Leise surren statt laut knattern: Elektro-Roller sind im Kommen

Leise surren statt laut knattern: Elektro-Roller sind im Kommen

Von Jörg Sauerwein

  • Gute Modelle schon deutlich unter 3.000 Euro
  • Reichweite wird dank moderner Akkus immer besser
  • Teurer als Benziner, günstiger im Unterhalt

Mit dem Autoführerschein auf dem E-Roller

Wer einen Führerschein fürs Auto besitzt, darf automatisch auch Kleinkrafträder fahren. Maximal 50 Kubikzentimeter Hubraum und eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h – damit kommt man in der Stadt durchaus gut voran. Vor allem, wenn ein solcher Motorroller mit Elektroantrieb unterwegs ist. Viele, die zum ersten Mal auf einem solchen Gefährt unterwegs sind, werden von der Beschleunigung überrascht: Wer Gas gibt ist an der Ampel oftmals sogar schneller als mancher Autofahrer.

Immer mehr Hersteller auf dem Markt

Seit bereits zwölf Jahren habe er Elektro-Roller im Sortiment, berichtet der Zweiradhändler Corvin Gerhold aus Bergisch Gladbach. Aber erst in den vergangenen drei bis vier Jahren sei Schwung in die Sache gekommen. Herausnehmbare Akkus und immer günstigere Modelle, das seien die Argumente, mit denen die Elektroroller immer besser punkten können. Von deutschen Herstellern wie Emco, Unu oder Kumpan bis hin zum Weltmarktführer Niu aus China: Der Markt wächst und damit sinken auch die Preise. Elektroroller gibt es inzwischen schon deutlich unter 3.000 Euro und da finden sich inzwischen bereits absolut ausgereifte Fahrzeuge.

E-Roller fahren

WDR 2 Servicezeit | 13.06.2018 | 03:26 Min.

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Teurer als Benziner in der Anschaffung, aber günstiger im Unterhalt

Mit rund 2.600 Euro ist zum Beispiel ein Niu N1 zwar immer noch teurer als die günstigen 50er-Roller mit Benzinantrieb. Allerdings entfallen unter anderem viele Wartungskosten wie Ölwechsel, Zündkerzen etc. Und während die Benziner realistisch meistens immer noch drei bis fünf Liter auf 100 Kilometern verbrauchen, kostet auf der gleichen Strecke der Strom des Elektro-Rollers weniger als einen Euro. Außerdem entfällt auch die Kfz-Steuer.

Und die Reichweite?

Große Reisen kann man mit einer Batterieladung immer noch nicht machen. Aber je nach Hersteller kommt man ohne Steckdose zwischen 65 und 100 Kilometer weit. In der Praxis dürfte das für die meisten Rollerfahrer für mehrere Tage oder sogar für eine ganze Woche reichen.

Auch das Laden ist deutlich einfacher geworden. Während früher die Akkus noch fest im Roller verbaut wurden und somit die Steckdose zum Roller gebracht werden musste, lassen sich die Akkus jetzt herausnehmen und in der Wohnung aufladen. Wem die Reichweite trotzdem zu gering ist, der kann auf einen zweiten Akku einsetzen, für den einige Hersteller sogar extra einen Platz im Fahrzeug reservieren. Allerdings haben die Akkus auch ihren Preis: bei Emco oder Niu zum Beispiel gut 1.200 Euro.

Stand: 13.06.2018, 10:00