilder an, muss man nachjustieren.

Besser gesehen werden

Neben Lampen erhöhen auch Reflektoren die Sicherheit, zum Beispiel reflektierende Speichenclips. Wer noch besser zu sehen sein will, kann eine Warnweste oder anderes reflektierendes Zubehör tragen.

Die Auswahl im Handel ist riesig. Passende Suchbegriffe im Internet sind etwa: "Sportüberwurf", "Bodyreflektor", "Sicherheitsschärpe" oder generell
"Reflektor".

Speziell für das Handzeichen beim Abbiegen mit dem Fahrrad im Dunkeln gibt es seit kurzem auch blinkende Handschuhe mit eingearbeiteten LED-Lämpchen.

Leuchte Radfahrer, leuchte!

Laub, Matsch und Dunkelheit können Fahrradfahren im Winter zur Herausforderung machen. Dabei lässt sich die Unfallgefahr mit ein paar Handgriffen deutlich minimieren.

Ein Fahrradfahrer in der Dämmerung

Wer in der dunklen Jahreszeit mit dem Fahrrad unterwegs ist, sollte sich in "bestem Lichte" zeigen, beispielsweise mit einer Warnweste. Radfahrer unterschätzen oft, wie leicht sie von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen werden.

Wer in der dunklen Jahreszeit mit dem Fahrrad unterwegs ist, sollte sich in "bestem Lichte" zeigen, beispielsweise mit einer Warnweste. Radfahrer unterschätzen oft, wie leicht sie von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen werden.

Eine funktionstüchtige Lichtanlage ist daher unumgänglich und gesetzlich vorgeschrieben. Dazu gehören eine Front- sowie eine Schlussleuchte. Ob die Lampen mit Dynamo, Batterie oder Akku betrieben werden, ist dabei egal.

Daneben erhöhen Reflektoren an den Speichen und fluoreszierende Streifen auf der Kleidung die Sicherheit. Zudem sollte das Fahrrad für den Winter präpariert werden.

Damit man die Bodenhaftung nicht verliert, sollte man den Reifen keineswegs voll aufpumpen, sondern sogar ein wenig Luft ablassen. Zwar braucht man dann mehr Kraft beim Treten, dafür aber fährt es sich deutlich sicherer.

Für Vielfahrer lohnt sich auch die Anschaffung von Winterreifen. Diese Pneus sind breiter und fester als die Alltagsreifen und teils sogar mit Spikes versehen.

Rutschen die Reifen trotzdem einmal weg, ist es wichtig, möglichst schnell mit den Füßen sicheren Boden zu erreichen. Deshalb kann der Sattel im Winter durchaus zwei bis drei Zentimeter tiefer eingestellt sein als im Sommer.

Hilfreich sind auch rutschfeste Pedalen. Wer diese nicht eigens kaufen möchte, kann auf die herkömmlichen Pedalen sogenanntes Griptape kleben. Das verbessert den Halt beim Treten.

Nässe, Frost und Salz setzen dem Fahrrad in den Herbst- und Wintermonaten besonders zu. Vor allem die Kette ist bei Vernachlässigung sehr nachtragend und verhakt leicht oder reißt sogar. Alle beweglichen Teile sollten daher regelmäßig gereinigt und geölt werden.

Wer mit dem E-Bike oder einem Pedelec unterwegs ist, sollte den Akku vor Frost schützen. Der leidet unter niedrigeren Temperaturen und entlädt sich dann schneller. Daher das Gefährt am besten immer an einem geschützten Ort abstellen. Noch besser ist es, den Akku mit ins Warme zu nehmen.

Ist das Fahrrad winterfest, sollte man sich selbst nicht vergessen. Wer mit eiskalten Fingern und feuchten Rücken durch die Stadt radelt, liegt wahrscheinlich bald krank im Bett. Ganzjährige Radler sollten daher in gute Kleidung investieren. Funktionsjacken sind ideal, auch gute Regenkleidung ist im Herbst Gold wert.

Stand: 30.10.2018, 10:18